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Diese Resultate erklären nach Aitlcen auch die schützende Wirkung eines noch so dünnen Gewebes
■auf die Pflanzen in Frostnächten. Das Gewebe verhindert die Strahlung der Pflanze und kühlt sich selbst
nur wenig döAch Strahlung ab, weil es beständig Wärme empfängt von der stets wärmeren Luft, die
durch seine Maschen hindurch geht.
Was die Strahlung durch das offene Ende des Rohres betrifft, so untersuchte sie Aitken, indem er
das Rohr horizontal legte und gegenüber der Oeffnung eine Gasflamme anbrachte. Er fand, dass der
Fehler 0.45° F. war, wenn die Ventilation des Rohres durch eine Lockflamme geschah, und nur wenig
geringer, nämlich 0.35° F., wenn er einen sehr kräftigen Aspirator anwandte. Die Anbringung jalousie
artiger Schirme im Gehäuse gegen diese Strahlung verringerte den Fehler nicht. Erst als er die Einricht
ung so traf, dass alle Luft, welche diese Schirme oder die Seiten des Rohres berührt hatte, seitlich
abgeführt wurde und das Thermometer nicht berühren konnte, sank der Fehler mit der Lockflamme auf
0.15° und mit dem Aspirator auf etwa 0.05° F.
So befriedigend diese in stiller Luft im Zimmer gewonnenen Resultate waren, so zeigte sich, wie
Aitken im 4. Theile seiner Studien (Proc. 17. Januar 1887, S. 61) erklärt, bei der Probe im Freien doch,
dass die Bildung von Wirbeln durch den Wind es verhinderte, die an den äusseren Gehäusen erwärmte
Luft von den Thermometern auszuscliliessen. In seinen Vorschlägen für Thermometer-Gehäuse zu meteoro
logischen Beobachtungen hat er daher diese Prinzipien verlassen; obwohl er anfangs wenigstens der An
wendung eines Zugkamins und der Anbringung des Thermometers in einem zentralen, unbeeinflussten
Theile des vertikalen Luftstromes darin das Wort redete. Seine ersten Vorschläge (Proc. R. Soc. Ediub.,
Vol. XII, Tafel VI) gingen dahin, die Thermometer in ein 4 Fuss (1.2 m) langes vertikales Rohr (Fig. A und B)
einzuschliessen, dessen oberer Theil aus Metall besteht und der Sonne ausgesetzt ist, dessen unterer Theil
aber aus einem schlechten Wärmeleiter gebildet und durch eine hölzerne äussere Beschirmung beschattet
ist. Als solche Beschirmung hat er zuerst einen pyramidalen Brettermantel (Fig. A) oder ein Jalousie-
Schränkchen vorgeschlagen, wobei dann im Innern des grossen Rohres die Thermometer-Kugel noch durch
ein doppeltes Innen-Rohr vor Beeinflussung durch Strahlung oder Konvektion vom Hauptrohr geschützt
werden sollte; noch mehr empfahl er einen Schirm von zwei horizontalen Brettern mit Zwischenraum und
einem Blech als dritter Lage darüber (vergl. Fig. B), durch welchen Schirm Rohr und Thermometer gehen
sollten, und als Schutz für die Thermometer-Kugel gegen alle anderweitige Strahlung den Uebergang des
unteren Endes des 7 ! /2 cm weiten Rohres in einem fast ebenso engen ca. 9 cm langen Zylinder von Holz-
Jalousien, welcher auch nach unten durch ein Brettchen geschlossen ist. Alle diese Gehäuse sind, nach
Aitken, nur zweckmässig für Maximum-Thermometer; für das Temperatur-Minimum müsste die Anordnung