H. von Hasenkamp: Untersuchungen über die Methode der Anemometerprüfung etc.
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Schliesslich mag noch erwähnt werden, dass die NO-Wand ebenso wie die nach NW gerichtete voll
kommen geschlossen war, während die der Eingangsthür zunächst gelegene SW-Wand, wie die nach SO
gelegene durch drei Oeffnungen durchbrochen ist.*)
Die Methode der Beobachtungen war die folgende:
Mit Hülfe einer mit Sekundenzeiger versehenen Uhr wurde, nachdem die Rotation des Aparates
gleichförmig geworden war, die Zeit für je 10 Umdrehungen desselben bestimmt, was keine Schwierigkeit
bietet, da der Apparat bei jeder Umdrehung einen Kontakt giebt, der sich in dem in der Nähe des Be
obachters befindlichen Chronographen durch das Aufschlagen des zugehörigen Markirhebels hörbar macht.
In derselben Weise wird der nach 1000 Umläufen des Schalenkreuzes erfolgende Anemometerkontakt be
obachtet und zugleich bemerkt, bei welcher Rotation des Apparates derselbe eintritt, wobei die Zehntel
der Umdrehungen geschätzt werden.
In dieser Weise erhält man eine Kontrolle für das gleiclimässige Funktioniren des Apparates wie des
Anemometers; jeder störende Einfluss, der etwa auf das letztere eingewirkt haben kann, macht sich durch
eine Aenderung der zwischen den einzelnen Kontakten liegenden Zeiten und Rotationen des Apparates
bemerkbar.
Nur hei den Beobachtungen mit 3 m Geschwindigkeit bei dem Radius 3.852 m konnte dies Verfahren
nicht angewendet werden. Der Apparat musste, da sich diese Geschwindigkeit mangels einer passenden
Transmission durch den Gasmotor nicht erzielen liess, mit der Hand gedreht werden, was sich mit einiger
Uebung nach den vom Chronographen gegebenen Sekundenschlägeu mit genügender Genauigkeit ausführen
liess. Die Daten dieser Versuche sind den Chronographenstreifen entnommen.
II. Untersuchungen über den Mitwind.
Da bei den ersten Versuchsreihen die Mitwind-Anemometer, namentlich die Arretirvorrichtung, äusserst
unzuverlässig funktionirten, so schien es zweckmässig, nach geschehener Reinigung derselben und nach Er
neuerung der Batterie, die den für die elektrische Arretiruug nötliigen Strom lieferte, eine besondere Unter
suchung über den Mitwind anzustellen, namentlich da bei den Versuchen zur Bestimmung der Konstanten
auf das Funktioniren der Mitwind-Anemometer nicht geachtet werden konnte.
Die Beobachtungen wurden in folgender Weise ausgeführt:
Der Apparat wurde bei arretirten Mitwind-Anemometern längere Zeit in Bewegung gehalten, bis man
annehmeu konnte, dass der Mitwind konstant geworden war; alsdann wurde die Arretiruug etwa 5 bis 10
Minuten lang aufgehoben und die Umlaufszeit für je 10 Umdrehungen des Rotations - Apparates be
stimmt. Bei Beginn und am Schlüsse jedes Versuches wurde konstatirt, dass die Mitwind-Anemometer
wirklich arretirt waren; ebenso wurden dieselben während der Versuche nicht aus den Augen gelassen,
um etwaige Unregelmässigkeiten ihres Ganges festzustellen.
Die ersten Versuchsreihen wurden bei vertikaler Stellung des Anemometers und einem Radius von
3.852 m ausgeführt. Die Mitwind-Anemometer standen mit ihrer Axe tangential zur Bahn, ihr Mittelpunkt
lag senkrecht über der Mitte des Schalenkreuzes.
Die Resultate dieser Versuche sind in der folgenden Tabelle enthalten, in welcher die Vertikalreihe U
die Umdrehungen des Apparates angiebt, die in der in Sekunden ausgedrückten Zeit T erfolgen, v ist die
hieraus berechnete Geschwindigkeit der Anemometeraxe in Metern per Sekunde.
Die Reihen Що und «ei enthalten die Umläufe der Mitwind-Anemometer in der ebenfalls in Sekunden
ausgedrückten Zeit t\ wteo und m 6 1 sind die hieraus nach den oben angegebenen Reduktionsformeln be
rechneten Werthe des Mitwindes, M das Mittel derselben.
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Die Reihe — giebt das Verhältnis des Mitwindes zur Geschwindigkeit der Anemometeraxe, die Reihe
v . M
D die Abweichungen der einzelnen — von ihrem Mittel.
e 60 und e 6 i endlich sind die Entfernungen der Mittelpunkte der Mitwind-Anemometer No. 60 resp. No. 61
von der Mitte des Schalenkreuzes.
*) Eine genaue, durch Abbildungen erläuterte Beschreibung des Lichthofes mit dem Rotations-Apparat und seinem
Zubehör findet sich in „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, Jahrgang 1884, No. 2, p. 12—15.