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nützlich, wenn sie von einem im Uebrigen unabhängig denkenden Gelehrten und sorgfältigen Beobachter
auf die Spitze getrieben und so in ihrer Unhaltbarkeit demonstrirt werden; wenn dies unabsichtlich
geschieht, ist es um so beweisender. Wir meinen hier die Forderung einer immer weiter gehenden Umhüllung
der Thermometer mit komplizirten Schutzvorrichtungen.
Der Verfasser sagt, es sei ihm gelungen, eine normale Aufstellung für Psychrometer herzustellen,
welche die Vortheile des Schleuder-Thermometers und der Gehäuse verbindet. In eine Wild’sche Holz
hütte setzt er ein Blechgehäuse, welches aus einem Vertikalrohr von 30.5 cm Durchmesser besteht, das die
Thermometer enthält und über dessen geschlossenem Boden ein Ventilator sich befindet, dem die Luft durch
ein 12.5 cm starkes Horizontalrohr zugeführt wird, das ausserhalb der Hütte an deren Nordseite mündet.
Das Vertikalrohr geht nach oben in ein Abzugsrohr über, das oberhalb des Hüttendaches mündet; dasselbe
ist ringsum geschlossen, nur zur Ablesung wird ein Thürchen geöffnet. Die Thermometer sind auf der Axe
des Ventilators befestigt, so dass sie, während derselbe arbeitet, im Kreise sich drehen; die Geschwindig
keit des Luftstroms aufwärts ist etwa 2.5 m p. s., die der Kreisbewegung der Thermometer 6 m p. s.
Die in diesem Apparat gewonnenen Temperaturen betrachtet der Verfasser als die zweifellos wahren
Lufttemperaturen und vergleicht damit die Angaben des Schleuder-Thermometers*) und der französischen
Thermometer-Aufstellung; 18 Vergleiche im Juli zu verschiedenen Tageszeiten zwischen 772 a. und 872 p-
ergaben im Mittel die ersteren 0.8°, die letzteren um 0.9° „zu niedrig“. Doch waren unter diesen mehrere
bei bedecktem Himmel, an denen alle Thermometer ungefähr gleich standen; bei klarem Wetter gaben die
beiden letzteren Methoden Temperaturen, die bis zu 2.4°C. unter der „wahren“ blieben. Wind, sogar
ziemlich starker, hatte, wie der Verfasser sagt „jenen wolilthätigen Einfluss auf das französische Psychro
meter nicht“, welchen die Bewölkung zeigte; die Angaben blieben viel niedriger, als jene in seinem Rohre.
„Hiernach,“ sagt der Verfasser, „ist es vollkommen klar, dass die Schleuder-Thermometer und jene
in der französischen Aufstellung starker Ausstrahlung unterliegen.“ Der Beweis für diesen Satz liegt nach
ihm in folgenden Versuchen, bei welchen jeweils ein gewöhnliches Thermometer („blank“) und eines ange
wendet werden, dessen Kugel mit Tusche geschwärzt war („schwarz“).
„Normal“ französisch Schleuder ß e _
Datum
Stunde
blank
schwarz
blank
schwarz
blank
schwarz
wölkung
Juli 26.
8 72“ ä- Hl-
20.5
20.5
20.2
21.0
20.3
22.2
1
ll7 2 h a. m.
25.4
25.4
24.9
25.6
24.8
25.5
9
B7 4 h p. m.
22.1
22.1
21.6
22.0
21.1
21.6
9
Juli 28.
S7t h p. m.
30.5
30.5
29.5
30.2
29.1
29.7
9
8 h p. m.
23.5
23.5
23.1
23.2
22 2
22.3
10
10 h p. m.
22.0
22 0
22.0
22.0
22.1
21.8
0
Juli 29.
117« h a -
30.2
30.3
29.9
30.7
29.9
31.7
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Die Angaben des geschleuderten und des in der französischen Aufstellung exponirten Thermometers
werden also bei Tage durch Vergrösserung des Emissions- und Absorptions-Vermögens ihrer Kugeln erhöht;
die Summe der Strahlungseinflüsse auf dieselben war also unzweifelhaft positiv. Es können also auch
die blanken Thermometer unter diesen Umständeu nicht zu niedrige, sondern nur zu hohe Temperaturen
gegeben haben, und die Temparatur im Rohre des Verfassers ist also offenbar gleichzeitig viel zu hoch.
Hr. S. hat diese Konsequenz seiner Versuche verkannt. Dass beide (übrigens nur in ganze Grade getheilte)
Thermometer im Rohr dieselbe Temperatur zeigten, beweist nur, dass sie beide die Temperatur der Luft
im Rohr gut angaben und dass hier keine erhebliche Strahlung war,**) nicht aber, dass die Temperatur
dieser Luft auch mit jener der freien Luft übereinstimmte. Hr. Ssaweljew möge nur das Zuleitungsrohr
unter sonst gleichen Umständen verlängern, so wird er an heiteren Mittagen noch weit höhere Temperaturen
in seinem Rohr erhalten. Es ist zu bedauern, dass er das von Wild angewandte Kriterium, die Tem
peratur vor und nach (resp. während) der Ventilation zu messen, nicht angewandt hat, am besten beides
*) Dieses wurde in geringer Entfernung von der Hütte über dem Kopf des Beobachters, anscheinend ohne Schutz
vor den Sonnenstrahlen, geschleudert.
**) Bei den Versuchen der beiden folgenden Tage erwies sich auch im Wild’schen Blechgehäuse keine merkbare
Differenz zwischen dem blanken und schwarzen Thermometer.