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Full text : 9, 1886

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Segel  gesetzt.  Bei  rasch  steigendem  Barometer  und  ab  klarendem  Wetter  nahm  der  Wind  aus  der  letztgenannten ­
  Richtung  zu  einer  leichten  Briese  ab.  Um  4 1 '  p.  m.  den  12.  peilte  Ape  Hill  NOzO,  etwa  25  Sm.
entfernt.  Es  wurde  Kurs  darauf  gesetzt.  Der  Himmel  war  zwar  bewölkt,  aber  das  Wetter  sichtig.  In  der
Nacht  lag  man  ab  und  an  von  der  Küste,  und  um  G  1 /a h  a.  m.  gelangte  „Ferdinand“  in  der  Nähe  seiner
Ankerboje  wieder  zu  Anker.  Die  Ankerkette,  auf  welche  ebenfalls  eine  Boje  gesteckt  war,  konnte  wieder
aufgefischt  werden.  Das  Wetter  war  jetzt  schön,  nur  die  See  noch  etwas  unruhig.
Aus  der  Aenderung  des  Luftdruckes  und  der  Richtung  und  Stärke  des  Windes  ist  zu  folgern,  dass
das  Orkanfeld  sich  in  nordöstlicher  Richtung  fortbewegte,  und  dass  das  Zentrum  desselben  in  einer
geringen  Entfernung  südlich  von  „Ferdinand“  passirte.
Aus  den  Reiseberichten  des  Kapt.  P.  Duhme,  Führer  der  deutschen  Brigg  „Minerva“.
In  dem  Meteorologischen  Journal  der  Brigg  „Minerva“,  welche  längere  Zeit  in  der  chinesischen  und
japanesischen  Küstenfahrt  beschäftigt  war,  finden  sich  von  dem  Führer  des  Schiffes,  Kapt.  P.  Duhme,  die
folgenden  Bemerkungen:
„Am  3.  April  1883  sichteten  wir  um  S'/V 1  a.  m.  Ilebi-Insel  in  OzS.  Um  6  Uhr  peilte  diese  Insel
OSO72O  und  Fira-Insel  SSO'^O.  W T ir  steuerten  darauf  bei  dem  Winde  nach  der  Collnett-Strasse,  durch
welche  wir  am  Nachmittage  hindurch  kreuzten.  Die  in  der  Karte  von  J.  Imray  „Japan  South  Part“  1881
auf  30°  7'  N-Br.  und  129°  50'  O-Lg.  verzeichneteu  Brecher*)  habe  ich,  obwohl  ich  diese  Stelle  genau  passirte,
nicht  entdecken  können;  wohl  aber  war  bei  sonst  schlichtem  Wasser  etwas  Stromkabbelung  bemerkbar.
Wir  fanden  mit  90  m  (50  Fad.)  Leine  keinen  Grund.  Auch  verrieth  ringsum  weder  eine  Brandung  noch  verfärbtes ­
  Wasser  das  etwaige  Vorhandensein  einer  Untiefe.
Im  Mai  und  Juni  1883  machte  „Minerva“  eine  Reise  ven  Yokohama  nach  Hakodate  und  zurück.  Die
Hin-  sowie  auch  die  Rückreise  wurden  in  je  10  Tagen  gemacht.  Die  Winde  waren  während  der  Reise  (vom
10.  bis  20.  Mai  und  vom  28.  Mai  bis  7.  Juni)  vorherrschend  von  NE  bis  SE,  bei  fast  beständig  dicker,  nebliger ­
  Luft.  Der  Nordoststrom  war  nur  bis  Inaboye-Saki  bemerkbar,  von  da  bis  Kingkarau  hatte  ich  dicht
unter  der  Küste  regelmässig  Ebbe-  und  Fluthströmung.  Nördlich  von  Kingkarau  setzte  der  Strom  fast  beständig ­
  nach  Süden,  schien  aber  sehr  vom  Winde  abhängig  zu  sein.  Vor  der  Tsugar-Strasse  wurde  bei
