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Full text: 11, 1888

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1888 No. 5 — 
Indem nun nach der Lambert’schen Formel die vorherrschenden Richtungen der Luftströmungen in 
den 8 Oktanten der 6 Schichten zunächst für’s Jahresmittel berechnet wurden, ergab sich, dass in den 
Minimen und Maximen durchaus nicht überall ausschliesslich zyklonale resp. antizyklonale Luftströmungen 
auftreten, sondern dass die grossen westlichen Luftströmungen der Pol-Aequator-Zirkulation in allen Schichten 
die Gebiete der Minima und Maxima durchwehen, dass während des Durchganges ein gegenseitiges Einwirken 
der zyklo- resp. antizyklonalen Luftbewegung und der westlichen Strömungen höherer Ordnung sich geltend 
macht. Zugleich zeigte sich, dass letztere in den höheren Regionen des Cirrus eine westsüdwestliche, in 
denen der Wölkchen etwa westliche, in der Wolkenregion schwach westnordwestliche und in der Region 
des unteren Gewölks fast nordwestliche Richtung haben. 
In einer weiteren Fortsetzung dieser Untersuchung führte ich die Rechnung durch für die wärmere 
und kältere Jahreshälfte und fand, dass diese grossen westlichen Strömungen im Laufe des Jahres, dem 
Kältepol folgend, eine Schwenkung hin und her vollführen der Art, dass sie im Sommerhalbjahr mehr süd 
westlich, im Winterhalbjahr mehr nordwestlich wehen, wobei immer die Richtungsverschiedenheit der oberen 
mehr südlichen gegen die unteren mehr nördlichen Strömungen bestehen bleibt. 
In dem Bisherigen war ausschliesslich nur die Richtung der Luftbewegung in Betracht gezogen und 
die den erwähnten Ergebnissen zu Grunde liegenden Tabellen enthalten dementsprechend nur eine statistische 
Zusammenstellung der morgens in jedem Oktanten der Depressionen und Maxima beobachteten Strömungs 
richtungen. Die Summe aber der im Laufe jeder Jahreshälfte gemachten Beobachtungen einer Strömung 
repräsentirt zugleich die Zeit (T), während welcher diese Strömung in dem betreffenden Oktanten wehte. 
Setzt man nun bei jeder Beobachtung die gemessene Geschwindigkeit ein, so repräsentirt die Summe der 
Geschwindigkeiten einer jeden Strömung die Summe von Kubikfussen Luft, die während jener Zeit (T) durch 
einen Querschnitt von 1 Quadratfuss Grösse hindurchgegangen und entspricht dem Volumen oder der durch 
jene Strömung fortbewegten Luftmasse (V). Man ist also hierdurch in den Stand gesetzt, auch die relativen 
Grössen der Luft-Volumina zu bestimmen, welche in den angegebenen 6 Höhenregionen in die verschiedenen 
Oktanten- der Minima und Maxima eintreten resp. aus denselben herausgelangen. 
Den Inhalt des Folgenden bilden nun die Ergebnisse einer hierauf bezüglichen Untersuchung, Beschreibung 
des Weges, auf dem sie gewonnen sind, sowie einiger Experimente, die mir zur Erklärung oder Veranschau 
lichung mancher der beobachteten Thatsachen wichtig schienen. 
Während zu der früheren Untersuchung auch solche Beobachtungen aufgenommen werden konnten, wo 
nur die Richtung, aber nicht die Geschwindigkeit bestimmt war, durften bei der jetzigen Untersuchung nur 
solche benutzt werden, wo beides bestimmt war. Dort standen 1025 Bestimmungen für’s Minimum, 1057 
für’s Maximum zur Verfügung, hier dagegen nur 978, also 47 weniger für’s Minimum und 1040, also 17 
weniger für’s Maximum. Obwohl der Unterschied nur gering ist, zog ich es vor, nach Art der früheren 
eine neue Auszählung vorzunehmen, wo dann bei jeder Richtung auch die Geschwindigkeit notirt wurde. 
Die folgenden Tabellen 1—24 enthalten die gefundenen Summen der Geschwindigkeiten (U) für jede 
der Strömungsrichtungen, wie sie in der Windregion*) und den 5 Wolkenregionen eines jeden Oktanten 
während der wärmeren (Juni—November) und kälteren Jahreshälfte (Dezember—Mai) zur Beobachtung ge 
kommen. 
Die Tabellen 1 — 12 enthalten die das Minimum betreffenden Beobachtungen und zwar Tabelle 1—6 
die des Sommerhalbjahres, Tabelle 7—12 die des Winterhalbjahres. 
Die Tabellen 18—24 gehören dem Maximum an, 18—18 gehen die Beobachtungen während des Sommer-, 
19—24 diejenigen während des Winterhalbjahres. 
Die erste Spalte enthält die Volumina der durch jede der 8 Strömungen (SE, S, SW etc.) fortbewegten 
Luft, wie sie bei nach SW T hin gelegenem Minimum oder Maximum beobachtet sind. Die zweite Spalte 
enthält die Volumina bei nach Westen hin gelegenem Minimum oder Maximum u. s. w. In den unteren 
Reihen stehen die Summen der Volumina (V) und darunter die Summe der Zeiten (T). Die Quotienten 
V/T in jedem Oktanten würden also die mittlere Geschwindigkeit aller Strömungen, welche in demselben 
geweht haben, angeben. 
*) Die Windgeschwindigkeit ist nach den Angaben der Met. Station in Berlin bestimmt, und zwar der Art, dass die 
Windstärke 0 = 0.8, die Windstärken 1, 2, 3, 4, 5 bez. = 1.3, 17.5, 28.5, 44.5 72 Fuss pro Sekunde Geschwindigkeit gesetzt 
wurden. (Vgl. Mohn Met. 1875, S. 121). Die Windstärke 6 kam nicht vor.
	        
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