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Object: 7, 1884 (7, 1884)

Jahresbericht Nr. 20/1965 
- Seite 64 - 
Zur Frage der Verschmutzung des Meeres durch industrielle Abfallproduk 
te wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, 
Hamburg, und der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, ein die Grund 
sätze festlegendes Gutachten angefertigt, das bei der Beurteilung von Ein 
zelanträgen jeweils zugrunde gelegt werden kann. 
Die Überwachung der Gamma-Aktivität des Oberflächenwassers wurde mit den 
auf mehreren Schiffen eingebauten, kontinuierlich registrierenden Meßgerä 
ten fortgeführt. Im Berichtsjahr registrierten wir im Oberflächenwasser an 
den deutschen Nord- und Ostseeküsten keine über dem Normalpegel liegenden 
Werte der Radioaktivität des Wassers. 
Die von Bord des FFS "Anton Dohrn" aus seit 1961 bei Fahrten in die 
Barents-See regelmäßig entnommenen Wasserproben wurden bis 1964 aufgear- 
beitet. Der Gehalt an Strontium 90 und Cäsium 137 ist gegenüber 1963 
leicht angestiegen, liegt aber, obwohl in den Jahren 1961/62 bei Nowaja 
Semlja Atomwaffenversuche unternommen wurden, noch weit unter dem des Ober 
flächenwassers der Nordsee. Die höhere Aktivität des Nordseewassers dürfte 
im wesentlichen auf dem starken Zustrom von Frischwasser aus den großen 
Flußgebieten (Elbe, Weser, Rhein, Themse), durch den ein großer Teil des 
auf das Festland fallenden radioaktiven Niederschlags dem M e er zugeführt 
wird, beruhen. Dazu kommt das im Verhältnis zum freien Ozean kleine Volu 
men der Nordsee. 
Die Aufarbeitung der 1964 im Elbmündungsgebiet mit Hilfe einer Durch 
laufzentrifuge aus dem Wasser abgetrennten Trübungsstoffe wurden abge 
schlossen. Die entnommenen Wasserproben wurden auf Brutto-Beta-Aktivität, 
Strontium 90 und Cäsium 137 untersucht, die Sedimente und Bodenproben auf 
ihre Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung sowie den Kaliumgehalt. Darüber 
hinaus wurden - soweit möglich - von den Proben Gammaspektren aufgenommen 
und die Verteilung des Cer 144 und des Ruthenium 103/106 untersucht. 
Die 1961 begonnenen Aktivitätsmessungen in situ am Meeresboden wurden 
in der westlichen Ostsee (Kieler und Lübecker Bucht) und in der Deutschen 
Bucht fortgesetzt. Zur näheren Untersuchung im Laboratorium wurden Wasser- 
und Bodenproben entnommen. 
Insgesamt wurden in der Ostsee 37 Bodenmessungen in situ sowie 37 Boden- 
und 15 Wasserproben und in der Nordsee 465 Bodenmessungen in situ sowie 
466 Boden- und 11 Wasserproben durchgeführt oder entnommen. Die Reisen des 
FS "Meteor" in den Indischen und den Atlantischen Ozean erbrachten darüber 
hinaus 18 Wasserproben für radiologische Untersuchungen. 
Die Entwicklung einer Nachweismethode für Kobalt 60, Zink 65 und Mangan 
54 in Seewasser konnte bis zur Laboratoriumsreife abgeschlossen werden.
	        
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