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Der Himmel war während dieser Beobachtungen heiter, bis auf isolirte Cirrus Wölkchen, deren eines
während des Versuchs No. II vor die Sonne trat, so dass deren Schein während dieses und z. Th. noch
während des folgenden Versuchs nur matt war. Der Wind war sehr schwach.
Die Zahlen der Rubriken (4), (5), (7) und (8) wurden an Thermometern dreierlei Art gewonnen, deren
Kugeln ohne jede Beschirmung den Sonnenstrahlen (aber auch dem Luitzuge) ausgesetzt waren; jene der
Rubrik (4) beziehen sich auf das eine der beiden feinen — genau gleichen — Thermometer des Aspirations-
Psychrometers, welches zu diesem Zweck aus seinem Rohr herausgenommen war. Die Rubriken (2), (3),
(6) und (9) beziehen sich auf Thermometer in metallenen Beschirmungen verschiedener Art; die Sonnen
strahlen trafen hier die Beschirmung, aber nicht das Thermometer. Die Rubrik (3) ist dazu bestimmt,
uns über den Einfluss zu belehren, welchen ein enges (vernickeltes und polirtes) Metallrohr hat, welches
das kleine zylindrische Thermometergefäss umgiebt, so lange keine Aspiration ausgeübt wird; man sieht,
dass der Strahlungsfehler in diesem Falle viel grösser ist, als beim freien Thermometer; dagegen sinkt bei
künstlicher Aspiration dieser Einfluss, wie Assmann gezeigt hat, beinahe auf Null. Dementsprechend war
in den wenigen Versuchen, welche wir an diesem Tage mit Aspiration ausführten, der Stand dieses Instru
ments noch um durchschnittlich 0.5° niedriger, als jener des unbeschützten Thermometers im Schatten des
Pfeilers, dessen Kugel sich nur m über der erhitzten Bretterdiele der Plattform befand und von dieser
bestrahlt wurde. Ich bedaure, dass der Mangel an Zeit nicht gestattet hat, diese Differenz genauer zu
untersuchen. Im Versuch No. VI war über das Rohr des Aspirations-Thermometers die äussere, ebenfalls
vernickelte Kapsel desselben gestülpt, wie dies Dr. Assmann für Regenwetter empfiehlt. Beider herrschen
den Neigung, die Thermometer in mehrfache Beschirmungen einzuhüllen, könnte man nämlich glauben, dass
diese Beschattung des Rohres den Einfluss der Strahlung verringern werde; aber der Versuch zeigte, dass
nun selbst bei Aspiration viel zu hohe Werthe erhalten wurden; zu diesem ungünstigen Resultat wirkt
vielleicht der Umstand mit, dass diese äussere Kapsel nach unten erheblich über das Rohr hinausragte,
und daher schon erwärmte Luft eingesogen werden konnte.
Setze ich als wahre Temperatur der Luft bei den Versuchen theils die Angaben des aspirirten Ther
mometers ohne Korrektion, theils jene des Thermometers im Pfeilerschatten mit —0.5° C. Korrektion, so
erhalte ich folgende Tabelle, in welcher die Rubriken, ausser durch die obigen Nummern, durch diejenige
Rubrik der Hamburger Versuche bezeichnet ist, welche ihr gleich oder sehr nahe ist.
Abweichungen von t a
Berliner Rubrik
II f .
...:. (3)
(4)
(5)
(6)
(7)
(8)
0) '
Hamburger ••
,§ 3 .
—
bi
bi
g\ mod.
*1
gi mod.
No. I
25.1
+2.6
+ 1.2
—
+ 0.9
—
—
—
„ II
25.1
+2.0
+ 1.0
—
+0.6
+ 0.5
—
„ HI
25.5
(+1-7)
+0.9
—
+ 0.6
(+0.2)
—
—
„ IV
26.5
(+2.9)
+0.8
(+1.6)
+0.7
(+0.6)
—
—
„ V
26.7
(+2.4)
*4-1.3
+ 1.6
+0.9
—
+0.7
+ 1.0
„ VI
26.9
(+4.6)*)
—
+ 1.7
+0.9
—
+ 0.9
+ 1.0
*) In doppelter Nickelhülse.
Setzen wir, wie früher, die Abweichung des Quecksilber-Thermometers mit kleiner Kugel (& 2 ) — 1 und
ergänzen wir diese Rubrik im Versuch VI durch den wahrscheinlichen Werth +1.2°, so stellen sich die
mittleren Werthe für den Strahlungsfehler der übrigen Thermometer resp. Aufstellungen, aus den jeweils
gleichzeitigen Beobachtungen berechnet, so:
J!L
in Berlin gefunden 2.32
in Hamburg gefunden —
(4) = b 2 (5) = bi (6) = (ji
1.00 1.49 mod. 0.74
1.00 1.31 fft 1.56
(7) ®==_i; (9) = <Jt
0.48 0.64 mod. 0.80
1.11 ffi 1.89
Die Rubrik Ö4, welche an einem Fuess’schen Stationsthermometer ganz derselben Art gewonnen wurde,
wie die entsprechende Rubrik der Hamburger Versuche, zeigt, dass auch die in der Rubrik ö 2 angewandten
Thermometer thatsächlich in beiden Versuchsreihen annähernd dieselben Strahlungsfehler hatten, und dass
also die Abweichungen in den übrigen Rubriken an Differenzen in diesen letzteren ihren Grund hatten.