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Volltext : 10, 1887

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schlag  nicht  dem  Abstande  der  Wendekreise  vom  Aequator  gleichkommen,  weil  die  Luft  am  Aequator  im
Mittel  durchwärmter  ist,  und  am  Wendekreise  die  Sonne  doch  nur  für  kurze  Zeit  die  Erdoberfläche  senkrecht ­
  trifft  und  weil  ferner  in  höheren  Breiten  die  Temperatur  durch  den  Luftaustausch  aus  benachbarten
kälteren  Gegenden  eine  Temperatur-Verminderung  erfährt.  Während  die  Sonne  in  ihrem  Stande  von  —23°
Süd  nach  23°  Nord,  also  um  46°  sich  verändert,  verschiebt  sich  z.  B.  im  atlantischen  Ozean  die  Regenzone
im  Laufe  eines  Jahres  um  nur  etwa  16  Breitengrade.  In  der  Tiefe,  in  Nähe  der  Erdoberfläche  liegt  allerdings ­
  der  Breitenkreis  höchster  Januar-Temperatur  der  Südhemisphäre  von  dem  Orte  höchster  Sommer-Temperatur
  der  Nordhemisphäre  um  30  Grad  entfernt.  Hieraus  kann  man  jedoch  nicht  schlussfolgern,
dass  die  mittlere  Luft-Temperatur  aller  Luftschichten  in  einem  Jahre  um  die  gleiche  Amplitude  von  30°
wandere,  weil  in  jenen  Breiten,  welche  eigentlich  im  Mittel  die  heissesten  sein  solten,  Regen  fällt  und  Bewölkung ­
  vorherrscht,  somit  also  den  untersten  Luftschichten  Wärme  entzogen  wird.  Wir  können  also  sehr
wohl  annehmen,  dass  der  Maximalwerth  der  mittleren  Temperatur  der  ganzen  Luftsäule  nur  zwischen
Grenzen  schwankt,  welche  16°  Abstand  von  einander  haben,  obwohl  der  Maximalwerth  der  Temperatur  der
untersten  Luftschicht  eine  Amplitude  von  30°  aufweist.
y.  Die  Trocken-Zone.
Die  Trocken-Zone  liegt  in  der  Tafel  (s.  Anhang)  zwischen  dem  7 ten  und  20 sten  Grade;  sie  zeichnet  sich
dadurch  aus,  dass  vor  allem  daselbst  erstens  in  den  unteren  Schichten  bis  zu  etwa  8000  m  Höhe  absteigender
Luftstrom  (Fallstrom)  herrscht,  durch  dessen  Einwirkung  die  Luft  relativ  getrocknet  wird.  Luft,  welche  aus
der  Höhe  in  tiefere  Schichten  gelangt,  woselbst  der  Luftdruck  grösser  ist,  erleidet  Kompressions-Erwärmung
und  daher  das  Vermögen  Wasserdampf  höherer  Spannung  in  sich  aufzunehmen.  Diese  Luft  wirkt  trocknend
auf  alle  feuchten  Körper,  indem  sie  den  Wassergehalt  zur  Verdampfung  bringt.  Auch  Wolkenreste  würden
in  dieser  Luft  bald  verdampfen  und  statt  der  Wolke  heiterer  Himmel  sich  einstellen.  In  äusserst  grossen
Höhen  über  dieser  Zone  findet  sich  allerdings  noch  ein  Steigestrom,  jedoch  ist  derselbe  so  hoch,  dass  er
nur  äusserst  kalte  Luftschichten  umfasst,  woselbst  keine  Feuchtigkeit  von  irgend  welcher  Bedeutung  in  der
Atmosphäre  sich  befindet  und  also  auch  keine  wirksamen  Niederschläge  erzeugt  w'erden  können.
