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Full text: 62, 1934

Neuere Veröffentlichungen, 
309 
Vernachlässigung der Reduktion auf das Geoid den 
Seemessungen ein Vorzug gegenüber denen auf dem 
Lande zukommt, Bei der vom Verf, benutzten 
Methode (Mehrpendelmethode) darf allerdings die 
Schiffsbewegung nur gering sein; daher mußten 
durch Untertauchen mit dem Unterseeboot — an der 
Überfläche nur gelegentlich in durch Eis geschützten 
Gewässern -— möglichst rubige Wasserschichten auf- 
gesucht werden, Die dadurch nötig gewordene 
kleine Reduktion soll leicht und einwandfrei durch- 
zuführen sein. Es wird nun über die vom Verf. 
und von anderen Forschern mittelst der Mehr: 
pendelmethode auf den verschiedensten Meeren usw. 
erzielten Ergebnisse berichtet, die schließlich eiu- 
gehend diskutiert werden. Herrvorgehoben sei nur, 
daß das Heckersche Ergebnis, wonach im großen 
und ganzen mit leidlicher Annäherung auf dem 
Meere Isostasie herrscht, bestätigt wird, 
Ohr. Jensen. 
ratur und der spezifischen Feuchtigkeit (genauer: 
der potentiellen Temperatur für den Partialdruck 
trockener Luft und des Mischungsverhältnisses des 
Wasserdampfs) abbildet, bietet gegenüber dem von 
Schinze benutzten Theiagramm — Ääquivalent- 
yotentielle Temperatur in Abhängigkeit von der 
Höhe -— einige wesentliche Vorteile. Sie vermag 
nicht nur, den Betrag von Temperatur und Feuchte 
vrenucnd, auf den Umwandlungsprozeß der Luft- 
körper Licht zu werfen, sondern sie ist auch vom 
Standpunkte der Thermodynamik (für die Er- 
kenntnis der Di-kontinnitäten, der Stabilitätsver- 
hältnisse, der vertikalen Durchmischung) wohl zu 
gebrauchen, Demgegenüber wiegt allerdings für 
den an die übliche Darstellung von Zustands- 
kurven — mit der Höhen- oder Druckskala als 
Ordinste — Gewöhnten der Mangel des festen ver- 
tikalen Bezugsystems im Rossby-Diagramm ziemlich 
schwer. 
Unter den wiedergegebenen Diagrammen finden 
sich außer den „charakteristischen Kurven“ zus- 
gewählter Einzelaufstiege auch, als Analogon zu 
den Schinze’schen „Vyp-Homologen* die kenn- 
zeichnenden Mittelkurven der äquivalent-potentiellen 
Temperatur für «ie verschiedenen Luftkörper, und 
zwar getrennt für die verschiedenen Aufstiegsorte 
und getrennt nach Jahreszeiten. Den mit kaum 
unterschiedenen Kurven und Zahlen z, T, reichlich 
beladenen Diagrammen hätte man nur von der 
klaren Ubersichtlichkeit der wiedergegebenen Wetter. 
karten gewünscht, deren Inhalt übrigens die dortige 
graße Wertschätzung der Wolkenzug-Beobachtungen 
erkennen läßt, 
Das Schwergewicht von Willett’s Unter. 
suchung taht auf der — nach Möglichkeit immer 
erklärenden — Beschreibung der Eigenschaften 
der Luftkörper von ihrer Quelle bis zur „Aus- 
mündung“. X. h. der Verfasser geht von den 
Verhältnissen &@n der Bildungsstätte des Luft- 
körpers aus und verfolgt dann die Umwandlung 
des Luftkörpers über den Vereinigten Staaten, sich 
dabei immer mit den Ursachen der Veränderung 
und ihren Wirkungen auf das Wettergeschehen 
auseinandersetzend, Die auf die meteorologiseben 
Verhältnisse rückwirkende großzügige Einfachheit 
von Umriß und innerem Aufbau des nordamerika- 
nischen Kontinents kommt ihm dabei sehr zustatien, 
and die Lage der aerologischen Stationen erlaubt 
ihm, die Figenschaften der Luftkörper ziemlich 
nahe ihrer Quelle zu studieren (z, B. der tropischen 
Golfiuft in Groesbek, Tex., der kanadischen Polar- 
Juft im Ellendale, N. D.). Soweit dem Verfasser 
mitteleuropäische Luftkörperwerte nach den 
Schinze’schen Arbeiten vorlagen, werden diese 
zum Vergleich gestellt und die Unterschiede erörtert, 
Zu erwähnen ist, daß Willett auf die von 
Bergeron dem ursprünglichen Schema hinzu- 
refügten Begriffe der arktischen Luft und der 
Äquatoriallufz für die amerikanischen Verhältnisse 
verzichtet, nach Ansicht des Referenten mit Recht, 
(Es entsprechen. die Werte seiner „kontinentalen 
Polarluft“ über Boston etwa den Schinze’scben 
Werten der maritim-arktischen Luft für Mittel- 
europa.) Vielleicht wird man von der Sonder- 
benennung dieser beiden Frisch formen von Polar 
jufe und Tropikluft überhaupt wieder mehr ab- 
kommen, weoan man auch die arktische Front und 
die äquatoriale Front, die als Interpolar- bzw 
Intertropikfront besondere Erscheinungen sind, 
weiterhin gelten lassen muß, . 
