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Full text: 10, 1887

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noch viel zu hohe Temperaturen. Es ergab sich im Durchschnitt von 10 Ablesungen am 9. Mai (ll h —12’ 1 a ), 
von 20 Ablesungen am 20. August (12 1 /*—IV2 p ), von 7 Ablesungen am 29. August (12—2^) und von 8 Ab 
lesungen am 30. August (9'/4—10“): 
Zeit 
Umstände 
Oben in der 
Wölbung 
20 cm tiefer 
50 cm tiefer 
frei in der 
Sonne 
Lufttemp. 
im Schatten 
zo [ 12V4-12V 
ohne Putter 
18.4 
— 
16.5 
16.4 
15.0 
l h 12—20 
weiss gefüttert — 
17.5 
16.8 
16.8 
15.4 
S. ( l h 22—36 
ohne Futter 
— 
17.7 
16.8 
16.8 
15.5 
20. August \ 
i 
22.0 
— 
23.4 
21.1 
29. „ l 
neu 
1 _ 
26.9 
— 
27.9 
25.3 
30. „ 1 
gefüttert 
| 25.8 
— 
25.3 
26.1 
24.6 
Am 9. Mai zeigte demnach das unter dem Schirm hängende Thermometer sogar höher, als ein gleiches 
frei in der Sonne hängendes; an den drei Augusttagen, wo ein anderer Schirm verwendet wurde, zeigte 
das Thermometer unter dem Schirm zwar niedriger, aber immerhin noch erheblich zu hoch. Alle Ablesungen 
unter dem Schirm wurden mit den mittelgrossen Thermometern der Sorte 3, vergl. folgende Seite, gemacht. 
Am 20. August wurde auch ein Thermometer mit kleiner Kugel (Sorte 2) in der Sonne zugleich beobachtet, 
dasselbe zeigte im Durchschnitt 22.6, die Wirkung durch Schutz des Schirms betrug also hier mehr, als 
jener durch die Kleinheit der Kugel. 
Aehnliche Resultate ergaben sich, wenn das Thermometer sowohl unter dem Schirm als in der Sonne 
geschleudert wurde. Der Schirm war dabei so eingerichtet, wie in der zweiten dieser Abhandlungen beschrieben 
werden wird, mit einer unter der Wölbung ausgespannten zweiten Decke und 60 cm Entfernung zwischen 
der Wölbung und dem Thermometer. Am 30. August 1886 stellte sich auf dem Reservoir bei der Seewarte, 
im Mittel von 5 Vergleichen zwischen 2 h 50 m und 3 11 36'", das Stabthermometer unter dem Schirm geschleudert 
auf 28.1, in der Sonne geschleudert auf 28.4, im Schatten des Thürmchens, geschleudert sowohl als fest, auf 
27.6, während das Thermometer in der Hütte*) 28.5 zeigte. 
Um zu entscheiden, ob helle oder dunkle Zeug-Schirme besseren Schutz gegen Wärmestrahlung ge 
währen, wurde eine Anzahl ähnlicher, aber verschiedenfarbiger, seidener Sonnenschirme im Zimmer geprüft, 
indem sie nebeneinander im Sonnenschein auf einem Tisch ausgespannt wurden. Die Thermometer unter 
den dunklen ergaben niedrigere Temperaturen, als unter den hellen. Die diffuse Reflexion nach unten 
bei den letzteren überwindet also die günstige Wirkung der Reflexion an der Oberfläche, was man nicht 
von vorn herein Voraussagen konnte. 
Endlich muss noch eines Versuchs Erwähnung gethan werden, der durch die Korrespondenz mit 
Herrn Dr. Assmann zur Zeit veranlasst wurde, als er mit der Konstruktion seines Aspirations-Thermometers 
beschäftigt war. Zwei ineinander geschobene Glasröhren von 26 cm Länge, deren innere 18 mm weit ist, 
wurden an ihrer einander zugekehrten Seiten versilbert bis auf einen Streifen, der zum Ablesen des Thermo 
meters frei blieb, und die Ränder mit Siegellack verkittet. Es war so ein innen und aussen spiegelndes 
Rohr gebildet, welches vor der Luft durch eine beiderseits je 0.7 mm starke Glasschicht geschützt war und 
dadurch gute Gewähr für Unveränderlichkeit bot, ohne eine bedeutende Masse darzustellen. In diesem 
Rohr wurde ein Stabthermometer befestigt, so dass sein Gefäss nahe dem einen Ausgang sich befand; auf 
das andere Ende wurde ein Kautschukschlauch gesteckt, der zu einem Wasseraspirator führte. Der Stand 
des Thermometers, wenn das Instrument in die Sonne gebracht wurde, erwies sich indessen am 15. Juli 1886 
trotz der Aspiration viel zu hoch, 0.3° C. höher, als selbst der Stand eines ähnlichen Stabthermometers, 
das gleichzeitig frei in der Sonne geschleudert wurde, welches doch schon 0.6° über der Temperatur im 
Schatten war. Dieses ungünstige Ergebniss mag zwar z. Th. der Unvollkommenheit des angewandten 
Aspirators zuzuschreiben sein. Doch konnte es nicht zur weiteren Verfolgung des Weges ermuthigen, und 
in der That hat auch Herr Dr. Assmann eine ähnliche Konstruktion geprüft und als ungünstig verworfen. 
Es entspricht diese Erfahrung ganz dem neueren Resultat von Sch ein er (Zeitsclir. für Instrumentenkunde 1887) 
*) Siehe „Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, Jahrg. VI, N0. 3, Seite 7 u. ff. sowie Jahrg. VII, N0. 2, Taf. 26; 
im folgenden mit ¡1 bezeichnet.
	        
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