Zweitens  ist  besonders  hervorzuheben,  dass  auf  der  Strecke  vom  7 ten  bis  20 sten ,  zumal  aber  am  9 ten
Breitenkreise  in  der  betreffenden  Skizze  in  allen  Luftschichten  die  geringste  Windgeschwindigkeit  im  Sinne  des
Breitenkreises  besteht  und  zwar,  dass  die  Geschwindigkeit  überall  dieselbe,  nämlich  fast  Null  wird.  Steigt
hier  Luft  von  unten  nach  oben,  oder  fällt  hier  Luft  von  oben  nach  unten,  dann  ergiebt  sich  hieraus  keine
wesentliche  Aenderung  der  meridionalen  Trägheits-Beschleunigung  2  v  co  sin  cp,  weil  v  in  allen  Höhenschichten
konstant  ist.  Es  soll  nun  in  dem  Abschnitt  d  dargethan  werden,  dass  eine  Ungleichung  in  der  Windstärke
der  übereinander  lagernden  Luftschichten  sehr  wesentlich  zur  Ausbildung  lokaler  Steige-  und  Fallströme
beiträgt.  Vom  9 ten  Breitenkreise  polwärts  nimmt  die  Stärke  dieser  Störungen  zu  und  wächst  weithin  bis
zum  50 sten  oder  60 sten  Breitenkreise.  Selbstredend  können  diese  Störungen  nur  dann  Regenbildung  herbeiführen, ­
  wenn  entweder  die  Luft  unten  recht  feucht  ist,  oder  wenn  jene  Störungen  Steigeströme  bedeutender
Höhen-Erstreckung  veranlassen.  Ersteres  trifft  über  dem  Ozean  zu,  daselbst  bedingen  geringe  Steigeströme
schon  Niederschläge,  denn  die  unterste  der  Meeresoberfläche  auflagernde  Luitschicht  ist  feucht,  weil  das
Meereswasser  verdampft  und  also  der  Luft  Feuchtigkeit  zuführt.  Ohne  diese  Zufuhr  würden  die  geringen
Steigeströme  am  15 ten  bis  20 sten  und  30 sten  Breitenkreise  noch  keine  Niederschläge  herbeiführen,  denn  die
Luft  ist  ja  aus  der  Höhe  abwärts  gesunken  und  erreicht  die  Tiefe  in  einem  erwärmten  trockenen  Zustande.
Während  über  den  Ozeanen  vom  9 ten  Kreise  polwärts  die  Störungen  und  die  entstehenden  Steigeströme,  an
Bedeutung  zunehmend,  wachsende  Regenstärke  erzeugen,  werden  über  den  Kontinenten  die  schwächeren
Steigeströme  wohl  Wind  aber  keinen  Regen  erzeugen.  Die  Luft,  aus  der  Höhe  herabgefallen,  ist  trocken
und  bleibt  trocken,  sie  findet  an  der  dürren  Erdoberfläche  der  Kontinente  nicht  Gelegenheit  Feuchtigkeit
in  sich  aufzunehmen  und  kann  diese  Luft  daher  nachträglich  wieder  sehr  hoch  emporgehoben  werden  bevor
der  Sättigungsgrad  erreicht  wird  und  Kondensation  beginnt.  Ueher  den  Kontinenten  erstreckt  sich  die
Trockenzone  aus  diesem  Grunde  in  bedeutend  höhere  Breiten  hinauf,  sie  erreicht  z.  B.  im  westlichen  Afrika
den  32 sten  in  Asien  den  40 sten  und  45 sten  Breitenkreis.
Wo  immer  hohe  Gebirge  zu  Störungen  in  der  Luftbewegung  Veranlassung  bieten,  entstehen  stärkere
Vertikalströme  und  Regenfälle,  so  dass  die  Trockenzone  vielfach  durch  Gebirgszüge  eine  Unterbrechung
erfährt.  Hohe  Gebirge  üben  überhaupt  einen  bedeutenden  Einfluss  auf  das  Klima  der  Nachbarländer  aus,
            
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