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Full text : 8, 1885 (1889)

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Beobachtungs-Systemes  als  gesichert  zu  erachten  ist,  wurde  auch  in  den  äquatorialen  Gegenden  darauf
Bedacht  genommen,  wo  immer  thunlich,  Beobachtungs  -  Stationen  zu  errichten.  So  wurden  gleichzeitig  mit
dem  Einzuge  des  neu  ernannten  Gouverneurs  Freiherrn  von  Soden  in  Kamerun  meteorologische  Beobachtungen ­
  eingerichtet.  Herr  von  Soden  und  das  Personal,  welches  ihn  begleitete,  hielten  sich  im  Mai
des  Berichts-Jahres  zu  Zwecken  der  Einübung  in  der  Beobachtung  und  Behandlung  der  Instrumente  einige
Zeit  an  der  Seewarte  auf  und  nahmen  die  Ausstattung  an  Instrumenten,  Journalen  p.  p.,  welche  die  Seewarte
zur  Verfügung  stellte,  mit  nach  Kamerun.  Die  Beobachtungen  werden  seit  jener  Zeit  dort  regelmässig  ausgeführt ­
  und  von  Zeit  zu  Zeit  an  die  Direktion  übersandt.
Durch  die  Bestrebungen  der  Herren  Dr.  Dr.  von  den  Steinen  und  Clauss  ist  im  Herzen  des  südamerkanischen
  Kontinentes,  der  Provinz  Matto  Grosso  in  Cuyabá  eine  meteorologische  Station  errichtet  und
Seitens  der  Direktion  mit  Instrumenten  ausgestattet  worden;  auch  von  dort  gehen  regelmässig  Beobachtungen
ein  und  soll  im  nächsten  Jahres-Berichte  eingehender  auch  darüber  berichtet  werden.
Die  Thätigkeit  des  Hiilfsarbeiters  des  Direktors.  Der  persönliche  Assistent  des  Direktors  war
während  des  Berichts-Jahres  mit  den  fortlaufenden  Beobachtungen  und  Berechnungen  der  magnetischen
Elemente  im  Kompass-Observatorium  beschäftigt.  Ausserdem  ist  zu  einem  grossen  Theile  von  demselben
auf  dem  Platze  vor  dem  Dienstgebäude  der  Seewarte,  und  namentlich  rund  um  die  Kuppel  des  Kompass-Observatoriums
  an  vielen  Stellen  die  Deklination  und  Inklination  bestimmt  worden  behufs  Feststellung  etwaiger ­
  lokaler  Störungen.  Es  wurde  eine  üebersicht  dieser  Untersuchungen  ausgearbeitet  und  soll  dieselbe
dem  allgemeinen,  über  den  Gegenstand  zu  verfassenden  Berichte  einverleibt  werden.  Herr  Dr.  Duderstadt,
welcher  in  der  letzten  Hälfte  des  Jahres  die  Funktionen  eines  Hülfsarbeiters  des  Direktors  übernahm,  war  auch
in  folgenden  Materien  beschäftigt:
1)  Vergleichungen  der  Registrirung  der  verschiedenen  Anemometer  und  Ueberwachung  der  betreffenden

Apparate.
2)  Vergleichung  der  Psychi'ometer  -  Angaben  mit  denen  eines  Kondensations-Hygrometers.  Es  wurde  zu
diesem  Zwecke  eine  grössere  Beobachtungs-Reihe  ausgeführt.
3)  Berechnung  von  Temperatur-Aufzeichnungen  in  arktischen  und  antarktischen  Gebieten  zur  Feststellung
der  Differenzen  in  dieser  Hinsicht  für  die  Gebiete  ozeanischen  Charakters.
4)  Vergleichung  der  Zeitball-Signale  mit  der  telephonisch  übertragenen  Zeit  von  der  Seewarte.
5)  Buchung  und  Ueberwachung  der  Uebersendung  von  Manuskripten  und  Korrekturen  an  die  Redaktion
der  „Annalen  der  Hydrographie  und  Maritimen  Meteorologie“.
6)  Führurg  des  Protokolles  über  die  Sitzungen  des  Kolloquiums  und  des  Journales  über  die  zu  Zwecken
von  Referaten  im  Kolloquium  verliehenen  Zeitschriften.
Ausser  den  hier  oben  genannten  fortlaufenden  Arbeiten  leistete  Herr  Dr.  E.  Duderstadt  wesentliche
Dienste  in  der  Fertigstellung  der  Bücher  -  Kataloge  der  Bibliothek,  sowie  derselbe  herangezogen  wurde  zu
den  für  die  Vorbereitung  einer  eingehenden  Revision  dienenden  Vorarbeiten.
Der  Zeichner  des  Institutes.  Wie  in  früheren  Jahren  war  Herr  Denys  auch  im  Berichts-Jahre  beständig ­
  durch  die  laufenden  Zeichen-  und  lithographischen  Arbeiten  in  Anspruch  genommen.  Sowohl  die
täglichen  Wetter-Berichte,  sowie  auch  die  „Monatliche  üebersicht  der  Witterung“  und  im  Laufe  des  Berichtsjahres ­
  erschienene  kartographische  Arbeiten  legen  für  die  Thätigkeit  des  Zeichners  ein  beredtes  Zeugniss
  ab.
Ein  erheblicher  Theil  der  Zeit  des  Zeichners  der  Seewarte,  Herrn  Denys,  wurde  durch  strenge
Ausführung  der  Karten-Korrekturen  in  Anspruch  genommen.  Es  wurden  von  demselben  i.  J.  1885  751  einzelne
Korrekturen  in  Seekarten  ausgeführt,  die  sich,  wie  folgt,  über  die  einzelnen  (13)  von  der  Kaiserlichen  Admiralität ­
  angenommenen  Titel  vertheilen:
I,  175;  II,  61;  III,  82;  IV,  20;  V,  56;  VI,  69;  VII,  18;  VIII,  22;  IX,  44;  X,  73;  XI,  56;  XII,  68;

XIII,  7.
Durch  diese  Korrekturen,  die  nach  den  Angaben  in  den  „Nachrichten  für  Seefahrer“  ausgeführt  sind,
wurden  die  Seekarten  der  Sammlung  der  Deutschen  Seewarte  stets  auf  dem  Laufenden  erhalten,  so  dass
jederzeit  für  die  Korrektheit  der  einzelnen  in  der  Sammlung  befindlichen  Karten  eingetreten  werden  konnte.
Natürlich  ist  dies  stets  so  zu  verstehen,  dass  der  Begriff  der  Korrektheit  nur  auf  den  gegenwärtigen  Stand
unserer  Kenntnisse  bezogen  werden  kann.  Ein  Buch,  welches  allmonatlich  vom  Direktor  revidirt  wurde,
giebt  über  Wesen  und  Datum  der  ausgeführten  Korrekturen  genauesten  Aufschluss.
            
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