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Full text: 10, 1887

29 
1879 1878 
damals ziemlich frei, das Fenster a, vor dem das Thermometer angebracht war, bot nach Norden hin eine 
freie Aussicht über Gärten, und auch nach Süden waren jenseits der Strasse zwischen den Häusern 
unbebaute Plätze mit Bäumen. Ueber dem Thermometer erhob sich das Gebäude noch etwa 8 m hoch. 
Das Thermometer war etwa doppelt so hoch über dem Erdboden, wie die Dächer des angrenzenden und 
des gegenüberliegenden Gebäudes. 
Die der eben beschriebenen sehr ähnliche damalige Aufstellung der Thermometer an der Seewarte 
auf der Nordseite des Seemannshauses, welche wir im Folgenden mit der obigen vergleichen, findet man 
in den Jahresberichten der Seewarte beschrieben. Die Bearbeitung geschah in der Weise, dass zuerst die 
Instrumental-Korrektionen angebracht wurden und diejenigen Ablesungen in Eimsbüttel, welche nicht genau 
um 8°, 2 p oder 8 P , aber doch nicht weiter als 1 Stunde von diesen Terminen entfernt, angestellt waren, 
mittelst des Thermographen der Seewarte auf deren genauen Moment reduzirt wurden; sodann wurden für 
alle Einzel-Beobachtungen die Differenzen Eimsbüttel—Seemannshaus genommen und zuletzt aus diesen das 
arithmetische Mittel genommen. Folgendes waren die Ergebnisse in den Mitteln aller Tage: 
j Septbr. 
| Oktbr. 
j Novbr. 
[ Dezbr. 
Januar 
F ebruar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
August 
Jahres-Mittel 
ohne Februar 
und März 
8 h a 
m. 
2 h p 
m 
8 h p 
m. 
Tages 
mitte] 
Grösste 
Abweichung 
trocken 
feucht 
trocken 
feucht 
trocken 
feucht 
Zahl Mittel 
Zahl Mittel 
Zahl Mittel 
Zahl Mittel 
Zahl Mittel 
Zahl Mittel 
trock. feucht 
trocken feucht 
17 +.14 
17 +.10 
10 +.19 
10 + .01 
12 +.04 
11 +.06 
+.12 +.07 
+ 1.3—0.9 +2.0—1.0 
24 + .03 
24 +.04 
19 +.08 
18 +.18 
24 + .02 
24 +.09 
+ .04 +.10 
+ 1.1—1.3 +1.0—0.9 
27 +.25 
26 +.27 
22 +.27 
22 +.33 
24 +.35 
24 +.37 
+ .29 +.32 
+ 1.7 -1.0 +1.7 -0.5 
20 +.10 
19 +.09 
23 +.06 
21 +.11 
22 +.18 
20 +.24 
+ .11 +.15 
+ 1.7—0.9 +1.4—0.8 
20 —.24 
17 +.05 
23 —.20 
21 +.16 
18—.07 
16 +.21 
-.18+14 
+ 1.5—1.8 +1.3—1.0 
: 20—.16 
14 
—.04 
24 —.07 
18 + .40 
21—.23 
10 +.44 
—.15 +.26 
+ 0.7—2.8 +1.3—0.5 
! 20 + .04 
15 +.59 
22 —.04 
20 + .82 
18 +.03 
13 +.38 
+ .01 +.63 
+ 1.8—1.5 +3.0—0.4 
i 25— .16 
24 
-.05 
22 .00 
22 +.17 
20 —.12 
19 +.14 
—.09 +.08 
+ 0.8—1.3 +1.0—1.0 
! 12—.22 
12 
—.48 
12 +.17 
12—.61 
10—.27 
10 —.45 
—.10—.51 
+ 1.2—1.1 +1.1—2.0 
17—.07 
16 
—.31 
11 —.16 
11 —.24 
16 +.10 
15—.07 
-.03 -.20 
+ 1.2—1.3 +0.6—1.1 
j 19 +.04 
17 
-.12 
11 —.02 
11—.20 
14+.01 
14+.07 
+ .02 —.08 
+ 1.6—0.7 +2.9 —1.2 
| 22 +.07 
22 
—.03 
19 +.28 
18 +.12 
15—.28 
15 +.16 
+ .05 +.07 
+ 1.1—1.5 +2.4—0.7 
1243 —.00 
223 +.03 
218 +.04 
204 +.17 
214+.00 
191 +.15 
1 
194 
—.01 
166 +.06 
168+.12 
In den Mitteln zeigt sich also eine ausserordentliche Uebereinstimmung,*) welche um so augenfälliger 
wird, wenn wir die Monatsmittel der Temperatur an der Seewarte und auf der Station des Preussischen 
Meteorologischen Instituts zu Altona vergleichen, welche mitten in der Stadt zwischen Gebäuden, bei dem 
dortigen Gymnasium (Christianeum) sich befindet. Im Jahrgang 1879 der Beobachtungen des Preussischen 
Meteorologischen Instituts (1878 ist nicht-in der internationalen Form veröffentlicht) zeigten die 2 h p. m.- 
Temperatur und das Tagesmittel sich um folgenden Betrag am Christianeum höher als an der Seewarte. 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
August 
Septbr. 
Oktbr. 
Novbr. 
Dezbr. 
1.0 
1.3 
1.3 
0.7 
—0.4 
—0.2 
0.1 
0.3 
1.0 
1.5 
1.4 
1.0 
1.1 
1.3 
1.2 
0.2 
0.3 
0.2 
0.7 
1.3 
2.0 
1.5 
2 h p. m. 1.4 
Tagesmittel 1.4 
Selbst die Morgen- und Abend-Ablesung ist vom Oktober bis zum April (und auch im Jahresmittel) 
am Christianeum höher, als an der Seewarte, obwohl sie dort morgens 2 Stunden früher, abends 
2 Stunden später liegt. 
Dass in der That auch hier die Stadtluft erheblich wärmer ist als die Landluft, zeigt sich in 
interessanter Weise an der deutlichen Abhängigkeit der Temperatur-Differenz Eimsbüttel—Seewarte von 
der Windrichtung. Ersteres liegt am Nordrande, letztere am Südrande des ausgedehnten Häuserkomplexes 
Hamburg-Altona. 
*) Die etwas tiefere Temperatur im Seemannshause am Nachmittag und Abend stimmt zu der, im Vergleich zu „Eims 
büttel 11 , stärkeren Beschattung, welche der westliche Flügel dieses Gebäudes dann der Umgebung der Thermometer ertheilt.
	        
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