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Volltext: 11, 1888

Pr. Yettin: Volumina der Luftströmungen etc. 
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In den Tabellen 49 —54 a—f. giebt jedesmal die erste Reihe die Volumina der Einströmungen in die 
8 Oktanten, die zweite Reihe die der Ausströmungen. 
Stellt man die Werthe dieser Reihen in ähnlicher Weise graphisch dar, so zeigt sowohl die obere 
Kurve der Einströmungen, wie die untere der Ausströmungen 2 Maxima, allermeist ein grösseres und ein 
kleineres. Die beiden grösseren der Ein- und Ausströmung entsprechen den Wendepunkten a und c, die 
beiden kleineren den Wendepunkten b und d der Differenzkurve (Fig. 37 und 38), welche ja in allen Oktanten 
die Summe der betreffenden Zahlen von den beiden oberen Reihen darstellt, erstere als negativ, letztere 
als positiv genommen. 
Die Richtung, in welcher diese Strömungen ein- oder austreten, ergicbt sich in jedem einzelnen Falle 
aus den betreffenden Werthen der Volumen-Tabellen, von denen hier, wie gesagt, nur die des Sommer- und 
Winterhalbjahres, aber nicht die des Jahresmittels mitgetheilt sind. Liegt z. B. das Minimum nach Nord 
(s. die vierte Spalte der Tab. 1), so wird die Richtung der radial (südlich) einströmenden Luft beeinflusst 
durch die Resultanten aus der auf der einen Seite von SE und E und auf der anderen Seite von SW und 
W her eintretenden Luft. Sind beide gleich, so wird die Richtung genau radial (südlich) bleiben Ist, wie 
hier in diesem Falle, die Resultante von SW und W grösser, als die von SE und E, so neigt sich die 
Richtung der einströmenden Luft nach SW hin. Ebenso würde die Richtung der ausströmenden Luft (N) 
genau diese sein, wenn die Resultante aus NW und W gleich der aus NE und E wäre. Da hier die erstere 
die grössere ist, neigt sich die Richtung der ausströmenden Luft nach NW. In derselben Weise neigt, wenn 
das Minimum nach NE gelegen (s. die fünfte Spalte in Tab. 1) die Richtung der radial einströmenden Luft 
(SW) nach W hin, weil die Komposante aus W und NW grösser ist, als die aus S und SE, die Richtung 
der radial ausströmenden Luft (NE) nach N, weil auch die Komposante von N und NW grösser ist, als die 
aus E und SE, und so kann man in allen übrigen Oktanten leicht aus den Tabellen erkennen, nach welcher 
Seite hin vom Radius die ein- oder ausströmenden Luftmassen abgelenkt werden. 
In den Figuren 1—36 geben die Pfeile an den Umkreisen allemal die Seite an, nach welcher hin die 
grösseren Komposanten liegen, nach ■welcher Seite hin also die Richtung der Ein- oder Ausströmung von 
der radialen aus gerechnet, hinneigt. Rein radiale Richtungen kommen fast nirgend vor. Bei den Minimis 
sind die Bezirke, in welchen normale zyklonische Einströmung, bei den Maximis die, wo normale anti- 
zyklonische Ausströmung vorherrscht, durch punktirte Zwischenlinien kenntlich gemacht. 
In die Oktanten der Minima und Maxima (Fig. 1—36) sind nun die in Tab. 49—54 angegebenen Diffe 
renzen (A), d. h. die Ueberschüsse der radial ein- resp. ausströmenden Luftvolumina eingeschrieben und 
zwar die der ausströmenden ausserhalb, die der einströmenden innerhalb der die Minima oder Maxima 
umgrenzenden Kreislinie. Nach den diese Werthe darstellenden Kurven (vgl. Fig. 37 und 38) sind dann die 
Stellen a und c (resp. a' und c') als Ein- und Austrittsstcllen der grössten Volumina westlicher, und b und cl 
(resp. V und d') als Ein- und Austrittsstellen der grössten Volumina östlicher Luft markirt und durch Kurven 
verbunden, deren Anfang und Endrichtung bestimmt ist durch die an den betreffenden Ein- und Austritts 
stellen vorherrschende Richtung der zentripetalen oder -fugalen Luftbewegung. Die Kurven sind durch aus 
gezogene Linien dargestellt; nur au den Stellen, wo sich der Ein- oder Austritt nicht aus den Zahlen, 
sondern allein aus den danach entworfenen Zeichnungen erkennen lässt, sind sie punktirt, z. B. in Fig. 11 d' 
auf der nordwestlichen Seite des Minimums entsprechend dem d! der Fig. 37, wo sich in diesem Falle die 
Einströmung nur durch hier besonders verminderte Ausströmung verräth. 
Die Richtungen der Luftbewegung sind überall durch Pfeile angedeutet. 
Die Bahnen, in denen die grösste Menge westlich ziehender Luft durch die Minima und Maxima 
fortbewegt wird, entsprechen im Ganzen denen, in welchen diese Strömungen am häufigsten wehen. Man 
erkennt dies, wenn man die Figuren 1—24 mit den Figuren 1—24 des letzten*) und die Figuren 25—36 
mit den Figuren 1—13 des ersten**) der beiden anfangs erwähnten Aufsätze vergleicht. 
Bei den Minimen liegen, wie dort, die Bahnen überall auf der Südseite, bei den Maximen auf der 
Nordseite, sowohl im Sommer- wie im Winterhalbjahr. Die Konvexität der Krümmung ist bei den Minimen 
*) „Meteorologische Zeitschrift“, Juni 1887. Taf. V. 
**) „Meteorologische Zeitschrift“, September 1S86. Taf. X. 
Archiv 1888. 5. 
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