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Volltext : 12, 1889

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  —  1889  No.  3  —

und  man  erkennt  ohne  Schwierigkeit,  dass  für  die  hier  in  Betracht  kommenden  Werthe  von  r  die  Funktionen
tt”  und  x”  ebenso  wie  die  früher  definirten  p”  und  g”  reell  sind  und  wenig  von  1  abweichen.
Ich  stelle  nunmehr  die  Werthe  der  drei  Komponenten,  wie  sich  dieselben  nach  den  vorstehenden
Bemerkungen  für  die  Punkte  der  Erdoberfläche  ergeben,  zusammen.  Dabei  führe  ich  noch  die  Vereinfachung
ein,  an  Stelle  von  pZ  [6]  u.  s.  w.  kurz  p" t  zu  schreiben.

(21)

n  —  co  nt  —  n

X

Y  =

yb 2 -\-e 2  cosv 2

dP” u  (cos  v)
dv

n  —  0  nt  =  0

n.  =  fj  tu  =  n

[c  (C  cos  m +  s Z sin  mX )  +  PZ  (rZ cos  m1  +  <  sin  ml)

sin  v  VP+e 2

n  =  0  tu  —  0

tiv  tl
m  PZ  (cos  v)  p/"  (s”  cos  ml—  cZ  sin  ml)  +  pZ  (crZ  G0S  ~  rZn  si n  m ^-)

Z  =

yi 2 -\-e 2

U  =00  ni  —  n

yb 2 -\-e 2 cos  v 2

l  =  0  nt  =  0

PZ  (cos  v)  ~(n+l)xZ  (cZcosml+sZsinml)+nnZ  (rZcosml+oZsinml)]

Alle  drei  Ausdrücke  sind  den  entsprechenden,  welche  für  die  Kugel  gelten,  und  in  welche  sie  durch
die  Substitution  e  —  0  übergehn,  ganz  ähnlich.  Sie  unterscheiden  sich  von  denselben  zunächst  durch
gewisse  der  Einheit  nahe  kommende  Faktoren,  die  bei  Einführung  von  s  für  den  Quotienten  e  :  b  in  der  Form

1  1  ]/l  +  6 2
yi-\-e 2 cosv 2  yi  +  e 2  yi-ys 2 cosv 2
auftreten.  Die  Grösse  t 2  ist  offenbar  eine  unbenannte  Zahl,  welche  allein  von  der  Abplattung  der  Erde
abhängt.  Nennt  man  den  reziproken  Werth  der  letzteren  «,  so  ist  b  =  («—1)  a  :  a  und  « 2  =  (2  a—1)  :  (a—  l) 2 .
Eine  weitere  Abweichung  der  auf  das  Ellipsoid  bezüglichen  Formeln  (21)  von  den  für  die  Kugel  gültigen
besteht  in  dem  Auftreten  der  sogenannten  reduzirten  statt  der  geographischen  Poldistanz.  Streng  genommen
ist  dies  nicht  einmal  als  eine  Abweichung  zu  bezeichnen,  da  diese  beiden  Winkelgrössen  bei  der  Kugel
identisch  werden.  (Es  lag  daher  bei  der  bisherigen  Behandlung  der  Potentialberechnung  unter  der  Annahme
einer  kugelförmigen  Erdgestalt  eine  gewisse,  freilich  durch  Bequemlichkeitsrücksichten  gerechtfertigte  Willkür
darin,  dass  man  gerade  die  geographische  Breite  als  Argument  der  Entwicklung  einführte.  An  und  für
sich,  d.  h.  ohne  eine  besondere  Untersuchung  über  die  zweckmässigste  Festsetzung  des  Breitenarguments
anzustellen,  hätte  man  ebensogut  die  reduzirte  oder  die  geocentrische  Breite  oder  überhaupt  eine  andere
Winkelgrösse  einführen  können,  die  sich  von  diesen  nur  um  einen  Betrag  von  der  Grössenordnung  der
Abplattung  unterscheidet.)  Da  für  die  Beobachtungspunkte  stets  die  geographische  Breite  und  damit  u  das
ursprünglich  Gegebene  ist,  so  hat  man  daraus  v  abzuleiten.  Dies  kann  mit  Hülfe  der  Gleichung  (11)  oder
bequemer  vermittels  der  aus  letzterer  fliessenden  Näherungsformel  v  —  « 2  sin2u,  deren  Fehler
nirgends  über  72"  steigt,  geschehen.  Es  wäre  übrigens  nicht  schwierig,  die  Gleichungen  (21)  so  umzuformen,
dass  darin  nicht  v  sondern  u  auftritt;  sie  würden  dabei  indessen  wesentlich  an  Einfachheit  und  Uebersichtlichkeit
  verlieren,  ohne  dass  dieser  Nachtheil  durch  eine  nennenswerthe  Abkürzung  der  numerischen
Rechnung  aufgewogen  würde.
Man  erkennt  leicht,  dass  durch  die  bisher  berührten  Umstände  die  Potentialberechnung  nur  einen
ganz  unbeträchtlichen  Zuwachs  an  mechanischer  Rechenarbeit  erfährt,  wenn  man  die  Abweichung  der  Erde
von  der  Kugelgestalt  berücksichtigt.  Dagegen  erfordert  die  Bestimmung  der  Koeffizienten  p,  q,  tc,  x,  durch
welche  sich  die  für  das  Ellipsoid  gültigen  Formeln  von  den  auf  die  Kugel  bezüglichen  schliesslich  noch
unterscheiden,  eine  ziemlich  langwierige  Zahlenrechnung.  Aber  diese  kann  offenbar  ein  für  allemal  im
Voraus  durchgeführt  werden,  da  jene  Koeffizienten  weder  von  den  Beobachtungsresultaten  noch  von  der
Lage  der  Beobachtungspunkte,  vielmehr  allein  von  der  Abplattung  der  Erde  abhängen.  In  der  That
bezeichnen  ja  jene  Konstanten  die  Werthe  gewisser  Funktionen  für  das  Argument  (ib  :  e),  d.  h.  (i  :  s)  oder
i  (a—  1)  :  U2  a—1.
            
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