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Volltext: 10, 1887

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welche entsteht, wo der Luftstvom zuerst den Körper trifft, au der Oberfläche vorbei und bildet gewisser- 
maasseu eine warme schützende Hülle für alle Theile der Oberfläche, die leewärts von diesem Punkt in 
geringer Entfernung liegen. Zweifellos wird diese warme Luftschicht an Dicke zunehmen während ihres 
Streichens über eine grosse Oberfläche, aber dieses Dickenwachsthum wird, nachdem eine sehr kleine 
Entfernung durchlaufen ist, höchst gering; dieses habe ich in meinen letzten Beobachtungen über Staub 
festgestellt. “ 
Um die Richtigkeit dieser Betrachtung zu prüfen, stellte Herr Aitken folgendes Experiment au: 
drei Zinnbüchsen, deren Durchmesser */2, 2 und 4 Zoll betrugen, während die Länge übereinstimmend 
8 Zoll war, und welche gleichmässig schwarz angestrichen waren, wurden mit je einem Thermometer darin 
unter dem Schattendach angebracht; daneben wurden ein geschwärztes und ein blankes Thermometer 
gehängt. Die gleichzeitigen Angaben dieser Thermometer waren in drei Beispiels-Fällen wie folgt: 
blankes 
schw. 
Vi zoll. ' 
2 zöll. 
4 zöll. 
Therm. 
Therm. 
Büchse 
Büchse 
Büchse 
( 67 
68 
69.5 
71.3 
74.1° F. 
Schatten * 
\ ?! 
72 
74.2 
76 
79 „ 
Sonne 
78 
80.5 
84 
89.5 
95 „ 
Die Resultate waren nicht wesentlich anders, ob die Instrumente im freien Felde oder an einem mehr 
geschützten Platze hingen, und ob die Büchsen mit Luft oder mit einer Flüssigkeit gefüllt waren. Als 
Herr Aitken ein Thermometer in ein dickes Holzstück so einkittete, dass das Gefäss unmittelbar an der 
Oberfläche lag, und diese dann schwärzte, stieg dasselbe in der Sonne auf 105° F., während das freie 
Thermometer mit geschwärzter Kugel nur auf 78° stieg — was Herrn Aitken Veranlassung giebt, jene 
Kombination als ein billiges Radiations-Thermometer vorzuschlagen. Auch an trüben und sonnenlosen 
Tagen steht dies Instrument 10—15° F. über der Lufttemperatur. 
In diesen Umständen liegt nach dem Verfasser auch die Erklärung dafür, warum der in der Luft 
schwebende Staub im Brennpunkt einer Linse nicht verbrennt, und kleine Insekten in der grössten Sonnen- 
gluth flattern, wenn andere Thiere Schatten suchen; doch können wir den Einwand nicht unterdrücken, 
dass in diesen beiden Fällen die betr. kleinen Körper von der Luft getragen werden und also der Luft 
wechsel an ihrer Oberfläche — so weit es sich um Massenbewegung handelt — nicht gross sein kann. 
Ein feines Thermometer, dessen Gefäss bei 55mm Länge nur 2—3 mm Durchmesser hat, zeigte in 
der Sonne etwa 1° F. höher, als ein beschattetes und künstlich ventilirtes Thermometer, und V2 0 niedriger, 
als ein daneben hängendes Thermometer „von gewöhnlichen Dimensionen“. Wenngleich Aitken glaubt, 
dass durch weitere Verkleinerung des Gefässes der erstere Unterschied noch weiter verringert werden 
könne, zieht er aus folgender Betrachtung den Schluss, dass derselbe bei Thermometern der gewöhnlichen 
Art nie zum Verschwinden gebracht werden könne. Die strahlende Wärme werde nicht nur an der Ober 
fläche, sondern in der ganzen Dicke des Glases absorbirt, die Wärme der inneren Theile des Glases könne 
aber nur durch Rückleitung bis zur Oberfläche an die Luft abgegeben werden. Die natürliche Konsequenz 
dieser Ueberlegung war: die Oberfläche mit etwas zu bedecken, wodurch die strahlende Wärme nicht 
durchdringen kann und welches dieselbe wenig absorbirt; hierzu bot sich naturgemäss das Silber dar. — 
Herr Aitken bedeckte daher das Gefäss und einen Theil des Schaftes jenes Thermometers mit einem 
Niederschlag von Silber aus einer Nitratlösung. Das Ergebniss war ein sehr zufriedenstellendes. Im 
Zimmer stieg das versilberte Thermometer im Sonnenschein nur um ‘/2 bis 1° F. über die Temperatur der 
Luft, während das gewöhnliche Thermometer daneben 4 bis 4 72° F. Ueberschuss hatte. Sogar wenn man 
das gewöhnliche Thermometer beschattete, zeigte es, durch die indirekte Strahlung, höher als das versilberte 
im Sonnenschein. Natürlich war es indessen auch hierbei sehr schwierig, die wahre Luft - Temperatur 
festzu stellen. 
Mit diesem empfindlichen Thermometer traten die fortwährenden Oscillationen sehr deutlich hervor, 
welchen die Luft-Temperatur unterliegt. In seiner letzten Mittheilung bemerkt Aitken, dass diese schnellen 
Schwankungen im Winter (im Schatten) fast ganz fehlen, was er der anderen Art der Wärme Wirkung der 
Sonne auf die Luft in dieser Jahreszeit zuschreibt. Wenn die Sonne tief steht, so wird der Boden nur 
wenig von ihren Strahlen erwärmt, und es findet sich an seiner Oberfläche nicht, wie im Sommer, ein
	        
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