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Hütte:
6“
8“
10“
12"
2 ?
4"
6"
8"
10"
Hazen mit j
innerem Gehäuse)
- .2 +.1
— .8 .0
- .7 — .3
—.3 — .4
—.6 —.7
—.4 —.5
—.2 .0
+ .2 +.3
+ .2 +.3
) 1. einf. Gr.
+ .1 —.1
— .7 .0
— .5 + .1
—.2 + .1
—.5 —.3
—.4 —.5
—.3 —.1
+ .2 +.4
+ .2 +.3
Stow |2. dopp.Gr.
— .2 —.1
— .6 —.1
-- .4 — .1
-.3 + .1
—.6 —.2
—.5 —.4
—.6 —.3
+ .2 -.2
.0 —.1
(ruhig
+ 1.3 +.4
+ 1.4 +.8
+ 1.0 +1.2
+.9 +1.3
+ .7 +.8
+ .3 +.5
+ .4 +.4
+ •4 +.3
+ .2 +.3
W il d jventil
.0 +.4
+ .3 +.6
+ .3 + .7
+.3 + .9
+ .5 +.3
+ .1 +.2
.0 +.1
+ .3 +.2
+.1 +.3
Durch die künstliche Ventilation (Drehung eines den Boden des Gehäuses bildenden Fächerrades nach
Wild’s Vorschrift) wurde also die Abweichung der Wild’schen Hütte von den übrigen verringert, aber
nicht aufgehoben; das Thermometer stand auch während dieser Ventilation, besonders um die Mittagszeit,
höher als in den anderen Gehäusen.
Das praktische Resultat dieser Untersuchung von Prof. Ilazen war, dass für die Stationen des Signal-
Service die Aufstellung vor dem Fenster aufgegeben imd diejenige in einem freistehenden Gehäuse nach
einem von Hazen angegebenen Muster angenommen wurde, welches entweder auf einem Grasplatz, oder
auf dem Dache des Hauses anzubringen ist. Dasselbe ist würfelförmig, 3 l /a Fuss lang, 3 Fuss weit und
3 Fuss hoch, von zweizölligem Föhrenholz, die Ecken im Querschnitt 11 bis 13 IHZoll stark. Der Boden
geschlossen von 5 / s zöll. Föhrenholz; das Dach doppelt, vorn 8 Zoll niedriger als hinten, mit sechszölligem
Zwischenraum, äussere Bretter 5 /s zöllig, innere 7 / s zöllig. Vorn eine nach abwärts sich öffnende Thür. Die
Seiten aus Jalousien von „white pine“, 3'/2 Zoll breit, '/i Zoll dick, Neigung 45°, Entfernung von Mitte zu
Mitte l'/2 Zoll. Um das Hineinwehen vou Wassertropfeu zu verhüten, welches erfahrungsgemäss an den
Jalousie-Latten entlang geschieht, ist an ihr oberes Ende eine schmale Leiste genagelt, welche nach oben
übersteht; es ist dies praktischer, als bei dem Stevenson-Gehäuse, wo eine ebensolche Leiste nach abwärts
vorspringt, weil man so einen besseren Schutz gegen Benetzung der Thermometer erhält und das Stagniren
erwärmter Luft im Winkel von Latte und Leisten vermeidet. Ein Brett des Bodens soll lose sein und
heruntergeschlagen werden können. Im Innern ein Rahmen aus drei 1 X 3zölligen Latten zur Anbringung
der Thermometer. Die Innenseite wird einmal, die Aussenseite zweimal (weiss?) angestrichen. Eine Platt
form von 25 DFuss ist zuerst auf dem Dach zu errichten und darauf erst die Hütte, deren Boden 9 Fuss
über das Dach zu kommen hat. Im Falle der Aufstellung auf dem Erdboden sollen die Thermometer nicht
weniger als 16 Fuss über diesem sich befinden.
Wir gehen nun zu der umfangreichen Diskussion über, welche sich um die Wild’sche Thermometer
hütte und einige Varianten derselben in den letzten Jahren abgesponnen hat.
Im Jahre 1878 hatte Hr. Wild im Repert. f. Met., Bd. VI, mitgetheilt, dass bei Anwendung eines Ven
tilators das Thermometer im Allgemeinen sich um nicht mehr als 0.1° ändere, und hieraus geschlossen, dass
seine Hütte die Luftemperatur bis auf 0.1° richtig angebe. Ein Artikel von Hrn. Assmann über das
Schleuderpsychrometer im Bande 1884 der Oest. Z. f. Met., S. 154, veranlasste Hrn. Wild im gleichen Bande
S. 433 zu einer längeren Entgegnung, ein Aufsatz von Hrn. Hazen im Amer. Met. Journ., Jan. u. Febr. 1885,
nebst Auszug in der Oest. Z. f. Met. 1885, S. 90, zu einer zweiten in der letzteren, S. 161. Diese zweite
Entgegnung ist übersetzt und von Prof. Hazen mit Anmerkungen versehen im Baude 1885/86 des Amer.
Met. Journ., S. 401, erschienen. Da diese Antworten von Prof. Hazen, welche einige Missverständnisse
beseitigen, in manchen Punkten interessant und deutschen Lesern kaum bekannt geworden sind, so
mögen hier einige derselben Platz finden. Nach Hazen ist der direkte Einfluss der dunklen Wärme
strahlung zwischen dem Thermometer und anderen irdischen Körpern sowie dem Weltenraum sehr über
schätzt worden; der Einfluss sei vorwiegend ein mittelbarer. Die von der Sonne beschienenen Theile der
Bodenoberfläche (und der Wände etc.) nehmen viel höhere Temperaturen an, als die im Schatten liegenden,
besonders wenn diese zugleich nach dem Zenit ausstrahlen können; durch Leitung und Strahlung theilen
sich diese Temperaturen auch der angrenzenden Luft theilweise mit, und es giebt deshalb (mindestens)
zwei Lufttemperaturen, eine der Luit im Schatten und eine der Luft in der Sonne. Den Passus bei Hazen:
„Im Schatten der Hütte ist die Sonnenstrahlung ausgeschlossen, doch macht sich reflektirte Wärme sehr
schwach fühlbar, gleichzeitig ist aber die Ausstrahlung in den Raum im Maximum und in Folge davon ist
die erhaltene Wärme um O.44 0 zu niedrig“ findet Hr. Wild im Widerspruch mit der Angabe, dass beim