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Full text: 10, 1887

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die erstere die täglichen Extreme ab und erniedrigt ein wenig die Mitteltemperatur, die zweite übertreibt 
die Extreme, wenn das Gehäuse dünnwandig ist, und verzögert sie (mit eventueller Abstumpfung) wenn dasselbe 
sehr massig ist; in beiden Fällen erhöht diese Aufstellung das Mittel ein wenig über das wirkliche. Es ist 
daher ein Mittelweg zu suchen, welcher aber zugleich an Freiheit der Luftbewegung womöglich beide Auf 
stellungen übertrifft. Kann man den wahren Weg nicht vollständig treffen, so ist es aus praktischen Gründen 
räthlicher, nach der Seite der Nordwand-Aufstellung von ihm abzuweichen, als nach jener der Hütten, 
weil aus Bequemlichkeits-Rücksichten die Fensteraufstellung sich für lange hinaus nicht wird ganz ver 
drängen lassen und die Vergleichbarkeit mit dieser (vorausgesetzt, dass sie im übrigen frei genug und 
gut gewählt sei) nicht ganz aus den Augen gelassen werden darf. 
11. Da die Temperatur einer beschatteten, frei nach dem Zenit ausstrahlenden Bodenoberfläche auch 
um Mittag ein wenig unter die Lufttemperatur sinkt, so lässt sich durch passende Wahl der Winkelgrössen 
des beschatteten und unbeschatteten Bodens, welcher zur Thermometerkugel strahlt, die Strahlung vom 
Boden bis auf einen geringfügigen Betrag ausgleichen. Ebenso lässt sich durch Kombination eines 
vertikalen Körpers (Pfeiler) mit einem horizontalen oder geneigten (Dach) die Winkelgrösse des Schattens 
im Laufe des Tages ziemlich konstant halten. 
12. Jede feste Aufstellung der Thermometer hat mit der Schwierigkeit zu kämpfen, dass wegen der 
täglichen, zudem je nach der Jahreszeit verschiedenen Bewegung der Sonne eine Beschattung von vielen 
Seiten, und also eine bedeutende Behinderung der horizontalen Luftbewegung nötliig ist. In der französischen 
Aufstellung wird dies dadurch vermieden, dass ein vertikales Brett am Vormittag auf die Ost-, am Nach 
mittag auf die Westseite gesetzt wird, und dass die Thermometer so nahe dem doppelten schrägen Dache 
angebracht sind, dass keine Südwand nothwendig ist. Die Nähe des Daches sowohl als die unter Umständen 
sehr starke Bodenstrahlung sind Uebelstände dieser Aufstellung; dennoch erscheint dieselbe unter den 
vorhandenen als die empf'ehlenswertlieste. 
13. Von denjenigen Aufstellungen, bei welchen das Thermometer je nach der Tageszeit verschieden 
beschirmt resp. exponirt ist, kommen vor Allem in Betracht (a) die abwechselnde Ablesung von Thermometern 
vor nach Ost und nach West gerichteten Fenstern, und (b) der Glaisher’sche drehbare Thermometer 
stand. Der erstere Ausweg ist ein Nothbehelf, welcher unter Umständen gute Resultate geben kann, 
welcher aber die Vergleichbarkeit der Beobachtungen nicht nur zwischen verschiedenen Stationen, sondern 
auch in der Beobachtungsreihe selbst so sehr beeinträchtigt, dass er für eine allgemeine Einführung nicht 
in Frage kommen kann. Denn die Temperatur zeitweise von der Sonne beschienener Hauswände ist auch 
für viele Stunden nach Aufhören des Sonnenscheines in höchstem Grade von der Natur und Grösse dieser 
Wände, der Stärke der Luftbewegung u. s. w. abhängig. 
Der Glaisher’sche Stand leidet an zwei Uebelständen: dass die Thermometer gegen Regen fast 
gar nicht geschützt sind, und dass er wegen ungenügender Dämpfung der Strahlungs-Einflüsse die 
tägliche Temperaturperiode übertreiben, also zu hohe Maxima und zu tiefe Minima geben soll. Das 
letztere —■ der zu niedrige Stand der Minima — scheint indessen noch nicht sicher nachgewiesen zu sein, 
da es nicht sicher ist, ob nicht die damit verglichene Aufstellung eine Abstumpfung dieses Extremes 
hervorbrachte. Das zu hohe Maximum dürfte darin seine Erklärung finden, dass 1) der Boden unter 
dem Instrument fast gar nicht beschattet ist, 2) die ziemlich dünnen Bretter des schrägen Daches bis 
zum Nachmittag von der Sonne durchwärmt werden, namentlich da dasselbe mitgedreht und dadurch stets 
in der wirksamsten Stellung zu den Sonnenstrahlen gehalten wird. 
Die Nachtheile von (a) und (b) werden zu einem grossen Theile vermieden, wenn man, entweder wie 
bei den in No. 2 des Bandes 1885 beschriebenen Untersuchungen auf dem Reservoir bei der Seewarte 
geschah, die Thermometer in einem kleinen luftigen Blechgehäuse jeweils auf der Schattenseite eines 
kleinen Gebäudes von geeigneter Form beobachtet, oder wie es 1858—64 unter Dr. Neumayer auf dem 
Flagstaff-Observatorium zu Melbourne stattfand, dem drehbaren Gehäuse etwas grössere Dimensionen und 
eine die Thermometer und den Boden darunter stärker schützende Gestalt ertheilt. Bei den letzteren 
Beobachtungen wurde zudem das Gehäuse kurz vor der Ablesung in den Wind gedreht, um unbeeinflusste 
Luft zu erlangen. 
14. Da eine Konzentration der beobachteten Instrumente viele grosse Vortheile bietet, •— weil sie die 
Gründung und Instandhaltung einer Station erleichtert, die Güte und Zusammengehörigkeit der Ablesungen 
befördert und deren Deutung sicherer macht —, so ist die Zusammenlegung der Thermometer-Aufstellung
	        
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