H. von Ilasenkamp: Untersuchungen über die Methode der Anemometerprüfung etc.
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zugleich aber auch uach der Anzahl der Kontakte, welche das rotirende Flügel-Anemometer per Stunde
weniger machte, als im ersten Falle. Die Messung mit dem stationären Flügel-Anemometer ergab einen
grösseren Werth als die Bestimmung aus der Kontaktdifferenz, die, wie er annahm, den wahren Werth des
Zuwachses ergab. Da Dohrandt das Verhältniss der auf beide Arten erhaltenen Mitwindwerthe für die
verschiedenen Geschwindigkeiten konstant fand, so nahm er an, dass man den wahren Mitwind finden
könne, wenn man die am festen Flügel-Anemometer bestimmte Grösse mit jenem konstanten Verhältniss
multiplizirt. Diese Methode führte ihn zu dem Schlüsse, dass der Mitwind 5 % der Rotationsgeschwindig
keit betrage.
Die dieser Methode zu Grunde liegende Ueberlegung lässt sich nach dem Vorgang von Dubinsky
folgeudermaassen darstellen:
Ist F 0 die Geschwindigkeit der Anemometeraxe, vy der wahre Werth des Mitwindes, wenn das Flügel-
Anemometer allein rotirt, ist ferner Vy die für den Mitwind korrigirte Geschwindigkeit, so hat man
Vy = V 0 -v t .
Für den Fall, dass noch ein zweites Anemometer mitrotirt, hat man entsprechend:
V 2 = V 0 -v 2 .
Das seitlich aufgestellte Flügel-Anemometer habe in den beiden Fällen die Werthe Xy resp. x 2 für den
Mitwind gegeben; dann kann man setzen
Vy = ax i
v 2 — bx 2
Dohrandt nimmt nun a = b an und erhält daraus
tv •
X 2 —Xy
a lässt sich nun durch den Versuch bestimmen und man erhält dann den Mitwind nach der Gleichung
v — ax.
Die Annahme a = b ist aber kaum zutreffend, da bei dem einen Versuch das Mitwind-Anemometer
von der von den Schalen zentrifugal herausgeschleuderten Luft getroffen worden, bei dem andern dagegen nicht.
Dubinsky stellte nun einen ganz ähnlichen Versuch an; auf den einen Arm des Rotationsapparates
wurde das Anemometer No. 74, auf den andern in derselben Entfernung von der Axe No. 75 aufgestellt
und der Mitwind mit einem senkrecht über den rotirenden Anemometern angebrachten Flügel-Anemometer
bestimmt. Alsdann wurde No. 74 fortgenommen und die Differenz des Mitwindes in derselben Weise wie
von Dohrandt bestimmt.
Bei dieser Aufstellung des Mitwind-Anemometers konnte die herausgeschleuderte Luft keinen Einfluss
auf das Flügel-Anemometer ausüben; man darf daher annehmen, dass hier die Voraussetzung a — b sehr
nahe erfüllt ist.
Dubinsky fand bei diesem Versuche folgende Zahlen:
F 0 C x
Beide Anemometer rotiren ...... 62.24 60.04 4.91
No. 75 rotirt allein 62.56 60.56 4.68
Hierin bedeutet Fo die Geschwindigkeit der Anemometeraxe in Kilometern per Stunde, C die Anzahl
der Kontakte von No. 75 per Stunde, x den vom Flügel-Anemometer angezeigten Mitwind in Kilometern
per Stunde.
Dubinsky giebt nun an, dass wenn im zweiten Falle die Geschwindigkeit 62.24 gewesen wäre, die
Kontaktzahl den Werth 60.27 gehabt hätte. Daraus folgt:
7« C x
62.24 60.04 4.91
62.24 60.27 4.68
0.23 0.28
Also ist a =
Vy-V 2
X 2 —Xy
0.23
0.23
1, d. h. der mit dem Flügel-Anemometer bestimmte Werth giebt
den wahren Mitwind. Marvin wendet hiergegen zunächst ein, dass die Zahl 0.23 im Zähler des Bruches
in Kontakten und nicht in Geschwindigkeiten ausgedrückt sei; sodann erscheint ihm die offenbar durch