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Ventilation durchschnittlich 0.5° C. höher zeigte als das Schleuder-Thermometer im Schatten der Hütte,
zeigte es am 18./8. 1886 um 0.3° niedriger als das letztere, und 0.1° niedriger als das Schleuder-Thermo
meter im Schatten eines grossen Segeltuchs. Am 21./8. ergab die Wild’sche Hütte zwar etwas höhere
Temperaturen, als die letztgenannte Position, aber im Durchschnitt nur um 0.2°. Ohne künstliche
Ventilation ergab die Hütte hei diesen Versuchen am 18./8. etwa dieselbe, am 21./8. eine um 0.6° C.
höhere Temperatur, als das Schleuder-Thermometer in ihrem Schatten. Die Behauptung, dass das
letztere durch Ausstrahlung nach dem Weltenraum auch um Mittag bei hellem Sonnenschein eine zu
niedrige Temperatur zeige, wird denn auch in der vorliegenden Abhandlung nicht mehr erwähnt. In der
That zeigen die neuen Versuche des Verfassers mit einem berussten Schleuder-Thermometer im Schatten der
Hütte in instruktiver Weise, dass die Summe der Strahlungswirkungen zur Zeit der Versuche entschieden
positiv (erhöhend), und nicht negativ war. Erst um p. m., also 1 / 2 Stunde vor Sonnenuntergang, kehrte
sich am 18./8. der Sinn der Strahlungswirkung um (im Schatten des Segeltuchs), wie die folgende Tabelle zeigt.
Zeit
Sehleudertherm
im Schatten
Hütte
Gras-
Ober
fläche
Ge
schwind.
berusst
blank
ver
goldet
Ge
schwind.
Therm.
4 h lo
0
20.4
19.5
0
19.5
23.3
16
5 m
19.8
19.3
—
2 m
19.3
—
7 h 15
0
—
15.9
i6.i
0
16.4
13.7
16
5 m
—
15.7
16.0
2 m
16.3
—
17
0
15.4
15.6
16.1
0
16.3
—
18
5 m
16.1
16.0
—
2 m
16.2
—
7 h 35
0
15.0
15.5
—
0
16.0
13.2
36
5 m
15.8
15.7
—
2 m
15.8
—
8 k 5
0
14.5
14.7
14.8
0
15.2
12.6
6
5 m
15.2
15.2
15.2
2 na
15.2
—
Das durchwärmte Holz der Hütte behält zunächst noch die höhere Temperatur, so dass in dieser die
Ventilation noch immer eine Abkühlung hervorbringt zur Zeit, wo das Schleuder-Thermometer durch die
Bewegung schon steigt. Nach 8 h hat die Hütte durch ihre starke Strahlung ihre Temperatur mit jener
der Luft ausgeglichen; später in der Nacht hat Hr. Wild keine Versuche angestellt; nach Hrn. Hazen
giebt alsdann das Gehäuse in der Hütte niedrigere Temperaturen, als das Schleuder-Thermometer.
Wir haben oben bei Besprechung der Versuche von 1885 die ausserordentlich ungünstigen Ergebnisse
jener mit der neuen Holzhütte übergangen, da auf eine praktische Einführung derselben hiernach Hr. Wild
jedenfalls nicht reflektirte. In Verfolgung einer richtigen, von Hrn. Hazen (z. B. a. a. 0. 354) angedeuteten
Idee „dass die neue Hütte in Folge ihrer grösseren Schliessung den Einfluss der Hütten auf in ihnen auf
gestellte Thermometer schärfer hervortreten lasse“, hat Hr. Wild 1886 dieselbe zur Untersuchung dieses
Einflusses benutzt. Er zieht aus diesen Beobachtungen den Schluss, dass die vorkommenden Abweichungen
der Thermometer in der älteren Normalhütte von der wahren Temperatur durchaus nicht von einer Beein
flussung der Luft in derselben herrühren, sondern nur „durch Erwännung resp. Abkühlung der Blechgehäuse-
Wände in Folge der Ausstrahlung derselben nach aussen oder auch gegen die Wände der Holzhütte (bedingt
seien), wenn diese in Folge rascherer Temperatur-Aenderungen der Luft mit ihrer trägen Masse hinter
derselben zurückbleibt.“ Diesen Schluss stützt er besonders darauf, dass der Ueberscliuss der neuen Hütte
bei diesen Versuchen, bei welchen sie auch nach unten durch einen Bretterboden 2 m über dem Boden
abgeschlossen war (so dass sie einen vollen nur nach N offenen Schrank mit 3 Doppelwänden und Doppel
dach darstellte), geringer sich erwies, als bei den älteren; doch erscheint es zu wenig gesichert, ob die
übrigen Umstände am 30./6. 1885 und am 18. resp. 21./8. 86 identisch waren. In diesen Fragen können
fast nur gleichzeitige oder mehrmals rasch hinter einander angestellte Beobachtungen sichere Auskunft
geben, so weit es gelingt, das bei Verwendung von Hütten die Verwickelung noch sehr erhöhende Moment
zu berücksichtigen, das in deren Trägheit gegen Temperatur-Aenderungen liegt. — Am 16. Juli 1886, um