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Full text: 10, 1887

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Völlig übereinstimmend mit den späteren Versuchen von Aitken und von mir zeigte das Thermo 
meter mit grosser Kugel unter dem Einfluss von Strahlung eine Temperatur, die zwischen jener des gewöhn 
lichen und des Thermometers mit schwarzer Kugel lag. Eine Erklärung dafür wusste Herr Stow nicht 
zu geben. Dass in dem geschlossenen Gehäuse die Thermometer verschiedener Art nicht mehr wesentlich 
von einander differiren, ist auch von Hazen, Wild und Ssaweljew gefunden (vgl. unten); nach meinen 
oben dargestellten Beobachtungen ist es mir aber überraschend, dass alle offenen Thermometer-Aufstellungen, 
selbst der „Zenit-Stand“ B, höhere Temperatur ergehen haben, als die geschlossene Hütte, trotz der besseren 
Luftzirkulation bei jenen. Doch wird dies Resultat von den eben erschienenen Versuchen zu Strathfield-Turgiss 
bestätigt, (vgl. unten). Da der mitwirkenden Umstände so viele sind, ist es sehr schwierig allgemein maass 
gebende Resultate in dieser Frage zu gewinnen; weitere Versuche müssen zeigen, welches die speziell wirk 
samen Faktoren hei dieser Temperatur-Steigerung der Glaisher’schen und anderer offener Beschir 
mungen sind. 
Sehr ähnliche Versuche hat Prof. Hazen angestellt und in den „Signal Service Professional Papers, 
No. XVIII“ S. 22 beschrieben. Doch handelte es sich hier um drei Aufstellungen, welche alle drei in die 
Kategorie der massig geschlossenen Hütten gehören; nämlich mit der von Stow 1882 im Quart. Journ. VIII, 
S. 228 vorgeschlagenen Modifikation des Stevenson-Gehäuses, welche geräumiger als dieses und mit 
doppeltem Dach und Metall-Jalousien versehen ist, ferner mit der Wild’schen Hütte und mit einer nach 
Prof. Hazen’s Angaben konstruirten Hütte, welche letztere 4X3X3 Fuss maass, nach allen 4 Seiten mit 
einfachen (nicht doppelten) Holz-Jalousie-Wänden geschlossen war, deren Latten 30° gegen den Horizont 
geneigt waren, oben mit doppeltem Dach, unten mit Boden geschlossen. Die ersten Versuchsreihen wurden 
in Washington auf einem Dach im Herbst 1883, die späteren zu Ft. Myer auf einem Grasplatz im 
Sommer 1884 angestellt; hei den letzteren wurde jedes der drei Gehäuse in zwei Formen verwendet, nämlich 
das Stow’sche in einfacher und doppelter Grösse, das Hazen’sche ohne inneres Gehäuse und mit einem 
solchen aus Holz, das Wild’sche ohne und mit künstlicher Ventilation im Zinkblechgehäuse. Bei den 
Versuchen in Washington war von diesen nur jeweils die erste Kombination, aber diese mit gewöhnlichem 
und mit geschwärztem (berusstem) Thermometer in Anwendung. Die Hauptresultate sind, in Mittelwerthen 
der Abweichung vom Hazen’schen Gehäuse, die folgenden: 
Versuche am 10. Oktober 1883 zu Washington 
Hazen 
Stow 
Wild 
gewöhnlich | schmz 
Differenz 
gewöhnlich 
schwarz 
Differenz 
gewöhnlich 
schwarz 
Differenz 
10 Versuche zwischen 12*/a und B 1 !* 1 ' ■ ■ . 
10 „ „ 3V2 und 5 h p. m.. 
0.0 
0.0 
0.4 
0.4 
0.44 
0.40 
0.4 
0.3 
0.6 
0.4 
0.18 
0.13 
0.9 
0.6 
1.0 
0.7 
0.14 
0.11 
Das Instruktive an diesem Ergebniss scheint mir namentlich darin zu bestehen, dass der „Strahlungs- 
fehler“ des Gehäuses in diesen Fällen in einem umgekehrten Verhältnisse stand zu dem Strahlungsfehler, 
welchem das Thermometer direkt unterlag: in der Wild’schen Hütte, wo das Thermometer namentlich 
durch das Vorhandensein eines inneren (Blech-)Gehäuses stärker beschirmt war, stieg das gewöhnliche 
Thermometer fast ebenso hoch, wie das geschwärzte, der Stand beider aber war erheblich höher, als in der 
stärker ventilirten Hütte von Hazen. An einem extremen Fall habe ich dieses Verhalten oben (S. 13) im 
Versuch No. 30 illustrirt mit der geschlossenen Bretterhütte. In diesen Fällen dürfte es sich stets um 
Durchwärmung der in der Hütte resp. dem Blechgehäuse enthaltenen Luft handeln. 
Bei den Beobachtungen, welche vom 15. Juli bis zum 4. August zu Ft. Myer stündlich von 6 h a. m. 
bis 10 h p. m. angestellt wurden, hatten alle äusseren Gehäuse, bis auf Stow 2, eine gleiche Grösse und waren 
die Thermometer durchweg 12 Fuss über dem Grase aufgestellt. Es war Sorge getragen, dass der Wind 
möglichst frei und gleichförmig alle 5 Gehäuse bestreichen könne. Um die Wirkung der Temperatur- 
Aenderungen auszuschliessen, wurden die Ablesungen in doppelter Reihenfolge, vorwärts und zurück gemacht. 
Die Mittel stellen sich, nach zwei je lOtägigen Zeiträumen getrennt, in Abweichungen von Hazens Hütte 
ohne innere Beschirmung und in Fahrenheit-Graden ausgedrückt, wie folgt (zur Raumersparniss lassen 
wir die ungeraden Stunden fort):
	        
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