Die von Willett angewandte Methode, die 
.Luftkörper wirklich auf ihrem Wege zu verfolgen 
Willett, H. C.:;: American Air Mass Properties, 
Papers in Physical Ocecanography and Meteoro- 
logy, publ. by Mass, Inst, of Techn, and Woods 
Hole Vecennogt, Inst, In contin, of Mass, Inst, 
of Techn, Meteorol, Papers Vol, IL, No. 2. Cam- 
bridge, Mass, June 1933, 
Der Vorkämpfer der „Bergener Schule“ und 
ihrer Methode der Wetterkartenanalyse in den Ver- 
sinigten Staaten, bekannt durch seine synoptischen 
Arbeiten zur Nebel-Klassifikation (Monthl. Weath 
Rev. 1928; Met. Papers, Mass Inst, of Techn, 11), 
gibt in seiner neuen Arbeit (84 Seiten Text, dazu 
ein Anhang von zahlreichen Diagrammen und 
Karten) eine Einteilung. und eingehende Beschrei- 
dung der in Nordamerika auftretenden Laftkörper, 
Eine dem Hefte beigegebene Karte Nordamerikas 
mit Höhenschichten in Vielfarbendruck ist zur 
Veranschaulichung der . geographischen Bedingt 
heiten von Quelle, Weg und Wandlung der Luft- 
massen dienlich; aus ihr ist außerdem die Luge 
der im Text vielzitierten nerologischen Stationen 
ersichtlich. 
Der Untersuchung liegt ein winterlicher Zeit- 
raum (Dex, 1929-— März 1930) und ein sommer. 
licher Zeitranm (Juli— Aug, 1930) zugrunde, so daft 
die für die verschiedenen Luftkörper gefundenen 
typischen Werte der Struktur und des Wärme- 
inhalts bei Erweiterung des Materials immerhin 
noch einige Auderungen erfahren können, Dafür 
aber sind die ausgewählten Zeiträume mit außer. 
ordentlicher Gründlichkeit behandelt worden: Außer 
der sorgfältigen Analyse der zweimal täglich ge 
zeichneten Bodenwetterkarten, von der die gerebenen 
Beispiele zeugen, ist eine hulimassenmäßige Ver. 
arbeitung des gesamten aerologischen Materials 
vorgenommen worden, indem x. B, mehr als 
1500 Temperaturaufstiege zu „charakteristischen 
Kurven“ nach dem Rossby-Diagramm ausgewertet 
wurden. Zwei durchgeführte Beispiele von Wetter- 
antwicklungen, die für Sommer und Winter den 
Kampf der Luftmassen über Nordamerika ver: 
Anschaulichen, geben zugleich einen Kinblick in 
das für den Einzelfall drüben vorliegende synop- 
tische Maicrial von Boden und Höhe, 
Wie von G. Schinze im Thetagramm (vgl 
#4. B, G. Schinze, Die praktische Wetteranalyse, 
Arch. der D, &. Bd, 52, Nr. 1, S, 26 ff.) ist auch 
von Willett die äquivalent-potentielle Temperatur 
als konservative Größe zur Kennzeichnung deı 
Luftmassen verwendet worden. Ihre Wiedergabe 
im Rossby-Diagramm, das die äquivalent-potentielle 
Temperatur als Funktion der potentiellen Tempe-
	        
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