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Volltext : 12, 1889

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1889  Ko.  3  —

Die  weitere  Behandlung  von  V,  nämlich  die  mit  Berücksichtigung  von  Z  vorzunehmende  Zerlegung  in
einen  innerhalb  und  einen  ausserhalb  der  Erde  entspringenden  Theil,  erfolgt  auf  dieselbe  Weise  wie  in  dem
früher  behandelten  speziellen  Falle  mittels  der  Gleichungen  (20)  oder  (21).  Zur  Beschreibung  des  magnetischen ­
  Zustandes  der  Erdoberfläche  genügt  aber  nunmehr  nicht  die  Angabe  der  beiden  Theile  von  V\  es
müssen  vielmehr  ausserdem  die  Differenzen  (Z7—V)  und  (W—V)  oder,  was  zweckmässiger  ist,  die  aus
denselben  sich  ergebenden,  beziehungsweise  nach  Norden  und  Osten  gerichten  magnetischen  Kräfte  gegeben
sein.  Diese  stellen  denjenigen  Theil  der  gesammten  Horizontalkraft  dar,  welcher  kein  Potential  besitzt.
Die  analytische  Darstellung  der  magnetischen  Erscheinungen  ist  mit  dem  Vorhergehenden  erledigt;
es  bleibt  noch  die  Aufgabe,  eine  Entwickelung  der  die  Erdoberfläche  senkrecht  durchdringenden  elektrischen
Ströme  zu  geben.  (Die  leicht  zu  erhaltende  Darstellung  der  zur  Erdoberfläche  parallelen  Ströme,  welche
das  Potential  an  derselben  hervorzurufen  im  Stande  sind,  liegt  ausserhalb  des  Rahmens  dieser  Arbeit,  deren
Aufgabe  die  blosse  mathematische  Beschreibung  der  beobachteten  Erscheinungen  ist.  Eine  Berechnung  und
kartographische  Darstellung  dieser  Ströme  gedenke  ich  später  zu  veröffentlichen.)
Mit  Hülfe  von  Gl.  (4)  lässt  sich  sowohl  iVl-\-e 2 cosv 2  als  auch  isinvVl-\-e 2  cosv 2  leicht  berechnen.  Es
sei  iVl-\-e 2  Vl-j-s 2 cosv 2  =  i,  entsprechend  den  Bezeichnungen  X,  Y,  Z.
Ich  will  in  möglichster  Kürze  für  beide  Fälle  die  Entwickelung  andeuten.  Es  ist

.  .  1

[  dX

d(Ysin  v)~

4  nb

UlX

dv

Durch  Einführung  der  in  (6)  gegebenen  Werthe  von  X  und  Y  erhalte  ich  mit  «Benutzung  der  ersten
Formel  in  (9)  nach  einfachen  Umformungen  unter  Absonderung  des  an  den  Polen  unstetigen  Theils

(22).  .  .  i  sin  v  —

sm  v“
2  n  h

(ß  cos  X  —  a  sin  X)  -

4tC  b

^r[( wc C  (»+i)  (»+1).  C +1 +  m  Ö cos  nü -
+  (ne” -1 —(n+1)  (n+l) m  e” +1 —m  5“)  sinmX  j

Um  i  selbst  darzustellen  berechne  ich  zunächst,  von  Xsinv  und  Ysinv  ausgehend,  mit  Hülfe  der
zweiten  Identität  (9)  das  Produkt  isinv 2 .  Es  wird

(23).

%  sm  v

2

4itb

((n—1)  D n m  x —  (n+2)  (n+l) m  D“ +1  +  m  G“)  cos  m  X
+  (('«.—1)  —  (n+2)  (n+l) m E2 +1 —rnB™)  sin  mX

Hieraus  kann  nun  %  in  folgender  Weise  abgeleitet  werden.  Es  wird  durch  eine  nach  Kugelfunktionen
fortschreitende  Reihe  mit  zunächst  unbestimmten  Koeffizienten  dargestellt  und  darauf  wird  aus  dieser  mit
Hülfe  der  dritten  Identität  (9)  eine  neue  für  isinv 2  hergeleitet.  Durch  Vergleichung  derselben  mit  der
vorstehenden  erhält  man,  da  beide  in  den  entsprechenden  Koeffizienten  übereinstimmen  müssen,  eine  Anzahl
von  Gleichungen,  aus  denen  man  die  unbestimmt  gelassenen  Grössen  berechnen  kann.  Soll  i  gleich  Xsinv
und  Ysinv  durch  eine  endliche  Reihe  dargestellt  werden,  so  treten  ähnliche  und  in  gleicher  Weise  zu
hebende  Schwierigkeiten  ein,  wie  bei  der  Berechnung  von  Z7.
Dass  man  genau  zu  demselben  Ausdruck  für  %  bezw.  i  sin  v  und  i  sin  v 2  gelangt,  wenn  man  nicht
X  und  Y,  sondern  nur  diejenigen  Theile  davon,  welche  kein  Potential  besitzen,  in  die  Rechnung  einführt,
ist  selbstverständlich.  Wenn  U 0  =  W 0 -\-  ßJ  (v)  ist,  so  kann  Gleichung  (23)  auf  Grund  dieser  Bemerkung
wesentlich  vereinfacht  werden,  was  nicht  näher  ausgeführt  zu  werden  braucht.

Auf  den  vorhergehenden  Seiten  ist  gezeigt  worden,  auf  welchem  Wege  man,  ausgehend  von  den  in  (6)
bezeichneten  Reihen,  zur  Kenntniss  des  Potentials,  des  nicht  in  diesem  begriffenen  Theils  der  horizontalen
Kraft  und  der  als  Ursache  desselben  anzusehenden  elektrischen  Ströme  gelangen  kann.  Ich  habe  nun  noch
zu  erläutern,  in  welcher  Weise  jene  Reihen  aus  den  beobachteten  Zahlenwerthen  der  Komponenten  X,  Y,  Z
abgeleitet  werden  können.
            
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