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Volltext : 13, 1890

H.  von  Ilasenkamp:  Untersuchungen  über  die  Methode  der  Anemometerprüfung  etc.

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zugleich  aber  auch  uach  der  Anzahl  der  Kontakte,  welche  das  rotirende  Flügel-Anemometer  per  Stunde
weniger  machte,  als  im  ersten  Falle.  Die  Messung  mit  dem  stationären  Flügel-Anemometer  ergab  einen
grösseren  Werth  als  die  Bestimmung  aus  der  Kontaktdifferenz,  die,  wie  er  annahm,  den  wahren  Werth  des
Zuwachses  ergab.  Da  Dohrandt  das  Verhältniss  der  auf  beide  Arten  erhaltenen  Mitwindwerthe  für  die
verschiedenen  Geschwindigkeiten  konstant  fand,  so  nahm  er  an,  dass  man  den  wahren  Mitwind  finden
könne,  wenn  man  die  am  festen  Flügel-Anemometer  bestimmte  Grösse  mit  jenem  konstanten  Verhältniss
multiplizirt.  Diese  Methode  führte  ihn  zu  dem  Schlüsse,  dass  der  Mitwind  5  %  der  Rotationsgeschwindigkeit ­
  betrage.
Die  dieser  Methode  zu  Grunde  liegende  Ueberlegung  lässt  sich  nach  dem  Vorgang  von  Dubinsky
folgeudermaassen  darstellen:
Ist  F 0  die  Geschwindigkeit  der  Anemometeraxe,  vy  der  wahre  Werth  des  Mitwindes,  wenn  das  Flügel-Anemometer
  allein  rotirt,  ist  ferner  Vy  die  für  den  Mitwind  korrigirte  Geschwindigkeit,  so  hat  man
Vy  =  V 0 -v t .
Für  den  Fall,  dass  noch  ein  zweites  Anemometer  mitrotirt,  hat  man  entsprechend:
V 2  =  V 0 -v 2 .
Das  seitlich  aufgestellte  Flügel-Anemometer  habe  in  den  beiden  Fällen  die  Werthe  Xy  resp.  x 2  für  den
Mitwind  gegeben;  dann  kann  man  setzen
Vy  =  ax  i
v 2  —  bx 2
Dohrandt  nimmt  nun  a  =  b  an  und  erhält  daraus

tv  •
X 2 —Xy
a  lässt  sich  nun  durch  den  Versuch  bestimmen  und  man  erhält  dann  den  Mitwind  nach  der  Gleichung
v  —  ax.
Die  Annahme  a  =  b  ist  aber  kaum  zutreffend,  da  bei  dem  einen  Versuch  das  Mitwind-Anemometer
von  der  von  den  Schalen  zentrifugal  herausgeschleuderten  Luft  getroffen  worden,  bei  dem  andern  dagegen  nicht.
Dubinsky  stellte  nun  einen  ganz  ähnlichen  Versuch  an;  auf  den  einen  Arm  des  Rotationsapparates
wurde  das  Anemometer  No.  74,  auf  den  andern  in  derselben  Entfernung  von  der  Axe  No.  75  aufgestellt
und  der  Mitwind  mit  einem  senkrecht  über  den  rotirenden  Anemometern  angebrachten  Flügel-Anemometer
bestimmt.  Alsdann  wurde  No.  74  fortgenommen  und  die  Differenz  des  Mitwindes  in  derselben  Weise  wie
von  Dohrandt  bestimmt.
Bei  dieser  Aufstellung  des  Mitwind-Anemometers  konnte  die  herausgeschleuderte  Luft  keinen  Einfluss
auf  das  Flügel-Anemometer  ausüben;  man  darf  daher  annehmen,  dass  hier  die  Voraussetzung  a  —  b  sehr
nahe  erfüllt  ist.
Dubinsky  fand  bei  diesem  Versuche  folgende  Zahlen:
F 0  C  x
Beide  Anemometer  rotiren  ......  62.24  60.04  4.91
No.  75  rotirt  allein  62.56  60.56  4.68

Hierin  bedeutet  Fo  die  Geschwindigkeit  der  Anemometeraxe  in  Kilometern  per  Stunde,  C  die  Anzahl
der  Kontakte  von  No.  75  per  Stunde,  x  den  vom  Flügel-Anemometer  angezeigten  Mitwind  in  Kilometern
per  Stunde.
Dubinsky  giebt  nun  an,  dass  wenn  im  zweiten  Falle  die  Geschwindigkeit  62.24  gewesen  wäre,  die
Kontaktzahl  den  Werth  60.27  gehabt  hätte.  Daraus  folgt:
7«  C  x
62.24  60.04  4.91
62.24  60.27  4.68
0.23  0.28

Also  ist  a  =

Vy-V 2
X 2 —Xy

0.23
0.23

1,  d.  h.  der  mit  dem  Flügel-Anemometer  bestimmte  Werth  giebt

den  wahren  Mitwind.  Marvin  wendet  hiergegen  zunächst  ein,  dass  die  Zahl  0.23  im  Zähler  des  Bruches
in  Kontakten  und  nicht  in  Geschwindigkeiten  ausgedrückt  sei;  sodann  erscheint  ihm  die  offenbar  durch
            
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