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und von Sprung (Met. Z. 1888, Seite 25), wonach schon dünne Ueberzüge aus einem diathermanen Stoff
bei Metallschirmen sehr ungünstig wirken. Da der Gegenstand durch Herrn Dr. Assmann einem sehr
eingehenden Studium unterzogen wurde in derselben Zeit, so habe ich ihn nicht weiter verfolgt.
b) Versuche auf dem Reservoir hei der Seewarte, hei klarem Himmel, vom 20. August bis zum
8. September 1886. Die Reihe von ungewöhnlich heiteren und heissen Tagen vom 20. August 1886 an
benutzte ich zu einer systematischen auf die Beantwortung bestimmter Fragen eingerichteten Versuchsreihe
über den Einfluss der Strahlung auf Thermometer verschiedener Art und in verschiedenen Beschirmungen.
Diese Versuche wurden mit wenigen Ausnahmen bei hochstehender und hellscheinender Sonne ausgeführt.
Soweit es sich um Bestrahlung von berussten oder Metall-Oberflächen handelt, können die Resultate wahr
scheinlich direkt auch auf die dunkle Wärmestrahlung übertragen werden und ist die Beobachtung der
Sonnenstrahlung sowohl wegen deren grösserer Intensität, als wegen der leichteren Ausführung der Beob
achtung, jener der nächtlichen Ausstrahlung weit vorzuziehen. Ist der strahlende Stoff ein anderer — Holz,
Alkohol etc. — oder sind jene Oberflächen von Glashüllen umgeben, wie beim gewöhnlichen Quecksilber-
Thermometer und noch mehr dem Vakuum-Thermometer mit geschwärzter Kugel, so ist freilich das Ver
halten gegen Strahlung, je nach deren Natur resp. Wellenlänge, sehr verschieden; auch über diesen Punkt
sind bei diesen Versuchen einige interessante Thatsachen gewonnen.
Zu den Versuchen wurden Thermometerpaare von möglichst gleichartiger Beschaffenheit verwendet,
von denen durch Vorversuche erwiesen war, dass sie in der Sonne nebeneinander hängend nahe dieselbe
Temperatur annahmen, also ungefähr dasselbe relative Verhalten gegen Strahlung und Leitung zeigten —
abgesehen von den Skalenfehlern — welche selbstverständlich überall festgestellt und eliminirt wurden. Die
kleinen Differenzen, welche sich in dieser Hinsicht hie und da zeigten, glaubte ich nicht weiter berücksich
tigen zu sollen, da die Anbringung von Korrektionen zu unsicher gewesen wäre; durch öfteren Austausch
der Thermometer jedes Paares habe ich gesucht, systematische Fehler aus dieser Quelle in den Endresul
taten zu vermeiden; ein Theil der Unterschiede in den Ergebnissen der einzelnen Versuchsreihen mag aus
derselben stammen. Durch wechselnde Aufstellung dieser gleichartigen Thermometer, sowie Anbrin
gung verschiedener Thermometer in gleicher Aufstellung konnten die Einflüsse der Beschaffenheit
des Thermometers und seiner Aufstellung in mehr systematischer Weise getrennt werden als dies bisher
geschehen ist.
Die angewandten Thermometer und Aufstellungen waren die folgenden, mit den Zeichen, durch welche
wir die angewandte Kombination im Weiteren kennzeichnen wollen.
1. Alkohol-Stäbthermometer von Fuess, mit farblosem Alkohol, zylindrisches Gefäss, 83 mm lang,
6 mm breit, der Emailstreifen hinter der Skala (verdünnt) bis auf das Gefäss herabgehend.
2. Quecksilber-Stabthermometer von Fuess, Bodien und Rung, Gefäss zylindrisch, 20—25mm lang
und 3.3—4.B mm breit.
3. Quecksilber-Einschluss-Thermometer, Gefäss zylindrisch, 35 mm lang, 5 */2 mm breit, Papierskala;
von Bodien in Hamburg.
4. Quecksilber-Thermometer von Fuess, Patentkonstruktion, Modell der an deutschen Stationen
I. und II. Ordnung üblichen Beobachtungsthermometer, Gefäss kugelig resp. breitbirnförmig, 8 1 / 2 mm im
Durchmesser, mit Glastropfen am unteren Ende.
5. Grosse Quecksilber - Einschluss-Thermometer, birn- resp. herzförmiges Gefäss von 16 mm Breite
und etwa 20 mm Länge, den Glastropfen am Ende nicht gerechnet.
6. Schwarzkugel-Thermometer im Vakuum, von Casella, gewöhnliches Modell. Leider stand nur
ein solches Thermometer zur Verfügung, doch waren die Versuche damit immerhin lehrreich zur Klärung
einiger prinzipieller Punkte.
Die verschiedenen Aufstellungsarten waren folgende:
a. Im Schatten des Backstein-Tkürmchens am SE-Rande des Reservoirs (vgl. den Plan in der Beschrei
bung der Seew r arte, Taf. 2, im Archiv für 1884). Die mit Erde bedeckte und begraste Oberfläche des
Reservoirs, welche l 1 ^—2 m über das umgebende Erdreich emporragt, bildet den höchsten Punkt des Stint-
fangliügels und ist, wie der Plan zeigt, von einem doppelten Kranz von Bäumen und Gebüsch umgeben, so
dass das erwähnte Thürmchen nach NE direkt an eine grössere Baumgruppe stösst. An diesem Ort ergaben
Thermometer der Formen 2, 3 und 4 in einer Entfernung von IV2 bis 2 m von der Mauer nahezu identische
Angaben, einerlei ob sie in einem der kleinen Gehäuse (ohne Boden) oder frei vertikal hängend, und ob