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Volltext : 12, 1889

Dr.  W.  Schaper:  Magnetische  Aufnahme  etc.

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oder  West  —  mehrere  Ablesungen  gemacht,  zwischen  denen  die  Nadel  durch  Hochheben  oder  durch  Näherung
eines  magnetischen  Körpers  —  gewöhnlich  wurde  das  Taschenmesser  des  Beobachters  dazu  genommen  —
oder  endlich  durch  Klopfen  in  Bewegung  gesetzt  wurde.  Eine  bestimmte  Reihenfolge  in  der  Magnetisirung
der  Nadeln  ist  nicht  eingehalten.  Es  ist  aber  darauf  geachtet,  dass  durch  eine  gleich  grosse  Anzahl  von
Strichen  bei  der  Ummagnetisirung  möglichst  gleiches  magnetisches  Moment  erreicht  wurde.
Die  Intensitäts-Bestimmungen  wurden  durch  Bestimmung  der  Schwingungsdauer  eines  Magnets  gemacht.
Dieser  Magnet  war  hohl  und  trug  an  dem  einen  Ende  eine  achromatische  Linse,  am  andern  eine  Theilung
in  Glas.  Da  der  Magnet  10  cm  lang  ist,  die  Theilung  etwa  2  mm  umfasst  und  20  Theile  enthält,  so  hat
der  Skalentheil  einen  Werth  von  rund  200  Bogensekunden.  Der  Magnet  hing  an  vier  Coconfäden,  die  etwa
25  cm  lang  waren.  Der  Schwingungskasten  war  aus  Holz,  im  Anfries  regelmässig  achteckig  und  hielt  etwa
IV2  Kubikdezimeter  Raum.  Im  Jahre  1885  wurde  vor  diesem  Kasten  ein  eisenfreier  Theodolith  in  geringer
Entfernung  aufgestellt,  später  war  ein  kleines  magnetfreies  Fernrohr  direkt  an  ihm  befestigt.  Bei  dieser
Anordnung  konnte  ich  mich  auf  kleine  Schwingungsweiten  beschränken.  Unregelmässigkeiten  sind  leicht  zu
entdecken  und  die  Durchgangszeiten  lassen  sich  mit  grosser  Schärfe  bestimmen.  Ein  in  dem  Schwingungskasten ­
  eingestecktes  Thermometer  sorgte  für  Kenntnisse  der  Temperatur.  Als  Zeitmesser  ist  entweder  ein
Chronometer  von  Nardin  oder  eine  Taschenuhr  von  Fick,  die  einen  ausgezeichnet  regelmässigen  Gang
von  etwa  zwei  Sekunden  täglich  hatte,  verwendet.
Während  hei  der  Beobachtung  mittels  Chronometer  die  Durchgangszeiten  geschätzt  wurden,  sind  bei
Benutzung  des  Taschen-Chronometers  Fick  im  Jahre  1886  und  Anfang  1887  diese  Momente  durch  Arretiren
des  mitspringenden  Sekundenzeigers  gewonnen.  Da  dieser  Zeiger  0.2  Sekunden  markirt  und  da  nach  Vergleichen ­
  mit  einer  halbe  Sekunden  schlagenden  Uhr  diese  Sicherheit  wirklich  erreicht  wird,  so  genügt  die
angewandte  Methode  völlig  allen  Ansprüchen,  die  bei  Bestimmung  von  Schwingungsdauern  eines  Magnets,
die  etwa  7  Sekunden  betragen,  zu  stellen  sind.  Es  ist  aber  nicht  möglich,  jede  Durchgangszeit  zu  fixiren.
Nach  Gauss’  Vorgänge  wurden  die  Beobachtungen  zu  mehreren  in  Sätzen  zusammen  gefasst,  indem
sie  auf  eine  mittlere,  unter  Zuhülfenahme  einer  genäherten  Schwingungsdauer  zurückgeführt  wurden.
