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Full text: 10, 1887

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unbeschirmten Thermometer (b) von der Lufttemperatur = 1 setzen, folgende Relativzahlen für diese Ab 
weichungen resp. Strahlungsfehler: 
2. Hg 
3. Hg 
4. Hg 
5. Hg grosses 
1. 
Alkohol- 
Stab- 
Cylinder- 
Stations- 
Thermometer 
di 
ei ffi 
ff2 
/3 ffs 
ff* 
dt et gt 
1.12 
1.16 1.80 
1.60 
0.94 1.26 
0.98 1.09 
1.42 
0.81 0.78 1.15 
Im grossen Gehäuse (g) zeigten also alle Thermometer sich durch die Strahlung stärker von der 
wirklichen Temperatur der umgebenden Luft abgelenkt, als wenn sie daneben (auf dessen Luvseite) frei der 
selben Sonnenstrahlung ausgesetzt waren. Das grosse Gehäuse vermehrt also die Strahlungs 
fehler aller Thermometer, am wenigsten diejenigen grosser Quecksilber-Thermometer. Die kleinen 
Gehäuse d und e erniedrigten hingegen den Strahlungsfehler bei den grossen Quecksilber-Thermometern in 
sehr ausgesprochener Weise, während sie ihn bei den Stations-Thermometern fast unverändert liessen; 
einen etwas grösseren, aber immer noch sehr geringen Vortheil scheint bei Thermometern dieser Art das 
doppelwandige kleine Gehäuse zu bieten, wenn es unten ganz offen ist und das Thermometergefäss in der 
Ebene des untern Randes liegt. Dagegen wirken auf das Alkohol-Thermometer alle Gehäuse in dem Sinne, 
dass sie die Strahlungsfehler verstärken. 
Dieses Verhalten der Alkohol-Thermometer dürfte auf die grössere Absorption der dunklen Wärme 
strahlen gegenüber den stärker brechbaren zurückzuführen sein, in Folge deren ein Schirm, welcher die 
leuchtenden Wärmestrahlen nur theilweise zurückwirft, theilweise aber in dunkle verwandelt, die Luftzirkulation 
aber unter allen Umständen schwächt, hier viel ungünstiger wirken muss, als beim Quecksilber-Thermometer. 
Zur weiteren Zergliederung der gewonnenen Resultate müssen wir einige wenige theoretische Be 
trachtungen hier einschieben. Der stationäre Temperaturzustand, welchen das Thermometer annimmt, wenn 
es, wie in der Luft stets der Fall, sowohl durch Konvektion und Leitung mit der es umgebenden Luft 
seine Temperatur auszugleichen strebt, als durch Strahlung Wärme zugeführt erhält und solche ausgiebt, 
lässt sich, da der erstere Wärmeaustausch der Temperatur-Differenz zwischen dem Thermometer und der 
es umspülenden Luft proportional ist, ausdrücken durch den Bruch: 
, , w—w' 
worin t die Temperatur des Thermometers und t a jene der dasselbe umgebenden Luft ist, w die in der 
Zeiteinheit durch Strahlung zugeführte, w' die in derselben ausgestrahlte Wärmemenge, endlich k die 
Konstante ist, welche die in der Zeiteinheit bei einem Temperatur-Unterschied von t—t a = 1° durch 
Leitung und Massenbewegung zwischen dem Thermometer und der Luft ausgetauschte Wärmemenge be 
deutet, also namentlich mit der Stärke der Ventilation wächst. Wir sehen hieraus, dass die Grösse t—t a , 
welche wir, um einen einfachen Ausdruck für den richtigen Begriff zu haben, mit der Bezeichnung 
„Strahlungsfehler“ belegt haben, sehr wohl wachsen kann, auch wenn der die Strahlung ausdrückende 
Zähler des Bruches verringert wird; im Falle nämlich gleichzeitig, wie es offenbar oft der Fall ist, der 
Nenner desselben durch die Verringerung der Luftbewegung um die Thermometerkugel in noch höherem 
Grade verringert wird.*) 
Uusere soeben vorgeführten Versuche zeigen nun, dass im Allgemeinen im Bestreben, den Zähler 
jenes Bruches durch Einführung von Schirmen zu verkleinern, der Nenner in demselben oder noch höherem 
Grade betroffen worden ist, so dass die grossen kostspieligen Gehäuse überraschender Weise den Quotienten, 
d. i. den Strahlungsfehler, nicht verringern, sondern sogar, verglichen mit der ganz schutzlosen Aufstellung 
derselben Thermometer, noch vergrössern. Wir haben, soweit es sich um Metallschirme und um Quecksilber- 
Thermometer mit dünnen Glashüllen handelt, keine Ursache, die in der Sonnenstrahlung gewonnenen 
Resultate nicht auch auf jede andere Art von Strahlung anzuwenclen; nur dass im gewöhnlich zur Auf- 
*) Ich sehe hierbei ab von der Abweichung der Temperatur der Luft im Gehäuse von derjenigen in der Umgebung 
desselben, welche mit diesen Strahlungsfehlern häufig Hand in Hand geht, da die durch Strahlung beeinflusste Temperatur 
der Gehäusewände sieh mehr oder weniger der Luft darin mittheilt. — Da n und rv' entgegengesetzten periodischen Schwank 
ungen unterliegen, so ist eine dauernde Verkleinerung des Zählers»— n' im Allgemeinen nur möglich durch Verringerung 
beider, nicht durch deren Aequilibrirung.
	        
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