Teil В - Technische Anleitung zur Untersuchung der Schutzgüter
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Methode
(Fortsetzung)
Für alle Messpositionen ist über den gesamten Messzeitraum derselbe Geräte
standard (derzeit: C-POD, chelonia.co.uk) anzuwenden, um die Vergleichbarkeit der
Daten zu gewährleisten.
Kalibrierung:
• Die PODs sind vor, alle 2 Jahre während und nach ihrer Ausbringung zu kalibrieren,
um die Datengüte zu gewährleisten. Die Kalibherungsergebnisse der PODs müssen
in der Datenauswertung berücksichtigt werden (s. Wahl et al. 2013).
POD-Station:
• Um Datenverluste zu minimieren, sind in einer POD-Station 3 Einzel-PODs auszu
legen (s. Abb. 11, S. 66). Abhängig von der Wassertiefe sind die Messgeräte einer
POD-Station in folgenden Höhen über Grund zu verankern. Grundsätzlich sind alle
Geräte über den gesamten Messzeitraum in derselben Wassertiefe auszubhngen:
Tiefenzone 0-20 m: 3 PODs auf mittlere Wassertiefe
Tiefenzone > 20 m: 2 PODs auf 7-10 m und 1 POD auf mittlere Wassertiefe
Einzel-PODs:
• Die Geräte werden in mittlerer Wassertiefe verankert. Die Ausbringung der statio
nären Einzel-PODs während der Bauphase erfolgt in geeigneten Distanzklassen
zum Baufeld in Abhängigkeit des bei den Baumaßnahmen emittierten Unterwasser
schalls. Die mobilen Einzel-PODs werden in 750 m und 1 500 m zum jeweiligen Er-
hchtungsort ausgebracht (Details werden im jeweiligen Untersuchungsrahmen fest
gelegt).
• Der kontinuierliche Messeinsatz der PODs ist zu gewährleisten. Die Intervalle zum
Auslesen der Daten sollen 2 Monate nicht überschreiten.
Einstellungen (Settings):
• Bei den PODs sind grundsätzlich die Default Settings beizubehalten (Ausnahme
mobile PODs in 750 m und 1 500 m).
Datenauswertung:
• Die Auswertung und statistische Analyse der erhobenen POD-Daten erfolgt gemäß
Verfahrensanweisung s. S. 66.
• Alle erhobenen Daten müssen grundsätzlich mit derselben Software-Version von
cpod.exe prozessiert werden. Wird die Software-Version gewechselt, so muss
sichergestellt sein, dass alle Daten mit demselben Classifier (z. B. mit dem KERNO-
Classifier) prozessiert wurden. Die jeweilige Software-Version ist anzugeben und
ggf. in die Statistik mit einzubeziehen.
• Zur Auswertung dürfen nur Schweinswallaute der zwei höchsten Qualitätsklassen
(„high“ und „moderate“) verwendet werden.
• Die Habitatnutzung (Aufenthaltshäufigkeit und -dauer) wird anhand schweinswalpo
sitiver Tage, Stunden, 10 Minuten und Minuten (= Tage/Stunden/10 Minuten/Minu
ten mit registrierten Schweinswallauten) ausgewertet.
• Während der schallintensiven Bauaktivitäten ist der Parameter Wartezeit (Waiting
time) zu ermitteln.
• In der Ostsee können östlich der Darßer Schwelle die Auswertungen mit dem Hell-
Classifier durchgeführt werden. Eine stichprobenartige, visuelle Durchsicht der
Daten in Hinblick auf die Zuverlässigkeit der Klassifikationen ist durchzuführen und
zu dokumentieren (s. Gallus et al. 2012).
Darstellung
der Ergeb
nisse
• Einzeldarstellung der Habitatnutzung (z. B. Tagesrhythmik (ppm/Stunde)) und der
saisonalen Nutzung (ppl Om/Tag) für jede POD-Station und jede POD-Einzelposition
sowie im räumlichen und zeitlichen Vergleich der Positionen untereinander. Wäh
rend der Basisaufnahme ist auf die Darstellung der Tagesrhythmik zu verzichten.
• Darstellung der Waiting time während der schallintensiven Bauarbeiten.
• Die Ergebnisse der Flug- und Schiffstransekt-Untersuchung (s. Tab. 4.1) sind einzu
beziehen.
• Die Ergebnisse aus der Schalluntersuchung (s. Tab. 4.3) sind einzubeziehen.
Literatur
Brandt et al. (2013), Brandt et al. (2011), Carstensen et al. (2006), Dähne et al. (2013),
Diedehchs et al. (2010), Scheidat et al. (2011), Teilmann & Carstensen (2012),
Tougaard et al. (2009), Verfuß et al. (2007), Wahl et al. (2013).