Meist  sind  so  drei  Sätze  zu  Anfang,  ein  Satz  in  der  Mitte  und  drei  Sätze  zu  Ende  der  Schwingungsversuche
gebildet;  aus  je  einem  Paare  des  Anfangs  und  des  Endes  folgt  ein  Werth  für  die  Schwingungsdauer.  Meist
sind  drei  Werthe  für  diese  Grösse  gewonnen  und  dann  zu  einem  Mittel  vereinigt-  Auf  diese  Weise  erhält
man  eine  Kontrole  für  die  Rechnung  und  ein  Maass  für  die  Güte  der  Beobachtungen.  In  der  letzten  Hälfte
des  Jahres  1887  sind  auch  mittels  des  Taschen-Chronometers  von  Fick  die  Sekunden  fortlaufend  gezählt
und  ihre  Theile  geschätzt,  da  ich  gefunden  hatte,  dass  bei  der  gleichen  Genauigkeit  der  Durchgangszeit-Angabe
  die  Durchgänge  lückenlos  beobachtet  werden  können.
Die  Deklinations-Bestimmungen  wurden  im  Jahre  1885  mit  dem  zu  Schwingungs-Versuchen  benutzten
Kollimator-Magnet  und  mit  dem  Theodolithen  angestellt.  Im  Jahre  1886  und  1887  ist  das  Neumayersche
Marine-Deklinatorium  benutzt.  Ich  sehe  hier  von  einer  Beschreibung  ab;  man  findet  solche  im  „Handbuch
der  Nautischen  Instrumente,  herausgegeben  vom  Hydrographischen  Amte  der  Kaiserl.  Admiralität“,  S.  259
und  ff.  Nur  bemerke  ich,  dass  im  Frühjahr  1887  statt  der  dem  Instrumente  beigegebenen  schweren
Doppelnadel,  die,  bekanntlich  auf  einer  Spitze  schwebt,  eine  leichtere  Doppelnadel  benutzt  wurde,  bei
der  die  Magnete  dünner  und  die  übrigen  Konstruktions-Theile  aus  Alluminium  gefertigt  waren.  Das  Instrument ­
  ist  für  die  Beobachtungen  —  wie  alle  nach  Lamont’schen  Prinzipien  gebauten  Deklinatorien  —  bequem,
der  Transport  war  aber  schwierig,  weil  das  Gewicht  unter  Berücksichtigung  der  Zwecke  bei  der  Marine
sehr  gross  war.
Die  Beobachtungen  sind  meist  zentrisch  über  den  Steinen  der  Landes  -  Triangulation  gemacht.  Nur
wenn  die  Miren  nicht  sichtbar  waren,  sind  exzentrische  Aufstellungen  gewählt  und  die  nöthigen  Zentrirungs-Elemente
  gemessen.  Unter  diesen  Umständen  genügte  zwar  zur  Bestimmung  des  Azimutes  des  Kreisnullpunktes ­
  eine  einzige  ihrer  geographischen  Lage  nach  bekannte  Mire,  indessen  sind  fast  stets  zur  Kontrole
der  Azimut-Rechnungen,  der  Kreis-Ablesungen  u.  s.  w.  mehrere  Miren  eingestellt.  Nur  in  wenigen  Fällen
ist  ohne  Anschluss  an  einen  Triangulations  -  Stein  eine  Beobachtung  vorgenommen.  Dann  ist  der  Aufstellungsort ­
  aus  drei  —  den  nächstgelegenen  —  Miren  und  das  Azimut,  wenn  möglich,  von  diesen  unabhängig ­
  aus  entfernteren  Miren  bestimmt.  Als  Einstellungsobjekte  dienten  meist  Kirchthürme  mit  ihren
Helmstangen,  Knöpfen,  Kreuzen  u.  s.  w.,  seltener  Schornsteine,  ausnahmsweise  konnten  auch  andere  Dreieck-Archiv

  1889.  2.

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