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Luft, welche im Passat, sei es ganz unten oder in einiger Höhe vom 20 sten Breitenkreise zum Aequator
treibt, gewinnt nach dem Gesetz der Flächen (vergl. S. 11) 54m Ostwind-Geschwindigkeit falls Reibung
ausgeschlossen ist. Von dieser Geschwindigkeit geht in Wirklichkeit, wie gezeigt wurde, soviel durch
Reibung verloren, dass nur 12 m Windgeschwindigkeit nachbleiben. Von der lebendigen Kraft, welche der
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Geschwindigkeit 54 m entspricht, geht also — verloren und — wird nur erhalten, entsprechend dem Quo-
12 2 ¿u ¿u
tienten —Diese bedeutenden Verluste an Energie, durch Reibung herbeigeführt, treten nur in den
54^
unteren Schichten auf, wo die Luft sich am rauhen Erdboden oder an den Meereswogen unablässig stösst
und also Verzögerung erfährt. In grosser Höhe sind die Reibungs-Widerstände, wenn keine Vertikalströme
vorhanden sind, äusserst gering, daselbst folgt aber die Luft nicht dem Gradienten mehr, weil die Ablenkung
dies hindert.
Bestimmung zweier Punkte der Grenzscheide O der Sauge- und Stauströme.
Nach den Seite 12 gepflogenen Erörterungen verwandelt sich ein Saugestrom in einen Staustrom, wenn
die meridionale Beschleunigung den Werth Null erreicht, d. h. wenn die Gleichung 2 vco sin cp = 0
erfüllt ist. Den Ort, wo der Saugestrom in einen Staustrom übergeht, nennen wir die Grenzscheide beider
Ströme. Es soll nun zunächst derjenige Ort der Grenzscheide bestimmt werden, für welchen jedes Glied
einzeln zu Null wird.
Das 2 te Glied 2 von sin cp wird gleich Null, wenn der Faktor v gleich Null geworden ist; daher ist zu
berechnen, für welche Breite <p' die im Sinne des Breitenkreises gemessene Windgeschwindigkeits-Komponente v
gleich Null werde. Der Wind verlässt in der Höhe die Aequator-Gegend als Ostwind von etwa 12 m Ge
schwindigkeit. Die absolute Luftgeschwindigkeit in westöstlichem Sinne beträgt dann 465 m— 12 m = 453 m
Nach dem Gesetz der Flächen nimmt diese Rotations-Geschwindigkeit umgekehrt proportional der Breite
453
zu, erreicht also in der Breite cp' den Werth Die Erdoberfläche weist in der Breite cp die Rotations-
C0s v 453
Geschwindigkeit 465 . cos cd’ auf, so dass die Windgeschwindigkeit der im Breitenkreise cp' mit 7 m absoluter
453 coscp’
Rotation anlangenden Luft den Werth , •—465 • cos cp' = v misst.
° COS cp
Jene Windgeschwindigkeit v soll in unserem Spezialfalle den Werth Null annehmen:
453
COS cp
453
-465 • cos cp' = 0
-465 . (cos </) 2 = 0
COS cp'
cp' = 9° 15' 10".
^453
} 465
Es verbleibt nun zu ermitteln, in welcher Höhe h Meter auch das erste Glied ~ der Gleichung
— 2 v co sin cpi = 0 in der Breite cpi — 9° 15'10" gleich Null werde, zu welchem Zweck die nachfolgende
Betrachtung angestellt wird
Am 9 ten bis 10 ten Breit
Das absolute Gefälle beträgt also auf 1 Grad meridionaler Wegeslänge 2 5000
des absoluten zum Aequator gerichteten Gefälles wird in gewisser Höhe h" Meter zu Null, welche Höhe
sich nach der Gleichung Seite 5 etwa wie folgt ergiebt:
t'—t"
Am 9 ten bis 10 ten Breitenkreise ist das Gefälle der Flächen gleichen Druckes in der Tiefe etwa -- ■ ■ ■■.
15.7500 . „ _. * 5 T 00()
= 4,5 m. Dieses Maass
A h — 4.5 m
273 + V
h
Hier ist t' die mittlere Temperatur aller Schichten bis zur Höhe h m etwa 5°. Die Differenz der Tempe
raturen an zwei um einen Breitengrad auseinander liegenden Orten ergiebt sich nach den S. 193 im „Lehr
buch“ von Dr. Sprung angegebenen Rechnungs-Wertlien etwa zu 0,1° für die Gegend des 9 teu bis 10 ten
Breitenkreises.