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die Termine 6 h a. m., 2 h und 10 h p. m. abzuleiten, allein für die hier im Auge gehabten Zwecke können
die dort niedergelegten Resultate keinen Werth haben; zur Sicherung eines solchen würde es noch einer
eingehenden Prüfung und Diskussion bedürfen.
Im Laufe des Jahres 1876 wurden im Garten des Seemannshauses in einer freistehenden geräumigen
Thermometerhütte, in welcher die Instrumente 2m über dem Boden sich befanden, Kontroll-Beobacht-
ungen ausgeführt, welche den Zweck hatten, die an der Deutschen Seewarte seit dem 6. April 1875 in
einem Thermometer-Gehäuse von Holz, das an der Nordseite (s. die oben zitirte Veröffentlichung) aufgestellt
war, ausgeführten Thermometer-Aufzeichnungen mit Piücksiclit auf lokale Einflüsse zu verifiziren. Eine
im Allgemeinen ausgeführte Diskussion dieser Kontroll-Beobachtungen, welche um 9 h a. m. und um 2 h p. m.
aDgestellt wurden, ergab als Resultat, dass in den Monaten November bis Februar die Temperatur inner
halb 0?1 C. im Garten und am Fenster übereinstimmte; für 9 h a. m. erstreckte sich dasselbe Verhältniss
auch auf die Monate März und April, sowie September und Oktober; im Sommer zeigten sich dagegen in
beiden Terminen im Garten höhere Temperaturen und stiegen die Unterschiede im Mittel einzelner Monate
für 9 h a. m. bis zu 1°, für 2 h p. m. bis 1?2. Das Minimum im Garten war während der Monate März bis
Oktober stets ungefähr 0?5 tiefer. Diese Abweichungen erklären sich zum Theil aus der Konstruktion der
Psychrometer - Aufstellung im Garten, welche im Sommer eine direkte Bestrahlung der Wände des Blech
mantels zuliess.*) Um letzterem Umstande entgegenzuwirken, wurde das Gehäuse in der Hütte im Garten
mit einem schützenden Zinkmantel versehen und wurde im Laufe des Frühjahrs und Sommers 1878 eine
längere Reihe solcher Kontroll-Beobachtungen (vergleichende Temperatur-Beobachtungen am Fenster und
im Garten) angestellt; es wurden diese Beobachtungen zu verschiedenen Terminen im Laufe des Tages aus
geführt, dabei aber auf strikte Gleichzeitigkeit Bedacht genommen. Ehe von der Errichtung eines eigenen
Dienstgebäudes der Seewarte die Rede sein konnte, und darauf Bedacht zu nehmen war, ohne vergleichende
Untersuchungen an einer meteorologischen Zentralstelle die Temperatur-Messungen hinsichtlich ihres Werthes
und ihrer Vergleichbarkeit mit anderen Beobachtungs-Reihen untersuchen zu müssen, bestand die Absicht,
die auf dem bezeichneten Wege angestellten Vergleichungen zu einer Untersuchung der Eigenthümlichkeit der
Thermometer-Aufstellung in der ersten Etage an der Nordseite des Seemannshauses, allwo die Temperatur-
Beobachtungen vom 6. April 1875 bis 1. August 1881 ausgeführt wurden, heranzuziehen. Nachdem aber
mit der Neuerrichtung auf dem Stintfange begonnen worden war, konnte eine Untersuchung dieser Art kaum
mehr einen Zweck haben, wie wir gleich erkennen werden.
Im September 1879, als die Einfriedigung des Bauplatzes für das neue Dienstgebäude vollendet war,
wurde eine Thermometerhütte auf dem Reservoir auf dem Stintfange errichtet und mit Thermometern aus
gestattet. Die Konstruktion dieser Thermometer-Aufstellung, die Einzelheiten der lokalen Verhältnisse sind
im Jahres-Berichte II, 1879, Seite 6 bis 11, dargelegt worden und kann hier um so mehr darauf verwiesen
werden, als auch in der Beschreibung der Zentralstelle (Jahrgang VII „Aus dem Archiv der Deutschen See
warte, No. 2, Seite 80) auf dieselben zurückgekommen wurde. Die Einrichtungen zu Zwecken der Ver
gleichung der Temperaturen, wie sie am Seemannshause und wie in der soeben erwähnten Thermometer
hütte auf dem Stintfang, erhalten wurden, finden sich dort beschrieben, wo diese Vergleichungen in extenso
zum Abdrucke gebracht worden sind, nämlich im Jahresbericht II, Seite 11 bis 18, und im Jahresbericht III,
Seite 9 bis 20. Es umfassen die Beobachtungen den Zeitraum vom 1. Oktbr. 1879 bis zum 31. Dezbr. 1880.
Die Beobachtungen der Temperatur am Seemannshause, welche zum Vergleiche benutzt wurden, sind
den Aufzeichnungen des Hipp’sehen Thermographen, über dessen Aufstellung schon das Nähere angegeben
wurde, entnommen. In dem Werke „Meteorologische Beobachtungen in Deutschland“, Jahrgang I, 1876,
ist auf Seite III der Einleitung über die stündlichen Aufzeichnungen der Temperatur bei dem Seemanns
hause berichtet und mag hier auch auf das dort Gesagte hingewiesen werden.
Unzweifelhaft würde es das richtigste gewesen sein, ebenso, wie die Vergleichung zwischen der Thermo
meter-Aufstellung am Seemannshause und jener am Stintfang durchgeführt wurde, auch die Vergleichung
für die identische Epoche zwischen Stintfang und der neuen Aufstellung an der Seewarte zu bewirken,
weil alsdann jeglicher Zweifel, der hinsichtlich der Eigenthümlichkeit der einzelnen zu benutzenden und
*) „Meteorologische Beobachtungen in Deutschland^, angestellt an 17 Stationen der II. Ordnung im Jahre 1876 ,
Seite IV und V.