Dr. W. Schaper: Magnetische Aufnahme etc.
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bar gestörte Gebiet (vergleiche Isogonen und Isodynamen) zu spärlich. Zwischen Rostock und Stralsund
folgt der Zug der Linien auffallend der Küste und dieses Ausbiegen nach Norden ist durch alle Beob
achtungen zwischen dem 12° und 13° östl. Länge angedeutet. Für die Küste von Stralsund bis Stettin
kann auf Grund der mitgetheilten Beobachtungen kein irgendwie sicheres Bild entwickelt werden.
Neuere Beobachtungen, die für unser Gebiet von Bedeutung sind, hat Herr Prof. Dr. G. Neumayer
in „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“ mitgetheilt.
Wilhelmshaven. Von Herrn Dr. Eschenhagen ist in „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“,
XI. Jahrgang, 1888, für 1885 berechnet J — 68° 0/2. Danach betrüge die
Differenz der Inklination Lübeck—Wilhelmshaven = +2/4.
Es ergeben die Beobachtungen selbst
für 1885 in Wilhelmshaven J = 67° 57/8, daher beobachtete Inklin.-Diff. Lübeck—Wilhelmshaven = +3/7,
1886,, „ J = 67° 59/9, „ „ „ „ „ =+1/6,
1887 „ „ J= 68° 3/2, „ „ „ „ „ = —2/2,
Mittel +1/0.
Nach der mitgetheilten Karte ist allerdings zu vermuthen, dass von der Elbmündung ab der Zug der
Isoklinen stark südwärts biegt und die mitgetheilten Differeuzwerthe der Inklination Lübeck—Wilhelms
haven damit in Einklang stehen.
Bremerhaven. Der Vorsteher der Hauptagentur der Seewarte fand im Mittel für Station I (vergl.
„Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, X. Jahrg. 1887, S. 34) J — 67° 44. Herr Prof. Dr. Neumayer
fand am 24. Juni auf Station II J — 67° 50/6, an demselben Orte fand Hr. Dr. Eschen ha gen J = 67° 54/0.
Hieraus folgen der Reihe nach die Werthe A J -- +16/6; +10/0; +6/6. Für 1888 folgt nach den Beob
achtungen der Hauptagentur im Mittel J = 67° 54/0, vermuthlich für Station II; daraus A J= +5/7.
Die Karte liefert — durch Extrapoliren — A J = +8/0.
Cuxhaven. Nach „Aus dem Archiv der Deutsch. Seew.“, IX. Jahrg., 1886, fand Herr Prof. Dr. Neu
mayer, vermuthlich zwischen 7' 1 und 9 !l vorm., am 23. Juni 1887 für die Inklination den Werth 68° 2/7
mit dem Differential - Inklinatorium von Lamont und Herr Dr. Eschenhagen 67° 59/1 mit dem Nadel-
Inklinatorium von Bamberg, zusammen mit der in Lübeck ermittelten Neigung folgt Cuxhaven A J= +3/7.
Aus dem XI. Jahrgang, 1888, entnehme ich J = 67° 54/5 für ll h 30 m vorm. Derselbe Monat lieferte
für jene Zeit in Lübeck 68° 0/2; also A J = +5/7. Die Karte giebt A J = +4/0.
Hamburg. Die vor 1885 mitgetheilten Beobachtungen im unterirdischen Kompass-Observatorium
der Seewarte können nach „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, VIII. Jahrg., 1885, hier zu keinem
Vergleich herangezogen werden. Nach dem genannten Werke,
VIII. Jahrgang,
1885,
folgt für 1885 als Mittelwert!)
J = 67° 47/5,
IX.
1886,
„ „ 1886 „ „
J = 67° 48/2,
X.
1887,
„ „ 1887 „ „
J = 67° 51/3.
XI.
1888,
„ „ 1888 „ „
J = 67° 50/3,
Mittel
J = 67° 49/3.
Danach ist für Hamburg (Kompass-Observatorium der Seewarte) A J ■= +11/8.
Am Diebsteich ist ebenfalls die Inklination bestimmt. Im XI. Jahrgange des „Aus dem Archiv der
Deutschen Seewarte“ ist für 1888 angegeben J = 67° 46/9, also A J = +13/3. Die Karte giebt
A J = +11/0.
Oldenburg. Am 22. Juli 1888 7 h 45 m nachm, ist durch Herrn Prof. Dr. Neumayer und dessen
Assistenten die Inklination zu 68° 7/8 bestimmt. Verglichen mit der für die gleiche Zeit geltenden Lübecker
Werthe folgt A J = —8/6. Die Karte liefert AJ == —14/0.
Neustadt. Am 23. Juli 1888 5 h 45"' nachm, ist von Hrn. Prof. Dr. Neumayer und dessen Assistenten
die Inklination zu 68° 7/0 gefunden. Daher = —6/8. Die Karte liefert A J ~ —9/0.
Archiv 1889. 2.
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