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Volltext : 10, 1887

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jedoch  zum  Theil  grosse  Fabriken  enthalten;  nur  der  sogenannte  „Galeerenhafen“  ist  ein  ziemlich  zusammenhängender ­
  Häuserkomplex.
Die  Temperatur  war  im  Mittelpunkt  der  Stadt,  mit  wenigen  Ausnahmen,*)  stets  höher,  als  am
Physikalischen  Zentral-Observatorium,  und  zwar  betrug  der  durchschnittliche  Ueberschuss  in  °C:
Thermometer  im  Gehäuse  freies  Thermometer

10“

5  P

IO?'

Min.

10®

5 P

iop

21.—28.  Februar

1.2

0.6

—

0.8

1.3

0.6

—

1.—31.  März

1.4

0.8

1.2

1.1

1.9

1.1

1.7

1.—29.  April

1.5

1.6

1.4

2.8

2.1

1.8

1.4

1,—  9.  Juni

2.1

—

1.8

1.5

—

—

—

Die  Thermometer-Angaben  einer  im

Innern

der

Stadt

gelegenen  Station,

unter  nicht  ungünstigeren

Bedingungen,  als  sie  sich  auf  vielen

durch

ihr  Alter

und  die  Bearbeitun

g,  die

ihren  Resultaten  zu  Theil

geworden  ist,  sehr  wichtigen  meteorologischen  Stationen  finden,  weichen  also  im  Mittel  um  mehr  als  1  Grad
von  jenen  einer  am  Rande  der  Stadt  gelegenen  Station  ah,  und  zwar  nimmt  der  Unterschied  vom  Winter  zum
Sommer  zu,  so  dass  in  Gegenden  mit  stärkerer  Sonnenstrahlung  und  schwächerer  Luftbewegung  der
Unterschied  noch  grösser  zu  erwarten  ist  —  wie  dieses  auch  die  neueren  Beobachtungen  zu  Calcutta  erweisen.
Nach  den  neueren  gleichzeitigen  Beobachtungen  am  Physikalischen  Zentral-Observatorium  und  an
dem,  von  einem  Stadteinfluss  so  gut  wie  ganz  freien,  Filial-Observatorium  in  Pawlowsk  ist  aber  die  am
Physikalischen  Zentral-Observatorium  gemessene  Temperatur  im  Allgemeinen  erheblich  höher,  als  diejenige
auf  dem  freien  Lande.  Allerdings  ist,  bei  der  bedeutenden  Entfernung  der  beiden  Stationen,  ein  Theil  des
Unterschiedes  nicht  dem  Einfluss  der  Stadt,  sondern  der  verschiedenen  Lage  zum  Finnischen  Meerhusen
zuzuschreiben,  dessen  Wirkung  das  Physikalische  Zentral-Observatorium  weit  mehr  exponirt  ist,  als
Pawlowsk.  Da  aber  das  letztere  direkt  südlich  von  Petersburg  gelegen  ist,  so  sollte  es  mindestens  im
Jahresmittel  nicht  kühler  sein  als  Petersburg,  was  doch  die  Beobachtungen  thatsächlich  ergeben.  Im
siebenjährigen  Mittel  1878—84  ist  die  Jahres-Temperatur  der  Station  „Petersburg“  4.1,  die  der  Station
„Pawlowsk“  3.4  (beides  Mittel  aus  7,  1,  9> l )  und  beträgt  der  Ueberschuss  der  ersteren  im  Einzelnen  während
der  ersten  Jahreshälfte  (in  welche  ja  die  Vergleiche  von  1873  fallen):

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

7»  a.  m.

"”(L7

~o/f~

~’o.l~

l h  p.  m.

0.3

0.2

0.0

—0.4

—0.7

—0.3

9 h  p.  m.

0.6

0.7

1.0

1.1

0.8

1.4

Der  im  Frühling  und  Sommer  abkühlende  Einfluss  des  Meeres  streitet  in  diesen  Zahlen  mit  dem  stets,
und  besonders  in  der  wärmeren  Jahreszeit,  erwärmenden  Einfluss  der  Stadt,  und  hat  im  Mai  die  Oberhand.
Das  Zentrum  der  Stadt  scheint  im  März,  wo  dieser  Einfluss  etwa  neutral  ist.  ungefähr  2°  C.  wärmer  zu
sein,  als  die  ländliche  Umgebung.

d)  Vergleichende  Temperatur-Beobachtungen  in  Eimsbüttel
und  an  der  Seewarte  im  Jahre  1878—79.
Um  einen  Beitrag  zum  Studium  der  Lokal-Einflüsse
auf  die  Lufttemperatur  zu  liefern,  habe  ich  mit  Unterstützung ­
  von  meiner  Frau  ein  Jahr  lang  die  Angaben
eines  Psychrometers  aufgezeichnet,  welches  vor  dem  nach
NE  gerichteten  Fenster  eines  ungeheizten  Raumes  unserer
Wohnung,  Eimsbütteler  Chaussee  64  II,  10  m  über  dem
Boden,  in  dem  kleinen  Blechgehäuse  d  (S.  5)  aufgestellt  waren,
und  zwar  um  8“,  2 P  und  8 ?) ,  jedoch  mit  vielen  Lücken..
Die  beistehende  Skizze  veranschaulicht  die  Lage  des  Beobachtungspunktes. ­
  Die  jetzt  völlig  verbaute  Umgebung  war

*)  Die  bedeutendste  Differenz  —2.2°  ist  am  22.  Februar  abends;  es  war  plötzlich  SW  mit  Tbauwetter  eingetreten,
während  in  der  Stadt  die  kalte  Luft  noch  stagnirte.
            
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