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Full text: 10, 1887

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:,*726 
Der Himmel war während dieser Beobachtungen heiter, bis auf isolirte Cirrus Wölkchen, deren eines 
während des Versuchs No. II vor die Sonne trat, so dass deren Schein während dieses und z. Th. noch 
während des folgenden Versuchs nur matt war. Der Wind war sehr schwach. 
Die Zahlen der Rubriken (4), (5), (7) und (8) wurden an Thermometern dreierlei Art gewonnen, deren 
Kugeln ohne jede Beschirmung den Sonnenstrahlen (aber auch dem Luitzuge) ausgesetzt waren; jene der 
Rubrik (4) beziehen sich auf das eine der beiden feinen — genau gleichen — Thermometer des Aspirations- 
Psychrometers, welches zu diesem Zweck aus seinem Rohr herausgenommen war. Die Rubriken (2), (3), 
(6) und (9) beziehen sich auf Thermometer in metallenen Beschirmungen verschiedener Art; die Sonnen 
strahlen trafen hier die Beschirmung, aber nicht das Thermometer. Die Rubrik (3) ist dazu bestimmt, 
uns über den Einfluss zu belehren, welchen ein enges (vernickeltes und polirtes) Metallrohr hat, welches 
das kleine zylindrische Thermometergefäss umgiebt, so lange keine Aspiration ausgeübt wird; man sieht, 
dass der Strahlungsfehler in diesem Falle viel grösser ist, als beim freien Thermometer; dagegen sinkt bei 
künstlicher Aspiration dieser Einfluss, wie Assmann gezeigt hat, beinahe auf Null. Dementsprechend war 
in den wenigen Versuchen, welche wir an diesem Tage mit Aspiration ausführten, der Stand dieses Instru 
ments noch um durchschnittlich 0.5° niedriger, als jener des unbeschützten Thermometers im Schatten des 
Pfeilers, dessen Kugel sich nur m über der erhitzten Bretterdiele der Plattform befand und von dieser 
bestrahlt wurde. Ich bedaure, dass der Mangel an Zeit nicht gestattet hat, diese Differenz genauer zu 
untersuchen. Im Versuch No. VI war über das Rohr des Aspirations-Thermometers die äussere, ebenfalls 
vernickelte Kapsel desselben gestülpt, wie dies Dr. Assmann für Regenwetter empfiehlt. Beider herrschen 
den Neigung, die Thermometer in mehrfache Beschirmungen einzuhüllen, könnte man nämlich glauben, dass 
diese Beschattung des Rohres den Einfluss der Strahlung verringern werde; aber der Versuch zeigte, dass 
nun selbst bei Aspiration viel zu hohe Werthe erhalten wurden; zu diesem ungünstigen Resultat wirkt 
vielleicht der Umstand mit, dass diese äussere Kapsel nach unten erheblich über das Rohr hinausragte, 
und daher schon erwärmte Luft eingesogen werden konnte. 
Setze ich als wahre Temperatur der Luft bei den Versuchen theils die Angaben des aspirirten Ther 
mometers ohne Korrektion, theils jene des Thermometers im Pfeilerschatten mit —0.5° C. Korrektion, so 
erhalte ich folgende Tabelle, in welcher die Rubriken, ausser durch die obigen Nummern, durch diejenige 
Rubrik der Hamburger Versuche bezeichnet ist, welche ihr gleich oder sehr nahe ist. 
Abweichungen von t a 
Berliner Rubrik 
II f . 
...:. (3) 
(4) 
(5) 
(6) 
(7) 
(8) 
0) ' 
Hamburger •• 
,§ 3 . 
— 
bi 
bi 
g\ mod. 
*1 
gi mod. 
No. I 
25.1 
+2.6 
+ 1.2 
— 
+ 0.9 
— 
— 
— 
„ II 
25.1 
+2.0 
+ 1.0 
— 
+0.6 
+ 0.5 
— 
„ HI 
25.5 
(+1-7) 
+0.9 
— 
+ 0.6 
(+0.2) 
— 
— 
„ IV 
26.5 
(+2.9) 
+0.8 
(+1.6) 
+0.7 
(+0.6) 
— 
— 
„ V 
26.7 
(+2.4) 
*4-1.3 
+ 1.6 
+0.9 
— 
+0.7 
+ 1.0 
„ VI 
26.9 
(+4.6)*) 
— 
+ 1.7 
+0.9 
— 
+ 0.9 
+ 1.0 
*) In doppelter Nickelhülse. 
Setzen wir, wie früher, die Abweichung des Quecksilber-Thermometers mit kleiner Kugel (& 2 ) — 1 und 
ergänzen wir diese Rubrik im Versuch VI durch den wahrscheinlichen Werth +1.2°, so stellen sich die 
mittleren Werthe für den Strahlungsfehler der übrigen Thermometer resp. Aufstellungen, aus den jeweils 
gleichzeitigen Beobachtungen berechnet, so: 
J!L 
in Berlin gefunden 2.32 
in Hamburg gefunden — 
(4) = b 2 (5) = bi (6) = (ji 
1.00 1.49 mod. 0.74 
1.00 1.31 fft 1.56 
(7) ®==_i; (9) = <Jt 
0.48 0.64 mod. 0.80 
1.11 ffi 1.89 
Die Rubrik Ö4, welche an einem Fuess’schen Stationsthermometer ganz derselben Art gewonnen wurde, 
wie die entsprechende Rubrik der Hamburger Versuche, zeigt, dass auch die in der Rubrik ö 2 angewandten 
Thermometer thatsächlich in beiden Versuchsreihen annähernd dieselben Strahlungsfehler hatten, und dass 
also die Abweichungen in den übrigen Rubriken an Differenzen in diesen letzteren ihren Grund hatten.
	        
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