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Full text : 11, 1888

Elfter  Jalires-Bericlit  der  Direktion.

29

mit  dem  Nadel  -  Inklinatorium  von  Hechelmann  67°49.'33  N.  und  dem  Nadel-Inklinatorium  von  Bamberg
67°48.'4N.  Eine  Schlussfolge  auf  den  Charakter  und  die  Grösse  der  Säkular-Aenderung  dieses  Elementes
lässt  sich  aus  diesen  Beobachtungen  nicht  ziehen.  Nicht  zum  geringen  Theile  wirkt  dabei  der  in  dem
vorigen  Jahres-Bericlite  hervorgehobene  Umstand  mit.  (Siehe  Jalires-Bericht  X,  N0.  1,  Seite  32).
Es  muss  hier  noch  erwähnt  werden,  dass  die  Inklinations-Beobachtungen  nicht  alle  auf  dem  Zentral-Pfeiler
  des  Kompass-Observatoriums  gemacht  worden  sind,  sondern  zum  Theil  auf  einem  hölzernen  Stativdicht
  neben  jenem  Pfeiler.
Horizontal-Intensität.  Die  sämmtlichen  Bestimmungen  der  Horizontal-Komponente  der  erdmagnetischen
Kraft  wurden  auf  dem  Zentral-Pfeiler  des  Kompass-Observatoriums  ausgeführt.  Es  ist  eine  grössere  Anzahl
von  Beobachtungen  mit  dem  Reise-Theodolit  Hechelmann  (H)  ausgeführt  worden,  die  wegen  mangelnder
Bestimmung  der  Konstanten  noch  nicht  berechnet  worden  sind.  Auch  hat  Herr  Dr.  M.  Eschenhagen  mit
dem  von  ihm  auf  seiner  Reise  benutzten  Apparate  die  Horizontal-Intensität  bestimmt,  sowie  Dr.  Neumayer
mit  dem  Instrumente  Hechelmann  die  im  Kompass-Observatorium  auch  an  die  im  Observatorium  in  Wilhelmshaven ­
  ausgeführten  Bestimmungen  anknüpfte.  Diese  Beobachtungen  werden  erst  später  verwerthet  werden
können  und  wird  deshalb  der  Werth  der  Horizontal-Intensität  aus  Beobachtungen  im  Februar,  März,  April,
August,  September  und  Oktober  ausgeführt  für  1888.45  zu  0.17865  C.  G.  S.  nur  als  ein  vorläufiger  aufgefasst
werden  können.  Hinsichtlich  der  Säkular-Aenderung  gilt  dasselbe,  was  im  Jahres  -  Bericht  X,  Seite  32
darüber  gesagt  worden  ist.
Sivinemünde.  Mit  der  Verlegung  der  Hauptagentur  von  Swinemünde  nach  Stettin  hörten  die  regelmässigen ­
  magnetischen  Beobachtungen  an  ersterem  Orte  auf  und  an  deren  Stelle  traten  nunmehr  die  bei
Stettin  ausgeführten  Beobachtungen.  Die  Schwierigkeiten,  einen  wirklich  für  genaue  magnetische  Beobachtungen ­
  tauglichen  Platz  in  der  Nähe  einer  grossen  Stadt,  zumal,  wenn  derselbe  einen  so  stark  ausgeprägten ­
  industriellen  Charakter  trägt,  wie  Stettin,  sind  sehr  erheblicher  Natur.  Nach  langem  Suchen
und  mehrfachem  Beobachten  wurde  eine  hochgelegene  Stelle  bei  Zabelsdorf  ausgewählt.  Auf  vollkommen
freiem  Felde,  in  dessen  Nähe  auch  für  die  nächste  Zeit  wesentliche  Veränderungen  nicht  vorgenommen
werden  werden,  wurde  am  29.  September  von  Dr.  Neumayer  eine  Reihe  von  Beobachtungen  ausgeführt.  An
derselben  Stelle  beobachtete  später  auch  der  Vorsteher  der  Ilauptagentur  in  Stettin,  Kapt.  Willert.
Magnetische  Deklination.  Auf  das  Mittel  des  Tages  reduzirt  ergab  sich  aus  den  Beobachtungen  vom
29.  September  ein  Werth  von  9°57.'26W.
Nach  den  Bestimmungen  von  Kapt.  Willert  betrug  die  magnetische  Deklination  um  12 h  0 m  Mittag  am
9.  November  9°  56/2  W.  und  am  selbigen  Tage  um  2 h  15 m  p.  m.  9°51.'7  W.  (Die  erstere  Bestimmung  ist  nach
Angabe  des  Beobachters  die  zuverlässigste).
Magnetische  Inklination.  Am  Nachmittag  des  29.  September  5 h  22 m  war  dieses  Element  67°  17/75  N.
nach  Dr.  Neumayer;  eine  Bestimmung  Kapt.  Willert’s  ergab  einen  wesentlich  kleineren  Werth.  Eine  Entscheidung ­
  über  den  genauen  Werth  dieses  Elementes  lässt  sich  erst  aus  späteren  Beobachtungen  ableiten.
Horizontal-Insensität.  Aus  den  Bestimmungen  vom  29.  September  ergab  sieb  für  dieses  Element  um
4 h  37  "  p.  m.  ein  Werth  von  0.18342  C.  G.  S.
Rostock.  Magnetische  Deklination.  In  jedem  Monate  des  Berichts-Jahres  wurden  durch  den  Direktor
der  Navigationsschule  und  Vorstand  der  Agentur,  Herrn  Dr.  Wiese,  an  einem  oder  zwei  und  mehr  Tagen,
zweimal  des  Tages,  um  die  Zeit  des  westlichen  Maximums  und  des  Minimums  Bestimmungen  dieses  Elements
gemacht.  Für  die  Mittel  der  Tageszeiten  ergaben  sich  die  beigeschriebenen  Werthe  der  magnetischen
Deklination  für  das  ganze  Jahr.
Das  Mittel  für  1888.54  ergiebt  sich  daraus  zu  11°27.'96  W.  für  ll h  22"’  a.  m.  und  wenn  man  auf  das
Mittel  des  Tages  mit  der  Kew-Periode  reduzirt  zu  11°24.'46W.
Die  Säkular-Aenderung  ergiebt  sich  daraus  zu  etwa  —8/5,  was  wohl  zu  gross  ist,  namentlich  wenn
mit  Barth  verglichen  (—4/9).
Dr.  Neumayer  führte  am  2.  Oktober  eine  Reihe  magnetischer  Beobachtungen  in  Rostock  aus  und  zwar
an  einer  Stelle,  die  erheblich  von  jener,  an  welcher  Dr.  Wiese  zu  beobachten  pflegt,  entfernt  liegt.  Die
Lokal-Störung,  die  man  an  jener  letzteren  Stelle  anzunehmen  geneigt  ist,  kann  in  der  ersten  Beobachtungs-Stelle
  jedenfalls  nicht  angenommen  werden.  Für  das  Mittel  des  Tages  ergab  sich  aus  den  Beobachtungen,
reduzirt  nach  der  Kew-Periode,  ein  Werth  von  ll°30.'o6W.,  dabei  wurde  das  von  Dr.  Wiese  bestimmte
Azimut  des  Kirchthurms  von  Kavelstorf  angenommen.
            
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