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Full text : 10, 1887

15

h  =  4,5  •  27 ^  j" 5  =  12500m.
U,1

In  etwa  12500  m  Höhe  wird  hiernach  in  der  Nähe  des  9 ten  und  10 ten  Breitenkreises  durch  die  horizontalen ­
  Temperatur-Differenzen  das  in  der  Tiefe  vorhandene  äquatorwärts  gerichtete  Gefälle  der  Fläche  gleichen
Druckes  aufgehoben  sein,  so  dass  dort  oben  die  Fläche  gleichen  Druckes  horizontal  verläuft,  und  also  auch
das  erste  Glied  der  Gleichung  ^-2  »a  sincpx  —  0  für  diese  Höhe  und  diese  Breite  </u  zu  Null  wird.
Somit  ist  ein  Punkt  der  Grenzscheide  gefunden.  Es  wird  sich  in  der  Breite  <j>i  =  9°  15'10"*)  in  etwa
12  500  m  Höhe  der  ahfliessende  Oberwind  in  einen  Staustrom  verwandeln.
In  obiger  Rechnung  wurde  der  Umstand  noch  nicht  berücksichtigt,  dass  sich  die  Meridiane  einander
nähern  und  dass  also  schon  früher  die  Umbildung  in  einen  Staustrom  statthat,  bevor  noch  die  meridionale
Beschleunigung  völlig  den  Wertli  Null  erreicht  hat.
Eine  kleine  Rechnung  ergiebt  leicht,  dass  Zu-  und  Abfluss  sich  aufheben,  wenn  die  meridionale  Beschleunigung
  dem  Werthe  tg  cp"  ■  entspricht,  worin  v p  die  meridionale  Geschwindigkeit  bedeutet.  Diese
meridionale  Geschwindigkeit  ist  im  vorliegenden  Falle  etwa  12  m,  weil  der  Wind  bei  der  Bewegung  in  einer
horizontalen  Fläche  gleichen  Druckes,  einer  Niveaufläche,  keine  Zu-  und  Abnahme  der  relativen  Bewegung
erfährt  und  also  am  9 ten  Grade  mit  derselben  Geschwindigkeit  als  Südwind  bläst,  wie  derselbe  am  Aequator
als  Ostwind  besass.  Setzt  man  den  Werth  v r  t=  12m  und  —  =  0  ein,  dann  erhält  man  für  diesen  be-Yb

sonderen  Fall:
——2  v  «  sin  cp"  =  tg  cp"  ■  C-tCn
  "  r

—  2  v  co  sin  cp"

(»  .  r  =  465

—  2  v  o)  •  r

—v

1
COS  cp”

■  12 2

144
cos  cp”  .  2.465

Diese  Geschwindigkeit  wird  erreicht  für  die  Breite  cp"  nach  der  Gleichung:

453
cos  cp"
453

—  465  •  cos  cp"  —

144

465

cos 2  cp 11

COS  cp'

cos  cp"  .  2.465
144

2.465

453

144

<1

465  ‘  2
=  9°  ll'O".

465.465

cp'  und  cp"  differiren  nur  um  4  Minuten  10  Sekunden  und  zwar  ist  cp"  etwas  kleiner  als  cp'.  Der  Einfluss ­
  der  Verjüngung  der  Meridiane  ist  nach  Obigem  also  für  die  Luftbewegung  der  heissen  Zone  sehr  gering.
Aehnliche  Ermittelungen  wie  die  vorstehenden  ergeben,  dass  für  den  30 sten  Breitenkreis  die  Gleichung
453
——  465  cos  cp  =  v  liefert  v  =  120  m.  Eine  Berechnung  der  Neigung  der  Flächen  gleichen  Druckes,
aus  den  Temperatur-Differenzen  der  Tabelle  S.  193  des  Lehrbuches  von  Dr.  Sprung  ermittelt,  lässt  erkennen,
dass  in  etwa  25000  m  über  der  horizontalen  Fläche  gleichen  Druckes  jener  Gleichung  ~  2  v  co  sin  cp  =  0
Genüge  geleistet  wird.  Am  30 sten  Breitenkreise  findet  sich  die  horizontale  Fläche  gleichen  Druckes  in
unmittelbarer  Nähe  des  Erdbodens,  weshalb  jene  25  000  m  von  der  Erdoberfläche  ab  aufwärts  zu  rechnen  sind.

*)  Die  so  genaue  Ausrechnung  wird  nur  desshalb  vorgenommen,  um  durch  Vergleich  mit  dem  nachstehenden  zweiten
Resultat  zu  zeigen,  wie  klein  der  Einfluss  einer  Konvergenz  der  Meridiane  auf  das  Zusammendrängen  der  Luftströme  in
diesen  niederen  Breiten  sei.
            
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