accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : 9, 1886

28

Hamburg.  Magnetische  Deklination  (Variation  des  Kompasses).  Aus  30,  ziemlich  gleichmässig
über  das  Berichts-Jahr  vertheilten  Reihen  von  Beobachtungen  über  den  Werth  der  absoluten  magnetischen
Deklination  lässt  sich  ein  Mittelwerth  für  das  Jahr  1886.5  von  12°  29'.22  W.  ahleiten.  Die  einzelnen  Reihen
waren  sämmtlich  auf  das  Mittel  des  Beobachtungstages  reduzirt.  Da  im  Jahre  vorher  der  Mittelwerth  sich
zu  12°  36'.19  ergeben  hat,  so  wäre  die  Säkular-Aenderung  für  diese  Epoche  nur  etwa  —6',97  oder  rund
7'  abnehmend.
Wie  seit  6  Jahren  regelmässig  und  schon  seit  1873  in  Intervallen,  wurden  auch  in  diesem  Jahre  die
magnetischen  Elemente  auf  der  Koppel  bei  der  Diebsteicher  Windmühle  bestimmt.  Es  kam  dabei,  da  sich
auch  jedesmal  die  Herren  des  jeweiligen  Lehrkursus  betheiligten,  mit  verschiedenen  Instrumenten  eine
grössere  Zahl  von  Beobachtungs-Reihen  zu  Stande.  Mit  einem  Lamont’schen  Reisetheodolit  bestimmte
Dr.  Neumayer  die  magnetische  Deklination  für  die  Mitte  des  Beobachtungstages,  den  24.  August,  zu
12°41'.65  West,  Herr  Navigationslehrer  Skaiweit  mit  einem  Marine-Deklinatorium  zu  12°41'.oi  West.  Am
6.  Juni  1885  war  die  magnetische  Deklination  an  derselben  Stelle  zu  12°47.'2i  bestimmt  worden  mittelst
des  Marine-Deklinatoriums,  der  magnetische  Theodolit  gab  einen  etwas  kleineren  Werth.  Die  Säkular-Aenderung
  ergiebt  sich  aus  diesen  Beobachtungen  (an  einem  einzelnen  Tage  angestellt)  zu  —6'.2.
Magnetische  Inklination,  Aus  14  einzelnen,  gleichmässig  über  die  Monate  des  Berichts-Jahres  vertlieilten,
  mit  Meyerstein’s  und  Casella’s  Inklinatorien  angestellten  Beobachtungs-Reihen  ergiebt  sich
ein  Mittelwerth  für  das  Jahr  1886.5  zu  67°48'.i6  N.  Lässt  man  die  Bestimmungen  mit  dem  Casella’schen
Instrumente,  das  etwas  zu  hohe  Werth  giebt,  ausser  Rechnung,  so  ergiebt  sich  aus  den  Beobachtungen  mit
dem  Mey  erstein’schen  Instrumente  allein  ein  Werth  von  67°46'.7  N.  Mit  Rücksicht  auf  den  gegenwärtigen
Werth  der  Säkular-Aenderung  dieses  Elementes  verweisen  wir  auf  das  im  vorigjährigen  Jahres-Berichte
Seite  42  darüber  Gesagte.
Horizontal-Inteiisität.  Die  Horizontal-IComponente  der  erdmagnetischen  Kraft  wurde  auch  in  diesem  Jahre,
wie  in  den  vorhergehenden  durch  mehrere  Beobachtungs-Reihen  im  Kompass-Observatorium  der  Seewarte
und  auf  der  Koppel  hei  der  Diebsteicher  Mühle  bestimmt.  Eine  Reihe  von  Beobachtungen,  die  im  Kompass-Observatorium
  ausgeführt  worden  sind,  geben  übereinstimmend  mit  einer  im  Sommer  des  Berichts-Jahres
durch  Dr.  S  chaper  in  Lübeck  ausgeführten  Messung  den  Mittelwerth  für  dieses  Element  zu  0.17868  C.  G.  S.
Mehrere  Reihen  auf  dem  Platze  beim  Diebsteiche  ausgeführt  geben  einen  etwas  höheren  Werth,  nämlich
für  den  24.  August  0.17968  C.  G.  S.  —  es  scheint  die  Horizontal-Intensität  in  der  That  au  dem  zuletzt
genannten  Platze  grösser  zu  sein  —  denn  auch  im  Jahre  1887  zeigen  die  Beobachtungs-Ergebnisse  ein
ähnliches  Verhalten.  Eine  Bestimmung,  die  am  17.  Mai  d.  J.  ausgeführt  wurde,  ergab  die  Differenz  zu
0.00076  C.  G.  S.,  um  welchen  Betrag  die  Horizontal  -  Komponente  am  Diebsteiche  grösser  ist  als  im  Kompass-Observatorium. ­
  Es  bleiben  über  diesen  Gegenstand  genauere  Mittheilungen  Vorbehalten.  Die  Säkular-Aenderung
  scheint  gegenwärtig,  wie  dies  schon  bei  der  Besprechung  der  Bestimmung  der  Werthe  des  Erdmagnetismus ­
  im  vorigen  Jahres-Berichte  (Seite  42)  ausgesprochen  wurde,  erheblich  kleiner  zu  sein,  als  dies
gewöhnlich  angenommen  wurde.  Die  von  Dr.  Neumayer  im  Verlaufe  von  30  Jahren  zu  mehreren  Malen
vorgenommenen  Messungen  der  Horizontal-Intensität  liefern  zur  Bestimmung  der  Grösse  für  verschiedene
Zeitepochen  einigen  Anhalt.
Im  Sommer  des  Jahres  1856  wurden  die  Horizontal  -  Komponente  auf  dem  Heiligengeistfelde  zu
0.17384  C.  G.  S.  bestimmt  (siehe  Rümker,  Handbuch  der  Schifffahrtskunde,  6.  Auf!.,  1857,  S.  444)  —  im
Jahre  1873  im  April  auf  der  Koppel  bei  der  Diebsteicher  Mühle  zu  0.17773  C.  G.  S.*),  was  auf  1873.0  reduzirt
0.17766  C.  G.  S.  ergiebt.  Für  1886.0  wird  aus  den  Beobachtungen  von  1885  und  1886  die  Horizontal-Komponente
  zu  0.17968  C.  G.  S.  abgeleitet.  Aus  diesen  Daten  berechnet  sich  die  mittlere  Säkular-Aenderung
der  Horizontal-Intensität  in  Hamburg-Altona  für  die  Epoche  1856  —  1886  zu  0.000195  C.  G.  S.,  für  die
Epoche  1856  —1873  zu  0.00022,  für  die  Epoche  1873—1886  zu  0.00016  C.  G.  S.  Es  erhellt  daraus,  wie
sich  die  Horizontal-Komponente  ihrem  Maximal-Werthe  nähert  und  daher  die  Säkular*Aenderung  rasch  abgenommen ­
  hat.
Wie  schon  im  vorjährigen  Jahres-Berichte  erwähnt  (Seite  42—43),  wurde  auf  Ersuchen  des  Direktors
der  Seewarte  von  Herrn  Dr.  W.  Sch  aper  im  Sommer  1886  eine  Anzahl  magnetischer  Beobachtungs-Reihen
ausgeführt,  durch  welche  auch  gleichzeitig  eine  Anknüpfung  der  Bestimmungen  an  beiden  Beobachtungs*) ­
  Siehe  „Hydrographische  Mittheilungen“  1873,  Seite  283.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.