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Full text: 10, 1887

40 
1. Juli 
11 
°_12 Va* 
„Wahres“ t a nach Wild 
0.6 
Wild’s Hütte 
[ruhend . . 
1.0 
(ventilirt . 
0.7 
Schwarzes Thermo- 
[ruhend . . 
5.4 
meter, Sonne 
1 rotirt . . . 
2.4 
Vergoldetes Ther- 
ruhend . . 
2.0 
mometer, Sonne 
1 rotirt . ■ ■ 
0.8 
Blankes Thermom., 
[Sonne... 
0.9 
geschleudert 
(Schatten. 
0.0 
1. Juli 
2 Vs"—S'lt* 
3. Juli 
p. m. 
18. Sept. 
11“—H/l 2 ’ 
Mittel 
1. u. 3. Juli 
0.5 
1.0 
1.1 
0.7 
0.8 
0.6 
— 
0.8 
0.6 
0.3 
0.3 
0.5 
4.8 
4.0 
— 
4.7 
2.9 
2.4 
2.3 
2.6 
1.3 
2.5 
— 
1.9 
0.8 
1.2 
1.3 
0.9 
0.9 
0.8 
0.9 
0.9 
0.0 
0.0 
0.0 
0.0 
Zum Vergleich stellen wir auch das Ergebniss der unvollständigen Versuche vom 18. September daneben, 
berechnet unter der Voraussetzung, dass die Angaben des Schleuder-Thermometers in der Sonne auch dies 
mal 0.9° über den (an diesem Tage nicht beobachteten) Angaben desselben im Schatten lagen. 
Wie man sieht, zeigt das Thermometer in der Wild’schen Hütte ohne künstliche Ventilation nahe 
dieselbe Temperatur, wie sowohl das blanke als das vergoldete Schleuderthermometer in der Sonne zeigen, 
und steht es also bei intensiver Sonnenstrahlung an stillen Tagen selbst in Petersburg um mindestens 1° 
zu hoch. Da früher Hr. Wild behauptet hat (Repert. f. Met. VI, 1878), dass seine Hütte allein vermöge 
ihrer natürlichen Ventilation bis auf 0.1° richtige Lufttemperatur liefere, so liegt in diesem Zugeständniss, 
sowie in dem Befund, dass der früher von Hrn. Wild vorgeschlagene stärkere Verschluss der Hütte die 
Temperatur in derselben noch bedeutend steigert, schon ein wesentlicher Schritt zur Verständigung. 
Dass der Grund für diese hohen Temperatur-Angaben ganz oder grösstentheils einfach in der „Durch 
wärmung“ der ganzen Hütte und der Luft darin liegt) lehrt schon die wohlbekannte Durchwärmung eines 
Eisenbahnwaggons im Sonnenschein trotz offener Thtiren und Fenster, und auch der Umstand, dass das 
vergoldete bewegte Thermometer in der Hütte fast ebenso hohe Temperaturen ergab. 
Auf den im Obigen besprochenen, als No. 4 im Band X des Repertoriums für Meteorologie erschienenen 
Aufsatz von Hrn. Wild hat Hr. Hazen kurz in der Met. Zeitschr. 1886, S. 353, und etwas ausführlicher im 
Amer. Met. Journ. 1886, Juniheft, erwiedert. An ersterem Orte fasst er sein Resultat in die Sätze zusammen: 
1) Es ist wesentlich, dass wir als Grundlage für Vergleichungen das t n unabhängig von allen Beschir 
mungen erhalten. 
2) Die Temperatur, welche das Schleuder-Thermometer im beschränkten Schatten eines Gebäudes von 
1 Kubikmeter Grösse zeigt, kann nicht weit von der Wahrheit abweichen. Wenn eine Differenz überhaupt 
da ist, so sind seine Angaben um Mittag etwas zu hoch. 
3) Das blanke und geschwärzte Schleuder-Thermometer giebt annähernd die Lufttemperatur, wenn wir 
als Konstante in der Formel 0.6 an wenden. 
4) Die Suche nach einer stationären Beschirmung mit vollkommener natürlicher Ventilation muss die 
Hauptaufgabe sein. 
In einer Sitzung der „Philosophical Society“ von Washington theilte Hr. Hazen das Resultat einiger 
Versuche im April und Mai 1886 mit. Im Freien im Sonnenschein geschleudert hatten im Durchschnitt 
dieser 9 Versuche verschiedene Thermometer folgende Differenzen gegen das berusste Thermometer gezeigt, 
in Celsius-Grade umgesetzt: 
Temperatur-Differenz 
Konstante c 
Blank 
Dünn 
versilbert 
Dünn- 
vergoldet 
Silber- 
plattirt 
Gold- 
plattirt 
3.7 
4.7 
3.6 
3.9 
3.1 
0.60 
0.26 
0.67 
0.50 
0.81 
Die zweite Zahlenreihe giebt die Werthe, welche die Konstante in der obigen Formel erhalten muss, 
wenn ihre Grösse für die Kombination schwarz-blank gleich 0.6 angenommen wird. Man sieht, dass die 
vergoldeten Thermometer einen grösseren Strahlungsfehler zeigten, als sogar die blanken, während Versil 
berung sich in der That als vortheilhaft erwies. 
Als Fortsetzung seiner Versuche vom J. 1885 hat Hr. Wild auch im Sommer 1886 an heiteren Tagen 
eine Reihe von Beobachtungen unternommen, unterstützt von Beamten des Observatoriums zu Pawlowsk,
	        
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