starkem  W-Winde,  etwa  3  Sm.  NO  von  Siriyasaki  ein  Gegenstrom  (nach  0  setzend)  von  4Sm.  die  Stunde
beobachtet,  so  dass  das  Einkreuzen  in  die  Strasse  unmöglich  war.  Ich  hielt  das  Schiff,  da  kein  Ankergrund
zu  finden  war,  eben  südlich  von  Siriyasaki  dicht  am  Lande  unter  Segel,  woselbst  wir  keinen  Strom  antrafen.
Während  der  Nacht  flaute  der  Wind  ab,  und  ich  machte  einen  zweiten  Versuch,  in  die  Strasse  einzukreuzen.
Der  Strom  hatte  jetzt  bedeutend  abgenommen,  und  als  wir  in  der  Nähe  von  Siriyasaki  (NNO  3  Sm.  von
demselben  entfernt)  Windstille  bekamen,  hatte  der  Strom  gekentert  und  setzte  uns  mit  1  Kn.  fahrt  in  die
Strasse  hinein.  Nach  kurzer  Windstille  kam  östliche  Briese  durch,  mit  welcher  ich  bis  Toriwi-Saki  nahe
der  Küste  von  Nipon  entlang  segelte.  Auch  bei  dem  letztgenannten  Kap  stellte  sich  dicht  unter  Land  wieder
ein  Gegenstrom  ein,  woraus  ich  folgerte,  dass  dicht  unter  der  Küste  von  Nipon  Fluth  und  Ebbe  läuft,  die
aber  jedenfalls  sehr  vom  Winde  abhängig  sind,  weshalb  auf  eine  Regelmässigkeit  derselben  nicht  zu  rechnen
ist.  Beim  Durchsegeln  der  Tsugar-Strasse  von  Osten  nach  Westen  thut  man  aber  jedenfalls  am  besten,
die  Nipon-Seite  zu  halten,  weil  man  hier  immer  den  wenigsten  Gegenstrom  hat.  Von  Toriwi-Saki,  woselbst
starke  Stromschnellen  augetroffen  wurden,  steuerte  ich  bei  starkem  NE-Winde  und  nebligem  Wetter  mit
W T1 /2N-Kurs  quer  über  die  Strasse,  um  mich  unter  Gebrauch  des  Lothes  der  Küste  von  Yesso  zu  nähern.
Ich  machte  das  Land  in  der  Nähe  von  Hakodate  Head,  von  dem  ich  nur  den  Fuss  erblickte,  während  die
Spitze  des  Berges  im  dichten  Nebel  lag.  Von  Toriwi-Saki  bis  Hakodate  betrug  die  Stromversetzung  2,5  Sm.
die  Stunde  nach  NNO.  Leute  in  Hakodate,  welche  lange  Zeit  diese  Küste  befahren  haben,  erzählten  mir,
dass  in  der  Tsugar-Strasse  dicht  unter  der  Küste  von  Yesso  der  Nebel  selten  bis  auf  das  Wasser  herunter
reicht,  und  dass  aus  diesem  Grunde  der  Fuss  der  Küste,  selbst  bei  nebligem  Wetter,  immer  einige  Seemeilen
weit  sichtbar  ist.  Ob  man  sich  auf  diese  Aussage  unbedingt  verlassen  kann,  ist  doch  wohl  sehr  fraglich.
Es  wird  in  der  Tsugar-Strasse  wohl  ähnlich  wie  unter  andern  hohen  Küsten  sein,  woselbst  ich  öfter
Gelegenheit  hatte  zu  beobachten,  dass  bei  ablandigem  Winde  der  vorhandene  Nebel  dicht  unter  der  Küste
nicht  bis  auf  die  Meeresoberfläche  reicht.  Auch  unter  der  Südküste  von  Yesso  tritt  der  meiste  Nebel
*)  In  der  Englischen  Admiralitätskarte  N0.  2412  ist  in  ungefähr  derselben  Position  „schwere  Brandung“  verzeichnet.

Archiv  18S6-  4.

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