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Volltext : 7, 1884 (7, 1884)

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den  auf  Süd-Georgien  und  Orange  Bay  gemachten  Beobachtungen  durchzuführen.  Da  beide  Stationen  dem
Systeme  der  internationalen  Polar-Forscbung  angehörten,  so  fand  die  Anregung  zu  deD  besagten  Studien
allerorten  lebhaften  Anklang,  was  sich  besonders  darin  äusserte,  dass  die  meteorologischen  Institute
aller  seefahrenden  Nationen,  welche  sich  an  maritim-meteorologischen  Beobachtungen  betheiligen,  für  die
Polar-Epoche  (1882/83)  und  für  das  Gebiet  des  Südatlantischen  Ozeans  bereitwilligst  ihre  respektiven
meteorologischen  Journale  für  diese  wichtige  Arbeit  zur  Verfügung  stellten.  Ganz  abgesehen  davon,  dass
eine  in  so  grossem  Maasstabe  angelegte,  in  erster  Linie  maritim-meteorologische  Arbeit  auf  die  verwandten
Forschungszweige  der  Seewarte  nicht  anders  als  belebend  und  anregend  wirken  konnte,  war  es  besonders
auch  das  Erzielen  eines  einmüthigen  Zusammenwirkens  der  verschiedenen  Schwester-Institute,  was  für  die
Deutsche  Seewarte  die  günstigsten  Erfolge  erzielte.  Es  steht  zu  hoffen,  dass  die  einmal  im  vorliegenden
Falle  mit  Glück  betretenen  Pfade  der  internationalen  Arbeits-Theilung  auf  dem  maritim-meteorologischen
Felde  weiter  ausgebildet  werden  mögen.
Es  wurde  iu  dem  Jahres-Berichte  für  1883,  Seite  15,  erwähnt,  dass  die  von  der  Deutschen  Polar-Kommission
  auf  Labrador  errichteten  meteorologischen  Stationen  II.  Ordnung  an  die  Seewarte  übergingeD,
d.  h.  dass  die  Verwaltung  der  Stationen,  das  Sammeln  der  dort  gemachten  Beobachtungen  in  Zukunft  Sache
der  Seewarto  sein  würde.  Es  mag  hier  konstatirt  werden,  dass  die  meteorologischen  Beobachtungen,  welche
bis  zum  Abgänge  des  Missionsschiffes  von  der  Küste  von  Labrador  während  des  Jahres  1883/84  gemacht
worden  waren,  richtig  bei  der  Abtheilung  I  eingelaufen  sind.  Unzweifelhaft  werden  die  meteorologischen
Arbeiten  von  den  Stationen  Labradors  für  die  Entwickelung,  namentlich  der  ausübenden  Witterungskunde
von  erheblicher  Tragweite  werden,  sobald  nur  einmal  die  Legung  eines  Kabels  zu  meteorologischen  Zwecken
über  Island,  die  Südspitze  von  Grönland  nach  Labrador  und  von  dort  nach  Kanada  und  den  Vereinigten
Staaten  zur  Thatsache  geworden  sein  wird.  Gegenwärtig  stellen  sich  allerdings  der  Ausführung  dieses
grossen  Planes  finanzielle  Schwierigkeiten  entgegen,  die  aber,  wie  man  mit  Zuversicht  erwarten  darf,  schwinden ­
  werden,  sobald  die  meteorologischen  Studien  für  den  Atlantischen  Ozean,  welche  von  dem  dänischen
meteorologischen  Institute  und  der  Deutschen  Seewarte  (und  von  dem  Meteorological  Office  in  London  für
die  Polar-Epoche)  durchgeführt  werden,  zu  gewissen  praktisch  verwerthbaren  meteorologischen  Wahrheiten
gediehen  sein  werden.  In  dieser  Erwartung  für  die  Entwickelung  der  Meteorologie  erblicken  wir  die  Bedeutung ­
  der  Einrichtung  der  meteorologischen  Stationen  auf  Labrador  und  haben  deshalb  es  für  zweckmässig ­
  erachtet,  schon  an  dieser  Stelle  der  neuen  Errungenschaft  zu  gedenken.

II.  Zur  Geschichte  der  Deutschen  Seewarte.
1.  Allgemeines.
Wie  schon  in  der  Einleitung  erwähnt,  sind  es  nicht  besonders  hervorragende  Momente,  welche  die
Geschichte  der  Seewarte  während  des  Berichts-Jahr  es  kennzeichnen.  Auch  in  dem  Personal  gingen,  in  die
Verhältnisse  des  Institutes  eingreifende  Aenderungen  nicht  vor  sich  und  blieben  die  Beamten  in  den  denselben ­
  im  Laufe  des  vorhergegangenen  Jahres  zugewiesonen  Arbeitsfeldern  auch  während  des  Berichtsjahres ­
  thätig.
Eine  Beschränkung  der  Tliätigkeit  des  Institutes  wurde  nach  zwei  Bichtungen  hin  erzielt.  Vom
1.  Jauuar  d.  J.  ab  musste  aus  Gründen,  welche  im  vorigen  Jahres-Berichte,  Seite  29  und  30,  dargelegt  sind,
die  Prüfung  ärztlicher  Thermometer  Seitens  der  Abtheilung  II  eingestellt  werden.  In  einem  besonderen
Berichte  über  die  Thermometer-Prüfung  an  der  Seewarte,  welcher  als  No.  4  des  Sammelwerkes  „Aus  dem
Archiv  der  Deutschen  Seewarto“,  Jahrgang  V,  1882,  erschienen  ist,  sind  die  Resultate  der  Prüfung  von
Thermometern  niedergelegt  und  ist  in  den  einleitenden  Worten  auch  auf  die  Motive  hingewiesen,  welche
zur  Sistirung  der  Prüfung  solcher  Thermometer  die  Grundlage  bildeten.  Es  wird  auf  diesen  Bericht,  der
Manches  von  Interesse  enthält,  hiermit  verwiesen.
In  den  verschiedenen  Jahres-Berichten,  u.  a.  im  vorigen  Jahres-Berichte,  Seite  3,  wurde  da,  wo  von
der  Ausgabe  täglicher  Witterungs-Aussichten  die  Rede  ist,  auf  die  Schwierigkeiten  hingewiesen,  welche  sich
diesem  Theile  der  Thätigkeit  der  Seewarte  entgegenstellten.  Gegen  Ende  des  Vorjahres  und  im  Beginne
            
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