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Volltext : 7, 1884 (7, 1884)

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mittels  der  an  denselben  befindlichen  Muffeln  genauestens  so  regulirt  ist,  dass  die  Vertikalachse  bei  S
keinen  Kreis  beschreibt,  d.  h.  „genau  läuft“.
Der  Chronoineter-Schaukel-Apparat  wird  dadurch  hergestellt,  dass  ein  Kasten  D  B  in  der  Weise,
wie  es  Tafel  18  zeigt,  aufgestellt  wird.  Dieser  Kasten  dreht  sich  in  der  Mitte  um  eine  Nuss  in  der  Weise,
dass  er  nach  allen  Seiten  bewegt  werden  kann.  Eine  exzentrische  Scheibe  wirkt  auf  ein  Gestänge,  welches
ausserhalb  der  Mitte  des  Kastens  mit  Beziehung  auf  die  Längsrichtung  an  demselben  festsitzt,  wodurch  dem
Kasten  durch  das  Drehen  der  exzentrischen  Scheibe  eine  schaukelnde  (schlingernde)  Bewegung  gegeben
werden  kann.  In  ganz  ähnlicher  Weise  wirkt  ein  Gestänge,  welches  mit  einer  zweiten  exzentrischen  Scheibe
in  Verbindung  steht  und  mit  dem  anderen  Ende  ausserhalb  der  Mitte  des  Kastens  —  hinsichtlich  der  Querrichtung ­
  —  an  demselben  festsitzt.  Durch  diese  Vorrichtung  erhält  der  Kasten  eine  schaukelnde  Bewegung
nach  vor-  und  rückwäi'ts  (stampfend).  Man  kann  nach  Belieben  die  eine  oder  die  andere  der  Bewegungsarten
  oder  beide  zugleich  in  Thätigkeit  setzen,  und  erfolgt  die  Bewegung  dadurch,  dass  ein  Leitstrang  ohne
Ende  e  e,  sowohl  über  eine  Welle,  die  mit  den  exzentrischen  Scheiben  in  Verbindung  steht,  als  über  eine
Friktionsrolle  E  gelegt  wird.  Setzt  sich  der  ganze  Rotations-Apparat  in  Bewegung,  so  wird  die  Friktionsrolle ­
  E  durch  die  Reibung  auf  einer  an  der  Achse  festsitzenden  Keilscheibe  in  Rotation  versetzt,  was  bewirkt, ­
  dass  durch  den  Leitstrang  e  e  die  exzentrischen  Scheiben  des  Schaukel-Apparates  in  Bewegung  gesetzt
werden.  Die  Schnelligkeit  des  Schaukelkastens  in  seiner  Bahn  darf  nicht  grösser  werden,  als  etwa  2  m
pro  Sekunde,  weil  sonst  die  Zentrifugalkraft  die  Sicherheit  des  Apparates  gefährden  könnte.  Es  ist  nicht
schwer  zu  ersehen,  dass  dieser  Apparat  Tage  lang  in  Bewegung  erhalten  werden  kann,  indessen  der  Kasten,
in  welchem  sich  die  Chronometer  in  ganz  ähnlicher  Weise,  wie  an  Bord,  aufgestellt  befinden,  nach  Belieben
■  seine  schaukelnde  Bewegung  ausführt.  Innerhalb  des  Kastens,  der  mit  einem  Deckel  D  verschlossen  gehalten ­
  werden  kann,  ist  ein  Maximum-  und  ein  Minimum-Thermometer  (T,  T)  in  der  Weise  aufgehängt,
dass  die  Indices  derselben  durch  die  schaukelnde  Bewegung  nicht  iufluirt  werden  können.
In  neuester  Zeit  ist  auch  eine  Vorrichtung  an  diesem  Kasten  angebracht  zum  Veranlassen  von  Stössen,
die  eine  ähnliche  Wirkung  hervorzubringen  vermögen,  wie  das  Stampfen  der  Schiffe.  In  der  Zeichnung
ist  dieser  Theil  noch  nicht  angedeutet.
Es  wurde  bereits  eine  Anzahl  von  Versuchen  mit  diesem  Apparate  angestellt,  um  die  Einwirkung  des
Seeganges  auf  Chronometer  zu  prüfen.  Die  Resultate  sollen  anderswo  veröffentlicht  werden;  hier  sei  nur
soviel  erwähnt,  dass  die  Leistungen  des  Chronometer-Schaukel-Apparates  zufriedenstellend  waren.
Der  Chronometerkasten  wird,  da  er  von  erheblichem  Gewichte.  ist,  mit  einem  besonders  dafür  konstruirten
  Gestelle  von  dem  Combe’sclien  Apparate  abgenommen  oder  auf  denselben  aufgesetzt.  Es  ist
dieses  Gestell  ganz  ähnlich  konstruirt,  wie  die  Umlege-Apparate  bei  Durchgangs-  oder  Meridian-Instrumenten.
Dasselbe  findet  seine  Stelle  für  gewöhnlich  in  einer  der  Ecken  des  Lichthofes;  eine  besondere  Beschreibung
erscheint  zum  Verständnisse  nicht  erforderlich.
Der  Saal  für  Barometer-Vergleichungen  und  selbstregistrirende  Instrumente.
In  den  Kellerräumen,  und  zwar  in  dem  Zimmer  No.  6  (Tafel  5),  befinden  sich  die  Apparate  und  Instrumente ­
  für  die  Vergleichung  der  Barometer,  zur  Registrirung  des  Luftdruckes  und  der  Temperatur,  sowie
für  die  direkte  Beobachtung  des  ersteren  Elementes.  In  B  (Tafel  12  und  13)  befindet  sich  auf  einem  vom
Fussboden  isolirten  Postamente  <7,  g  der  Baro-Thermograph  von  Dr.  P.  Schreiber.  Die  nähere  Beschreibung
dieses  Instrumentes  findet  sich  in  „Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte,  Jahrgang  I,  N0.  1,  S.  18—25“.*)
Zum  Verständnisse  der  in  den  angezogenen  Tafeln  gegebenen  Zeichnung  ist  zu  erwähnen,  dass  in  a,  a  der
Kanal  dargestellt  ist,  in  welchem  die  Bleiröhren  gelegen  sind,  welche  zu  dem  als  Gefäss  für  das  Luft-Thermometer
  dienenden  Kupfer-Zylinder  führen.  Dieses  Gefäss  T  ist  ausserhalb  des  Fensters  in  einer  Höhe
vom  Boden  von  2.35  m  angebracht.  In  w  ist  der  Kanal,  in  welchem  das  Drahtseil  liegt,  welches  zum  Gewichte ­
  W  führt,  das  zum  Treiben  des  Uhrwerkes  erforderlich  ist.
Der  Apparat  ist  in  einem  entsprechenden  Gehäuse,  wie  auf  Tafel  12  dargestellt,  eingeschlossen.  Die
dazu  gehörige  Ablese-Vorrichtung  befindet  sich  in  F.  Durch  die  durch  ein  Fenster  abgeschlossene  Oeffnung  0
kann  man  von  dem  Kathetometer,  welches  sich  in  dem  daran  liegenden  Zimmer  aufgestellt  befindet,  die
einzelnen  Instrumente  des  Schreiber’schen  Apparates  anvisiren.

*)  Siehe  auch  Tafel  28  dieser  Beschreibung.
            
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