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Full text: 13, 1890

H. von Hasenkamp: Untersuchungen über die Methode der Anemometerprüfung etc. 
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Schliesslich mag noch erwähnt werden, dass die NO-Wand ebenso wie die nach NW gerichtete voll 
kommen geschlossen war, während die der Eingangsthür zunächst gelegene SW-Wand, wie die nach SO 
gelegene durch drei Oeffnungen durchbrochen ist.*) 
Die Methode der Beobachtungen war die folgende: 
Mit Hülfe einer mit Sekundenzeiger versehenen Uhr wurde, nachdem die Rotation des Aparates 
gleichförmig geworden war, die Zeit für je 10 Umdrehungen desselben bestimmt, was keine Schwierigkeit 
bietet, da der Apparat bei jeder Umdrehung einen Kontakt giebt, der sich in dem in der Nähe des Be 
obachters befindlichen Chronographen durch das Aufschlagen des zugehörigen Markirhebels hörbar macht. 
In derselben Weise wird der nach 1000 Umläufen des Schalenkreuzes erfolgende Anemometerkontakt be 
obachtet und zugleich bemerkt, bei welcher Rotation des Apparates derselbe eintritt, wobei die Zehntel 
der Umdrehungen geschätzt werden. 
In dieser Weise erhält man eine Kontrolle für das gleiclimässige Funktioniren des Apparates wie des 
Anemometers; jeder störende Einfluss, der etwa auf das letztere eingewirkt haben kann, macht sich durch 
eine Aenderung der zwischen den einzelnen Kontakten liegenden Zeiten und Rotationen des Apparates 
bemerkbar. 
Nur hei den Beobachtungen mit 3 m Geschwindigkeit bei dem Radius 3.852 m konnte dies Verfahren 
nicht angewendet werden. Der Apparat musste, da sich diese Geschwindigkeit mangels einer passenden 
Transmission durch den Gasmotor nicht erzielen liess, mit der Hand gedreht werden, was sich mit einiger 
Uebung nach den vom Chronographen gegebenen Sekundenschlägeu mit genügender Genauigkeit ausführen 
liess. Die Daten dieser Versuche sind den Chronographenstreifen entnommen. 
II. Untersuchungen über den Mitwind. 
Da bei den ersten Versuchsreihen die Mitwind-Anemometer, namentlich die Arretirvorrichtung, äusserst 
unzuverlässig funktionirten, so schien es zweckmässig, nach geschehener Reinigung derselben und nach Er 
neuerung der Batterie, die den für die elektrische Arretiruug nötliigen Strom lieferte, eine besondere Unter 
suchung über den Mitwind anzustellen, namentlich da bei den Versuchen zur Bestimmung der Konstanten 
auf das Funktioniren der Mitwind-Anemometer nicht geachtet werden konnte. 
Die Beobachtungen wurden in folgender Weise ausgeführt: 
Der Apparat wurde bei arretirten Mitwind-Anemometern längere Zeit in Bewegung gehalten, bis man 
annehmeu konnte, dass der Mitwind konstant geworden war; alsdann wurde die Arretiruug etwa 5 bis 10 
Minuten lang aufgehoben und die Umlaufszeit für je 10 Umdrehungen des Rotations - Apparates be 
stimmt. Bei Beginn und am Schlüsse jedes Versuches wurde konstatirt, dass die Mitwind-Anemometer 
wirklich arretirt waren; ebenso wurden dieselben während der Versuche nicht aus den Augen gelassen, 
um etwaige Unregelmässigkeiten ihres Ganges festzustellen. 
Die ersten Versuchsreihen wurden bei vertikaler Stellung des Anemometers und einem Radius von 
3.852 m ausgeführt. Die Mitwind-Anemometer standen mit ihrer Axe tangential zur Bahn, ihr Mittelpunkt 
lag senkrecht über der Mitte des Schalenkreuzes. 
Die Resultate dieser Versuche sind in der folgenden Tabelle enthalten, in welcher die Vertikalreihe U 
die Umdrehungen des Apparates angiebt, die in der in Sekunden ausgedrückten Zeit T erfolgen, v ist die 
hieraus berechnete Geschwindigkeit der Anemometeraxe in Metern per Sekunde. 
Die Reihen Що und «ei enthalten die Umläufe der Mitwind-Anemometer in der ebenfalls in Sekunden 
ausgedrückten Zeit t\ wteo und m 6 1 sind die hieraus nach den oben angegebenen Reduktionsformeln be 
rechneten Werthe des Mitwindes, M das Mittel derselben. 
JS# 1 
Die Reihe — giebt das Verhältnis des Mitwindes zur Geschwindigkeit der Anemometeraxe, die Reihe 
v . M 
D die Abweichungen der einzelnen — von ihrem Mittel. 
e 60 und e 6 i endlich sind die Entfernungen der Mittelpunkte der Mitwind-Anemometer No. 60 resp. No. 61 
von der Mitte des Schalenkreuzes. 
*) Eine genaue, durch Abbildungen erläuterte Beschreibung des Lichthofes mit dem Rotations-Apparat und seinem 
Zubehör findet sich in „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, Jahrgang 1884, No. 2, p. 12—15.
	        
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