Meteorologische Verhältnisse der Küste von Deutsch-Ostafrika,
derselben, nimmt eine südliche Richtung an und geht weiter nordwärts ohne
Unterbrechung in den eigentlichen Südwestmonsun über. Es ist daher allgemein
gebräuchlich geworden, diesen Südwind Südwestmonsun zu nennen, und auch die
englischen Segelanweisungen haben diese Bezeichnung angenommen.
Zu berücksichtigen ist hierbei, dals sich das Gebiet dieses sogenannten
Südwestmonsuns auf den Zanzibar-, Pemba- und Mafia-Kanal sowie auf die Nähe
der Küste, auf einen Abstand von 10 bis 15 Sm, beschränkt. Weiter seewärts
trifft man zu dieser Zeit den Passat aus ESE oder, falls die Calmenzone weit
südwärts vorgeschritten ist, leichte östliche Winde. Die Dünung läuft während
des ganzen Jahres aus OSO. In kurzer Entfernung vom Festlande herrschen
außerdem zeitweise Land- und Seewinde.
Der Nordostmonsun beginnt durchschnittlich Mitte November, ist an-
fangs leicht und unbeständig, wird dann aber frischer und beständiger, bis er
im Januar seine gröfste Stärke erreicht. Die Windstärke bleibt im Allgemeinen
unter 7 und steigt nur ausnahmsweise für einige Tage auf 8. Im Februar wird
der Monsun schwächer und flaut im März ganz ab. Richtung und Stärke des
Monsuns ändern sich an der Küste und in den Kanälen im Laufe des Tages
wesentlich. Diese Aenderung entsteht durch dieselben Einflüsse, welche Land-
und Seewinde verursachen. Von Mitternacht bis gegen Morgen herrscht meistens
Windstille, nach Sonnenaufgang setzt der Monsun wieder ein und zwar aus einer
nördlicheren oder ablandigeren Richtung. Im Laufe des Tages nimmt die Stärke
langsam zu, und die Richtung wird östlicher oder auflandiger. Gegen 4 Uhr
nachmittags erreicht er die gröfste Stärke für den Tag und die östlichste oder
auflandigste Richtung. Danach flaut er langsam wieder ab bis Mitternacht. Je
frischer der Monsun, desto weniger, und je schwächer er ist, desto mehr verändert
sich seine Richtung im angegebenen Sinne im Laufe des Tages. Bei schwachem
Monsun bleibt es des nachts oder vormittags länger still als bei frischem Monsun.
In einer Entfernung von 10 bis 15 Sm von der Küste ist jedoch von diesen täglichen
Aenderungen wenig oder garnichts mehr zu bemerken.
Von Mitte März bis Ende April herrschen leichte östliche Winde, bis
schließlich stärkerer Südwind sich einstellt und damit die Küste in den Bereich
des Südwestmonsuns gelangt. Während dieser Uebergangszeit treten Land- und
Seewind stärker und regelmäfsiger auf, des nachts und vormittags ist es meistens
windstill, nach Mittag stellt sich leicht auflandiger Wind ein. ;
Der Südwestmonsun währt von Ende April bis Ende September oder
Anfang Oktober. Seine Richtung folgt ungefähr dem Verlaufe der Küste und
jest an der Küste des Festlandes im Allgemeinen Süd oder SzE, an den West-
küsten von Zanzibar und Mafia Süd bis SSW. Er erreicht gröfsere Windstärken
und wechselt in seiner Stärke viel häufiger als der Nordostmonsun. Während
der Nordostmonsun allmählich zunimmt und etwa in der Mitte seiner Dauer die
gröfste Stärke erreicht, pflegt der Südwestmonsun gerade zu Anfang am stärksten
zu sein. In den Monaten Mai, Juni und Juli weht er nicht selten einige Tage
lang mit Stärke 7 oder 8, wird aber nie zum völligen Sturm, Dieses Auffrischen
des Monsuns tritt fast regelmäfsig bei Neumond und Vollmond ein, zu welchen
Zeiten auch die aus OSO laufende Dünung bedeutend zunimmt. Zu den Zeiten
der Nippfluth sind Monsun und Dünung in der Regel am schwächsten.
Ebenso wie der Nordostmonsun zeigt auch der Südwestmonsun durch den
Einfluß der Land- und Seebriese in derselben Weise eine tägliche Aenderung in
Richtung und Stärke.
Der Wind ist am Morgen ein wenig überlandig, Süd bis SzW, während
er am Nachmittage auflandiger wird, SSE bis SE. Von Mitternacht bis Sonnen-
aufgang ist der Wind leicht oder es ist still, nachmittags zwischen 2 und 4 Uhr
erreicht er die gröfste Stärke des Tages. Von Anfang Oktober bis Mitte
November treten wiederum leichte östliche Winde ein, bis der Nordostmonsun
nach und nach sich einstellt. Land- und Seebriese treten auch während dieser
Uebergangszeit regelmäßiger auf; gewöhnlich ist es des Nachts und Vormittags
windstill, und nach Mittag tritt leichter auflandiger Wind ein.
Land- und Seewind.
So lange die Monsune frisch sind, machen sich die Land- und Seewind
verursachenden Einflüsse nur in der Weise bemerkbar, dafs sie die Richtung und