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Full text: 10, 1887

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Thermometer-Ablesungen in der nächsten Umgebung des Wohnhauses angestellt. Die erwähnte Beobachtungs 
reihe war grösstentheils an einem Thermometer gewonnen, das in einem kleinen, kaum 2 cm tiefen und 
nach vorn nur durch Draht geschlossenen Holzrahmen nur 1 cm von der steinernen NNW-Mauer des Hauses 
entfernt, angebracht war, zum kleineren Theile an einem Fenster der WSW-Seite desselben Wohnhauses. 
Im folgenden Täfelchen sind diese Lagen mit a und c bezeichnet; die Rubrik b wurde vor einem Fenster in 
nächster Nähe des Kästchens a an derselben NNW-Wand gewonnen; d an einem Thermometer auf der 
Schattenseite des Eckpfostens einer offenen Veranda an der Ostecke eines anderen Hauses, welche von 
einer einzeln stehenden Eiche beschattet ist; e endlich an einer etwas vorspringenden Stelle des allgemeinen, 
ziemlich steil nach Südost abfallenden Hanges, an dem beide Häuser liegen, im luftigen Eichenschatten, 
in einem improvisirten Gehäuse von ca. 35 cm Höhe und 25X25 cm Querschnitt, welches ich aus einem 
Blechkasten durch vielfaches Durchschneiden und jalousieartiges Abbiegen der Wände hergestellt hatte. 
Diese letztere Aufstellung hielt ich für die beste und auch im folgenden Täfelchen sind die übrigen Daten 
in Abweichungen von e angegeben; jedenfalls war die Aufstellung die am wenigsten lokal beeinflusste von 
allen, wenn auch vielleicht die Temperaturen um Mittag durch Strahlung um 2 bis 3 Zehntel erhöht sein 
können. Alle Thermometer waren in Augenhöhe über dem Boden angebracht. 
Tageszeit 8—10° 
10—12« 
0—2 P 
2—4P 
4—6P 
6—8P 
ss. ] 
s< 
11 
GO - 
10—12P 
0—2“ 
a. NNW-Wand —1.0 
—1.6 
—2.2 
—1.5 
—0.7 
—0.4 
—0.1 
+0.2 
+0.2 
b. Fenster daselbst —1.7 
—2.0 
—2.1 
—1.2 
—0.6 
—0.0 
+0.5 
+0.5 
+0.2 
c. WSW-Fenster —0.8 
—1.5 
—2.1 
—0.1 
0.0 
+ 0.1 
d. Veranda-Pfeiler —0.4 
—0.6 
—0.4 
0.0 
— 0.2 
—0.2 
—0.1 
+0.4 
0.0 
e. Luftiges Blechgehäuse i ^ 
im Baumschatten j 
0.0 
0.0 
0.0 
0.0 ■ 
0.0 
0.0 
0.0 
0.0 
Zahl der Beobachtungen 14 
14 
16 
7 
11 
9 
7 
7 
4 
Die Temperatur eines an 
der Nord- 
und West-Seite des 
Hauses, 
sei es 
an der 
Mauer, sei 
es vor 
dem Fenster, in beiden Fällen in nur etwa 1 cm von der Wand resp. der Scheibe angebrachten Thermometers 
in IV2 m Höhe ist also in einem sonnigen Klima, wie das der Südküste der Krim, bei hohem Sonnenstände 
um ca. 2° C. unter derjenigen der Lufttemperatur ausserhalb des Einflusses des Hauses. 
c) Vergleichende Temperatur -Beobachtungen im Zentrum und am Rande von St. Petersburg im 
Jahre 1873. Obgleich eine grosse Anzahl meteorologischer Stationen in und bei grossen Städten gelegen 
ist, gab es bis vor wenigen Jahren noch fast gar keine systematischen Beobachtungen über die Temperatur 
innerhalb und ausserhalb der Stadt. Freilich war man schon längst auf den erwärmenden Einfluss der 
Stadt aufmerksam geworden, wie denselben schon z. B. Kämtz in „Repert. f. M.“ an zwei Beobachtungs- 
Stationen in Cilli demonstrirte. Allein trotzdem galten zwei Stationen an demselben Ort im Allgemeinen 
als ein unzweckmässiger Luxus und ging das Streben vorwiegend nach einer gleichförmigen Vertheilung, 
aber weniger nach einer gleichförmigen Placiruug der Stationen im Lande. Erst in neuester Zeit ist die 
Frage an verschiedenen Stellen systematisch in Angriff genommen, z. B. in Wien, Berlin, Calcutta, 
London u. s. w. - 
Auf meine Bitte hat im Jahre 1873 mein Bruder Fr. Th. Koppen an zwei Fenstern seiner im 
Zentrum von Petersburg — Grosse Morskaja, nahe der Erbsenstrasse — belegenen Wohnung Temperatur- 
Beobachtungen vorgenommen. In einem viereckigen Jalousie-Blecligehäuse, wie solche damals noch an 
vielen Stationen des Physikalischen Zentral-Observatoriums in Anwendung waren, zwei Treppen hoch, in 
einem massig engen Hofe, waren ein Quecksilber-Thermometer, in '/ b ° getheilt, und ein Minimum- 
Thermometer in ‘/2 m Entfernung vor dem einen Doppelfenster angebracht; diese Instrumente waren von 
Herrn Direktor Wild bereitwilligst leihweise überlassen. Ausserdem wurde gleichzeitig ein frei etwa 
4 cm vor der Scheibe eines anderen Fensters angebrachtes Thermometer abgelesen, bis das letztere (nach 
SSE exponirte) vom 20. April an während eines Theils des Tages von der Sonne getroffen wurde. Die 
Ablesungen geschahen um 10 h a. m., 5 h p. m. und 10 h p. m., allerdings mit öfteren Auslassungen. 
Indem ich diese Ablesungen, nach Anbringung der Instrumental-Korrektionen, mit den gleichzeitigen 
Aufzeichnungen des Thermographen am Physikalischen Zentral-Observatoriums verglich, erhielt ich folgende 
Resultate; das letztere liegt am Rande des kontinuirlich bebauten Stadtterrains und hat nach Westen von 
sich, nach dem Meere zu, nur mehr zerstreut zwischen weiten Höfen und Feldern liegende Gebäude, die
	        
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