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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Bemerkungen über die Insel Anno Bom, Banana und Mossamedes, 
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steht leer, weil der Kongostaat den Kaufleuten sehr hohe Steuern auferlegt, 
wodurch ein Theil derselben zur Uebersiedelung mach dem am anderen Ufer des 
Kongo gelegenen portugiesischen Orte St. Antonio bewogen worden ist. - 
Auf der Weiterreise nach Mossamedes steuerte S. M. Kr. „Habicht“, 
nachdem Land :in Sicht gekommen war, auf eine Entfernung von 2—3 Sm. 
längs der Küste. Das Kap im Süden der Tuwrtle-Bucht markirte sich sehr 
scharf, während sich dagegen das Kap Kuspa erst querab, nachdem der auf der 
Karte als Giraul bezeichnete Fluls passirt war, erkennen lief. Die Mündung 
des: Giraul, welche durch eine hohe Barre nach See zu geschlossen ist, markirt 
sich sehr gut als ein mächtiger, durch die scharf durchbrochenen, zackigen Ufer 
begrenzter Einschnitt. In demselben macht sich eine üppige Vegetation bemerkbar, 
während das Land ringsumher wüst und öde aussieht und keine Spuren von 
Pflanzenwuchs aufzuweisen hat. Der auf dem Kap Giraul stehende Leuchtthurm 
besteht aus einem eisernen Gerüst, welches auf einem weil sen Sockel errichtet 
ist. Derselbe bildet. mit dem Wärterhaus eine zusammenhängende Masse und 
bietet daher, von Weitem gesehen, den Anblick eines Hauses mit hohem 
Schornstein. 
Auf der Höhe von Giraul- Leuchtthurm kommt das auf dem Kap 
Naronha liegende Aussichtshaus in Sicht, Dasselbe ist vollständig verlassen 
und dient nicht etwa als Signalstation, wie es im Africa Pilot, Part II 1884, 
Seite 152 angegeben ist, Die weitere Einsegelung in den Hafen von Mossamedes 
macht keinerlei Schwierigkeiten. 
Aus dem Reisebericht des Kapitän J. G. Nichelson, 
Führer der deutschen Bark „Theodore‘“‘, 
[. Die Reise von Liverpool nach Callao. 
Nachdem die deutsche Bark „Theodore“, Kapitän J. G. Nichelson, mit 
1050 Tonnen Kohlen beladen und in Allem seefertig gemacht war — wozu auch 
die Regulirung der Kompasse gehörte —, verliefs sie am 10. August 1888 das 
Dock von Birkenhead, indem sie durch einen Dampfer nach See geschleppt wurde. 
Der Wind, welcher anfangs südwestlich gewesen war, holte um 3!/2 Uhr Nach- 
mittags auf NW und flaute gegen Abend zur Windstille ab, nachdem uns der 
Schleppdampfer und der Lootse um 6 Uhr beim Nordwestfeuerschiff verlassen 
und wir Segel gesetzt hatten. Mit veränderlichen, aber vorherrschend südlichen 
bis südwestlichen, zuweilen stürmischen Winden mit Regen, meistens aber bei 
nebliger Luft, arbeiteten wir uns in vier Tagen nach Tuscar. ; 
Mit mäfsigem Ostwinde, der am 15. August einsetzte, segelte „Zheodore“ 
südwärts, bis der Wind nach Verlauf von drei Tagen flau wurde und durch Süd 
auf SW holte; die sich nun bietende Gelegenheit, sehr veränderliche Winde bei 
gelegentlichem Regen und Nebel, wurde, so gut ‚es eben ging, ausgenutzt, bis 
schliefslich am 23. Windstille eintrat, Am Abend kam jedoch wieder Westwind 
durch, welcher gegen den folgenden Mittag, in 40° 50' N-Br und 14° 28‘ W-Lg, 
bis nach NW herumgeholt und stürmisch geworden war. Am Nachmittage liefs 
die Windstärke schon wieder nach, und in der nächsten Zeit wehte leichter 
nordöstlicher bis östlicher Wind, der das Schiff am 29. nach 29° 49 N-Br und 
20° 0‘ W-Lg brachte. Hier holte der Wind bei einer flauen Stärke nochmals 
zurück auf NW, um dann am 1. September auf 23° 32‘ N-Br und 22° 13' W-Lg 
durch Nord in den Passat überzugehen. Wie bis hierher der Wind fast immer, 
so war auch der Passat meistens flau, Stärke 3—4, ganz vereinzelt bis 5 auf- 
frischend. Auch war derselbe von keiner langen Dauer, indem er schon am 
7, September auf 14° N-Br in 26° W-Lg: sein Ende erreichte. Nachdem das num 
eintretende regnerische, gewitterhafte Wetter vorbei war, holte der Wind südlich, 
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