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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1889 No. 2 —
Fehmarn. Auf dieser Insel sind an zwei wesentlich verschiedenen Punkten Beobachtungen
angestellt, nämlich bei Puttgaarden, in der Nähe von Marienleuchte und bei Burg, oder doch zwischen
Burg und Fehmarnsund.
Fehmarn-Puttgarden. Die Inklinations-Bestimmungen sind von Herrn Sack und mir in geschützter
Lage hinter einem Knick auf dem Felde, südwestlich von dem Dorfe angestellt. Die Koordinaten des
Beobachtungspunktes sind nach der im Jahre 1877 erfolgten Messtischblatt-Aufnahme = 54° 29/51 n. Br.
und 28° 52/69 ö. L. Ich fand am 27. Oktober 1887 mit
Nadel I um 12 h mittags J = 68° 25/8; Reduktion auf das Monatsmittel —0/3; reduz. Werth J 0 — 68° 25/5
„ II „ 2.4 h nachm. J = 68° 18/5; „ „ „ „ —0/7; „ „ J 0 = 68° 17/8
Herr Sack fand mit
Nadel I um 3.2 h nachm. J •= 68° 20/6; Reduktion auf das Monatsmittel—0/7; reduz. Werth J 0 = 68° 19/9
„ II „ 4.6 h „ J= 68° 23/7; „ „ „ „ -0/3; „ „ J o = 68° 23/4
Gleichzeitige reduzirte Inklination in Lübeck = 68° 0/7
Inklinations-Differenz Lübeck—Fehmarn-Puttgaarden = —20/9.
Wenige Meter vom Orte der Inklination wurden vc
Beobachtungen angestellt.
Die Beobachtung von l h 23 m bis l h 51“ nachmittags
Aus 1 und 6 folgt T = 6.5435 Sekunden
2 „ 7 =31
3 „ 8 =25
Mittel T = 6.5430
für t = 16.7°; E = 145'; H = 0.17781 C. G. S.
n mir auch am 27. September 1887 SchwingungS'
umfasst 8 Sätze.
Reduktion auf
oo kl. Bogen und Torsion +0.0049 Sekunden
t 0 = 10° —0.0081
ja; 0 = 0.17800 C. G. S. -0.0034
Reduzirte Schw. T a = 6.5364
Bei der oben angegebenen Normal-Schwingungsdauer folgt mithin
Horizontal-Intensität Fehmarn—Puttgaarden = 0.17543 C. G. S.
Differenz der Horizontal-Intensität Lübeck—Fehmarn-Puttgaarden = +0.00257 C. G. S.
Die Deklination ist nicht weit vom vorigen Beobachtungsorte zentrisch über dem Steine Puttgaarden I,
III. Ordnung, am 27. September 1887, angestellt. Der Stein liegt frei auf dem Felde, ein Lokaleinfluss
scheint ausgeschlossen. Seine Koordinaten sind = 54° 29'30. "3 n. Br. und 28° 52'29."0 ö. L.
Nach den Angaben der Königl. Preuss. Landes-Triangulation T. IV. ist
für Mire 79: Burg, Kirchthurm-Knopf das Azimut = 185° 56/7, Entfernung 6000 m.
80: Bannesdorf, „ „ „ „ = 163° 7/7, „ 2400 m.
81: Marienleuchte, Leuchtthurm-Wetterfahne „ „ 79° 15/9, „ 2100 m.
Nach den Messungen findet man
aus Mire 79 die Kreiskollimation
80 „
81 » »
im Mittel
Magnet N. oben um 0 h 55 m nachm
N. unten „ 0 h 59 m
N. oben „ l h 6 m
Deklination
131°47/0
131°47/1
131°47/1
131°47/1
119° 46/5 für 12° 20/0 in Lübeck,
119°20/5 „ „ „ „
119°45/3 „ „ „ „
12° 13/9 für 12° 20/0 in Lübeck.
Deklinations-Differenz Lübeck—Puttgaarden = +6/1, mittlerer Fehler 0/8.
Fehmarn-Burg. Am 28. September 1887 machte ich und bald darauf Herr Sack Inklinations-
Bestimmungen nahe bei Burg, frei auf dem Felde. Die Koordinaten des Punktes sind nach dem Messtisch
blatte (Aufnahme 1887) = 54° 26/18 n. Br. und 28° 51/54 ö.L. Lokaleinfluss ist unwahrscheinlich.
Ich fand mit
Nadel I um 8.7 h vorm. J= 68° 29/1; Reduktion auf das Monatsmittel +0/0; reduz. Werth J 0 = 68° 29/1
„ II „ 9.6 11 „ J= 68° 25/4; „ „ „ „ —0/3; „ „ J 0 = 68° 25/1