Elfter Jalires-Bericht der Direktion.
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1 Beobachtungsuhr mit Arretir-Vorrichtung von 0. Fick in Hamburg,
1 kleiner Azimut-Kompass von G. Hechelmann in Hamburg.
1 Taschen-Kompass mit Visir-Vorrichtung von demselben,
1 umlegbare Kompassrose von demselben,
1 Azimut-Kompass von Platli in Hamburg,
1 Azimut-Kompass mit Rose mit Seidenfäden von G. Hechelmatm in Hamburg.
Ferner wurde für die Agentur der Seewarte in Lübeck 1 Azimut-Kompass mit umlegbarer Rose und
1 Fluid-Kompass, beide von G. Hechelmann in Hamburg, beschafft.
Von der Beschaffung eines Apparates zur Prüfung der Aneroide ist oben schon die Rede gewesen.
Von 0. Ney in Berlin, Mechaniker, wurde ein selbstregistrirendes Hygrometer eingesandt, um aufseine
Brauchbarkeit untersucht zu werden. Die Untersuchung fand zu gleicher Zeit mit und in den Räumen,
welche zu den Untersuchungen über den Einfluss der Feuchtigkeit auf Chronometer gebraucht wurden, statt.
Ein umfassender Bericht über die mit dem Apparate gemachten Erfahrungen wurde von Abtheilung II aus
gearbeitet und dem Fabrikanten mit einigen Rathschlägen für Verbesserungen und Abänderungen des
Apparates zugesandt. Da, wo von den Chronometer-Untersuchungen die Rede sein wird, finden sich auch
einige Andeutungen über die mit diesem Apparate gemachten Erfahrungen. (Siehe Abschnitt X dieses Berichtes.)
Auf Anregung des Herrn Prof. R. Credner aus Greifswald wurden Seitens der Abtheil. II eingehende
Erhebungen über die au den deutschen Ostseeküsten im Mai des Berichts-Jahres beobachtete eigenthümliche
F'lutliwelle instituirt. Die Resultate dieser Erhebungen wurden Seitens der Abtheilung in einem umfassenden
Berichte niedergelegt, welchen Herrn Prof. Credner die Direktion zur Verwerthung in einer besonderen
Arbeit über das Phänomen zu übergeben sich gestattete. Unter dem Titel: „Ueber den „Seebär“ der west
lichen Ostsee am 16./17. Mai 1888“ ist seitdem eine Abhandlung darüber in dem III. Jahres - Bericht der
Geograph. Gesellschaft in Greifswald erschienen.
Die Zahl der bei der Abtheilung im Berichts-Jahre eingegangenen oder durch das Personal derselben
erledigten Sclmftstücke betrug 272 Nummern, gegen 250 des Vorjahres.
Bestimmung des Normalstandes des Barometers der Seewarte. Mit Beziehung auf diesen,
für die Arbeiten eines meteorologischen Institutes so überaus wichtigen Gegenstand ist zu Dem, was im
Jahres-Berichte X, 1887, auf Seite 29 gesagt worden ist, Nichts hinzuzufügen. Es mag daher nur noch
einmal die darauf Bezug habende Stelle hier wiedergegeben werden:
„Die Barometerstände der Stationen der Seewarte sind in allen Jahrgängen dieser
Publikation (1876 — 1885) um 0.46mm (abgerundet 0.5mm) zu hoch und müssen dement
sprechend um diesen Betrag erniedrigt werden. Die Anbringung der obigen Korrektion
in dieser Publikation wird erst mit dem Jahrgange 1886 erfolgen können, so dass also
erst von letzterem Jahrgange an die Barometerstände unverändert (ohne Anbringung
einer weiteren Korrektion) angenommen werden können.“
* *
In der Hauptagentur zu Bremerhaven wurde im Laufe des Berichts-Jahres an meteorologischen und
nautischen Instrumenten geprüft:
Barometer 54
Gewöhnliche Thermometer 191
Psychro-Thermometer 32
Aräometer 5
Sextanten und Oktanten 26
Schiffspositions-Laternen 18
Ueber die Thätigkeit der Hauptagentur auf dem Gebiete der Deviations-Bestimmung wird in dem
nächsten Paragraphen berichtet werden.
3. Die Anwendung der Lehre von Magnetismus in der Navigation,
a. Untersuchung von eisernen Schiffen in Bezug auf ihre Deviations-Verhältnisse.
Wie aus der Anlage zu diesem Paragraphen hervorgeht, sind an dem Zentral-Institute und an den Agenturen
68 Schiffe in Bezug auf ihre Deviations-Verhältnisse untersucht worden, und zwar:
Archiv 1888. 1.
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