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Full text : 13, 1890

H.  von  Hasenkamp:  Untersuchungen  über  die  Methode  der  Anemometerprüfung  etc.

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Neigungswinkel  gefundenen  Zahlen,  so  sieht  man  auch  hier  nur  verliältnissmässig  geringe  Aenderungen,
mit  alleiniger  Ausnahme  der  der  horizontalen  Lage  sehr  genäherten  Stellungen,  was  sich  übrigens  von
vornherein  erwarten  liess.
Die  Ergebnisse  dieses  Theils  der  Untersuchungen  lassen  sich  in  folgende  Sätze  zusammenfassen:
1)  Die  Konstanten  der  Interpolationsformeln  haben  wegen  der  Unsicherheit  ihrer  Bestimmung  keinen
theoretischen  Werth;  aus  Bestimmungen  derselben  für  verschiedene  Radien  lassen  sich  die  Werthe  der
Konstanten  für  die  geradlinige  Bewegung  auch  bei  Vertikalstellung  des  Anemometers  nicht  ableiten.
2)  Versuche,  die  Grösse  des  Radius  nach  der  Thiesen’chen  Theorie  aus  den  Beobachtungs-Resultaten
zu  berechnen,  ergeben  Differenzen  zwischen  Theorie  und  Beobachtung,  die  wegen  ihrer  bedeutenden
Grösse  nur  durch  systematische  Fehler  der  Theorie  erklärt  werden  können.
3)  Die  mit  Verkürzung  des  Radius  wachsende  Zentrifugalkraft  hat  wenigstens  innerhalb  der  Grenzen
der  vorliegenden  Versuche  nur  einen  verhältnissmässig  geringen  Einfluss  auf  die  Axenreibung;  ein  Radius
von  3—4  m  scheint  in  dieser  Hinsicht  vollkommen  zu  genügen.
4)  Bei  Beobachtungen  mit  geneigter  Anemometeraxe  lassen  sich  die  Resultate,  wie  in  der  vertikalen
Stellung,  durch  eine  zweikonstantige  Interpolationsformel  wiedergeben;  den  in  derselben  vorkommenden
Konstanten  kann  eine  physikalische  Bedeutung  jedoch  nicht  beigelegt  werden.
5)  Das  geneigte  Anemometer  giebt  für  eine  gleiche  Anzahl  von  Kontakten  Geschwindigkeiten  an,  die
von  den  bei  der  Vertikalstellung  registrirten  im  Allgemeinen  solche  Abweichungen  zeigen,  dass  die  Prüfung
eines  Anemometers  in  einer  andern  als  der  vertikalen  Stellung  unzulässig  erscheint,  um  so  mehr,  als  für
die  Reduktion  auf  die  geradlinige  Bahn  jeder  Anhalt  fehlt.
6)  Kleinere  Abweichungen  von  der  Vertikalstellung,  wie  z.  B.  Schwankungen  kardanisch  aufgehängter
Anemometer  auf  Schiffen  oder  Ballons  können  indessen  praktisch  vernachlässigt  werden.
7)  Eine  theoretische  Diskussion  der  Beobachtungen  mit  dem  geneigten  Anemometer  zeigt  sich  wegen
der  Komplikation  der  Verhältnisse,  die  auf  dasselbe  von  Einfluss  sind,  nicht  wohl  möglich.  In  dieser  Hinsicht ­
  würde  vielleicht  eine  Wiederholung  der  angestellten  Versuche  mit  Anemometern  von  anderen  Dimensionen ­
  und  anderer  Konstruktion  nicht  ohne  Interesse  sein;  namentlich  müsste  bei  den  geneigten  Stellungen
der  Einfluss  der  unter  dem  Schalenkreuz  befindlichen  Messingbüchse,  der  nach  früheren  Erfahrungen  nicht
unerheblich  sein  kann,  eliminirt  werden.  Vor  allem  aber  müsste  zuvor  das  Gesetz  der  Abhängigkeit  des
Winddrucks  auf  konkave  und  konvexe  Kugelschalen  von  dem  Einfallswinkel  bekannt  sein.  Die  von  Thiesen
(a.  a.  0.  pag.  30)  mitgetheilte,  von  Mägis  vorgeschlagene  Methode  dürfte  für  diesen  Zweck  besondere
Beachtung  verdienen.
*  *
*
Schliesslich  habe  ich  die  angenehme  Pflicht  zu  erfüllen,  Herrn  Geheimrath  Neu  may  er  für  die  vielseitige ­
  Förderung,  die  er  der  vorliegenden  Arbeit,  besonders  durch  Beschaffung  aller  literarischen  und
experimentellen  Hülfsmittel,  zu  Theil  werden  liess,  meinen  verbindlichsten  Dank  abzustatten.
            
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