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Full text: 8, 1885 (1889)

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Im Uebrigen wurden — wie schon erwähnt — neue Einrichtungen nicht getroffen, sondern darauf 
Bedacht genommen, dass die bereits bestehenden stets wirksamer werden konnten. 
Telegramme zur Konstruktion von Wetterkarten nach ausserhalb Hamburgs. Die zu diesen Zwecken 
von der Seewarte abgegebenen Depeschen blieben im Berichts-Jahre unverändert. 
Die Direktion war unablässig bemüht, die Einrichtungen zur Verbreitung der Witterungs-Nachrichten 
durch die Zeitung an einzelnen Orten in Deutschland, wo dafür noch nicht gesorgt war, zu fördern und 
dahin zu wirken, dass das Verständniss für die Wohlthaten eines wohlgeordneten Witterungsdienstes in stets 
weiteren Kreisen Wurzel fasste. 
In Berlin bildete sich das im Laufe des vorigen Jahres errichtete Witterungs-Bureau des Herrn Lipkowitz 
auf festerer Grundlage aus, was sich besonders dadurch kundgab, dass in dem Berliner Fremdenblatt und 
in der Vossischen Zeitung Wetterkarten veröffentlicht wurden. 
Als Ergänzung zu dem Isobaren-Telegramm erhielt die meteorologische Zentralstelle in Stuttgart die 
Gruppen III und IV der Stationen Hurst Castle, Clermont und Lemherg. 
III. Tägliche Bericht-Erstattung in Hamburg und Altona und Herstellung von Zeitungs-Wetterkarten überhaupt. 
Auch in dieser Hinsicht trat im Laufe des Berichts-Jahres eine wesentliche Aenderung nicht ein und 
kann daher auf das Seite 38 des vorigen Berichtes Gesagte Bezug genommen werden. Die an jener Stelle 
erwähnte Einrichtung von „Wettersäulen“ — wie sie Herr Otto Radde getroffen hatte — schien im 
Ganzen den Wünschen des Publikums zu entsprechen, wenn auch nicht unerwähnt bleiben darf, dass die 
Kontrolle der an denselben zur Ausstellung gebrachten Instrumente Manches zu wünschen übrig liess. 
Zwar hatte die Direktion Sorge dafür getragen, dass gelegentlich — namentlich die Aneroid-Barometer — 
verglichen und eventuell korrigirt werden konnten, allein eine gründliche Ueberwachung der Aufstellung 
und Angaben der Instrumente Seitens der Seewarte war schon aus dem Grunde nicht angängig, weil keinerlei 
amtliche Kontrolle hierin geübt werden konnte. Auch schien es nicht erforderlich, dieser Privat-Einrichtung 
eine strengere Beachtung zu widmen, weil es durch Benutzung der von der Seewarte herausgegebenen 
Wetterkarten für die, diese Privat-Einrichtung überwachenden Behörden stets möglich war, genügende Kon 
trolle zu üben. Die Aufmerksamkeit des Herrn Radde wurde Seitens der Direktion auf diesen Punkt 
gelenkt und eine diesbezügliche Anweisung in seine Hände gelegt. 
Auch in anderen Städten des nordwestlichen Deutschlands, so u. a. in Bremen und Lübeck, wurden 
von der „Annoncen-Uhren-Aktien-Gesellschaft“ (Herrn Otto Radde) ähnliche Einrichtungen, wie in Hamburg, 
getroffen, jedoch fehlt der Direktion hierüber jedwede authentische Mittheilung. 
IV. Tägliche Wetter-Prognosen und Verbreitung derselben in Deutschland. 
Die Prognosen wurden auch während des Berichts-Jahres veröffentlicht in dem täglichen autographirten 
Wetter-Berichte und ferner durch Anschlag in der Vorhalle der Seewarte, welch’ letztere Einrichtung vom 
Publikum und insbesondere von den hiesigen Zeitungen in der ausgiebigsten Weise benutzt wurde. 
Chiffrirte Prognosen in der im vorigen Jahres-Berichte, Seite 33 und 36, angegebenen Weise erhielten 
die meteorologischen Zentralstellen in München, Karlsruhe, Stuttgart und Chemnitz. 
Die Statistik der in den Wetterkarten der Seewarte veröffentlichten Wetter-Prognosen und ihre Prüfung 
wurde in der bisherigen Weise bis zum Schlüsse des Berichts-Jahres fortgesetzt. Am 11. Dezember, als 
dem Tage, an welchem vor 10 Jahren die Vorstände der meteorologischen Institute in Deutschland, Däne 
mark und Holland (siehe den Bericht: „Einrichtung eines Witterungs-Dienstes für Nordwest-Europa“) die 
Maxime berathen hatten, nach welchen bisher dieser Dienst gehandhabt wurde, trat in der Seewarte eine 
Kommission zusammen, welcher Seitens der Direktion die Aufgabe gestellt wurde, nunmehr auf’s Neue die 
Maassnahmen zur Einrichtung eines Witterungs-Dienstes sowohl, als auch zur Abänderung der in erster 
Linie auf Förderung dieses Dienstes berechneten Veröffentlichungen zu berathen. Die unter dem Vorsitze 
des Direktors der Seewarte tagende Kommission beschäftigte sich unter Anderem auch mit der Handhabung 
des Prognosen-Dienstes und der Prüfung der Resultate desselben. Da die Durchführung der bei dieser 
Gelegenheit gefassten Beschlüsse erst im nächsten Jahre eintrat, so kann an dieser Stelle von einer de- 
taillirten Darlegung des über diese Berathungen verfassten Berichtes Abstand genommen und dieselbe in 
den nächsten Jahres-Bericht verwiesen werden. Nur soviel mag erwähnt werden, dass man sich innerhalb 
jener Kommission auch mit der Frage beschäftigte, ob es wünschenswerth sei, sowohl die Prognosen-Stellung,
	        
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