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Full text: 10, 1887

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6) Martin’s Beschirmung giebt nur in den eigentlichen Sommermonaten höhere, sonst fast dieselben 
Maxima, wie die geschlossenen, seine Minima aber sind gewöhnlich sogar höher als in den letzteren. 
7) Die Aufstellung an einer Hauswand (ausser wenn sie von direkten Sonnenstrahlen getroffen wird) 
ist träge, und ihre Maxima sind erheblich tiefer, ihre Minima bedeutend höher, als jene der im Freien 
stehenden Beschirmungen. 
„Es schien wahrscheinlich,“ sagt Mr. Gaster, „dass diese Unterschiede nicht durch Trägheit in der 
Registrirung wirklicher Aenderungen der Lufttemperatur auf Seiten der geschlossenen Beschirmungen bedingt 
sind, und zwar aus folgenden Gründen: 
1) Wenn die Wirkung der Sonne gering ist (im Winter und Spätherbst), stimmen die Ablesungen in 
den geschlossenen Beschirmungen viel besser mit jenen in den offenen, als im Sommer. 
2) „Die während dunkler Wintertage vorkommenden grossen und plötzlichen Schwankungen in der 
Lufttemperatur scheinen (so weit diese Beobachtungen reichen) von den geschlossenen Beschirmungen ebenso 
richtig wiedergegeben zu werden, wie von den offenen. 
3) „Im Verhältniss, wie die täglichen Wirkungen der Sonnen- und Erdstrahlung wachsen, nehmen 
auch die Divergenzen zwischen den Beschirmungen zu. 
„Da es nun die Instrumente in den offenen Beschirmungen sind, welche am meisten der Strahlung und 
Reflexion von Wärme unterliegen, so komme ich zu dem Schluss, dass es die ersteren sind, welche fehlen, 
indem sie eine zu grosse Temperatur-Amplitude angebeu, nicht die letzteren durch Angabe einer zu kleinen. 
.... „Es soll jedoch selbst von dem Stevenson-Gehäuse, keinen Augenblick behauptet werden, dass 
dasselbe Alles biete, was man wünschen kann. Im Gegentheil liegen zwei Thatsachen vor, welche bedeu 
tende Zweifel in seiner Genauigkeit erzeugen. (‘) Beim Vergleichen der Zahlentabellen sieht man, dass die 
mittleren Maxima auf dem Glaisher’sclien Stand jene im Stevenson-Gehäuse um einen grösseren Betrag 
übertreffen, wenn der Himmel bedeckt ist, als wenn er klar ist; und dieses scheint zu zeigen, dass, während 
das Stevenson-Gehäuse wegen mangelhaften Luftwechsels bei trübem Wetter das wahre Maximum nicht 
erreicht, diese Wirkung hei Sonnenschein maskirt wird durch einen gewissen Betrag von Durchwärmung 
der Luft in diesem Gehäuse. ( 2 ) Es zeigt sich aus denselben Tabellen, dass die am Glai sh er’schen Stand 
abgelesenen Minima zu allen Jahreszeiten und bei jedem Wetter niedriger sind, als jene im Stevenson- 
Gehäuse. Dies kann wohl kaum das Resultat übermässiger Strahlung sein, mindestens nicht, wenn der 
Himmel bedeckt ist; und man ist daher versucht, anzunehmen, dass es von ungenügender Zirkulation der 
Luft*) durch den Stevenson herrühre. Es scheint dennoch, dass das Stevenson’sche Gehäuse und jenes 
von Kew weniger Mängel haben, als die anderen, und dass das Stevenson’sclie, obwohl etwas klein, das 
im Ganzen geeignetste und allgemein verwendbarste ist. 
„Auf Grund einiger eigener Versuche glaube ich, dass seihst Stevenson’s Gehäuse hei heiterem 
warmem Sommerwetter höhere Maxima giebt, als die wahre Lufttemperatur erreicht hat; über die Minima 
kann ich zur Zeit nichts sagen. Es scheint zudem sehr wahrscheinlich, dass ein gewisser Betrag von 
Wärme hei solchem Wetter vom Boden zurückgeworfen wird und die Thermometer sowohl in Stevenson’s, 
als im Kew-Gehäuse zu hohe Temperaturen angeben lässt . . . .“ 
„Ich fühle, dass diese Untersuchung den Gegenstand in einem unbefriedigenden Zustand zurücklässt. 
Wir wissen selbst jetzt nicht, wie weit v.on der Wahrheit die Ablesungen an irgend einer Beschirmung 
sind, sondern nur, wie weit sie von einem gewissen Vergleichswerthe abweichen, welchen selbst wir für 
etwas fehlerhaft ausehen. Ein erfreuliches Resultat indessen zeigt sich, und das ist: dass, wenn die Be 
schirmungen ähnlich aufgestellt sind, die Tagesmittel der Temperatur an den offenen und den geschlossenen 
nur ganz unerhebliche Differenzen zeigen.“ 
Die Hütten von Stevenson und von Wild unterscheiden sich weniger im Prinzip, als in der Grösse; 
jedoch auch darin, dass bei Wild ein inneres Blechgehäuse vorhanden ist, die äussere Holzbeschirmung 
aber nach N und nach unten offen ist. Ein Vergleich zwischen diesen beiden Aufstellungen ist zu Kew 
1V-2 Jahre lang (Juni 79 bis November 81) durchgeführt und kürzlich (1888), von Whipple diskutirt, ver 
öffentlicht worden (S. Quart. Weather Report 1880, App. II). Die Wild’sche Hütte wurde nach den Angaben 
im Rep. 6 ausgeführt. Gleichzeitig wurde auch die einfache Beschirmung geprüft, welche Hr. W. DeLaRue 
für Leuchtschiffe vorgeschlagen hat: ein doppeltes Schild von Zinnblech, unter welches die Thermometer 
*) Resp. überhaupt Zurückhaltung der Wärme oder des Wärmemangels. W. Ii.
	        
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