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Fig. 10.
Fig. 11.
Es hängt also die Grösse dieser Koeffizienten ab von dem Induktions-Koeffizienten der Dwarsschiffs-
Komponeute des Erdmagnetismus in der Längsschiffs - Richtung und von dem Induktions-Koeffizienten der
Längsscliiffs-Komponente des Erdmagnetismus in der Dwarsschiffs-Richtung. In den meisten Fällen werden
diese Induktions-Koeffizienten = 0 sein, wie ein Blick auf die Figuren 5 und 7 zeigt,
da in den meisten Fällen in Bezug auf die Dwarsschiffs - Induktion die neutrale Ebene,
bezw. der neutrale Punkt durch die Mittschiffslinie bezeichnet sein wird, und in dieser
der Kompass aufgestellt zu werden pflegt. Ist der Kompass nicht in der Mittschiffslinie
aufgestellt, so wird in der von ihm ausgehenden Längsschiffslinie fast immer ein Pol
von der Dwarsschiffs-Induktion hervorgerufen sein, und zwar wird bei einem an Steuer
bord aufgestellten Kompass vor dem Kompass Nord-Magnetismus durch Dwarsschiffs-
Induktion, achter demselben Süd - Magnetismus induzirt sein, wie nebenstehende Figur
zeigt. Ein an Steuerbordseite aufgestellter Kompass zeigt also meistens —b, ein an Back
bordseite aufgestellter Kompass dagegen + b.
Auch d wird in der Regel sehr nahe gleich 0 sein, denn wenn auch die Vertheilung
des im Schiffe induzirten flüchtigen Magnetismus so sein mag, dass in der durch den
Kompass gehenden Dwarsschiffslinie die eine Polarität von der Längsschiffs-Induktion
überwiegt (meistens die des Achterschiffs, Süd-Magnetismus unserer
Figur 7), so wird doch diese Polarität für einen in der Mittschiffslinie
aufgestellten Kompass an beiden Seiten desselben sehr nahe gleich stark
sein, und daher keine Wirkung in der Dwarsschiffs-Richtung bemerkbar
sein, siehe nebenstehende Figur 11 (a).
Für einen ausserhalb der Mittschiffslinie aufgestellten Kompass wird
sich dagegen meistens ein d bemerkbar machen. Steht der Kompass an
Steuerbordseite, so wird an Backbordseite mehr des von der Längsschiffs-
Ivomponente induzirten Magnetismus sein, als an der Steuerbordseite, und
wir erhalten, wenn der Kompass im Achterschiff angenommen wird, ein
— d. Siehe nebenstehende Figur 11 (b).
Ein an Steuerbordseite aufgestellter Kompass wird daher, wenn
nur das Schiff im Grossen und Ganzen auf ihn einwirkt, —b und —d,
^ und folglich je nach der Grösse von b in Bezug auf d ein fl- oder —31,
aber stets ein —(5 haben. Ein an Backbordseite aufgestellter Kompass hat dagegen +d und +&, daher
je nachdem b^ d ein negatives oder positives 31, aber stets ein positives (5.
Da jede Eisenmasse, deren horizontale Induktionsaxe exzentrisch zum Kompass liegt,
31 und 6 hervorruft, so muss dieselbe ein +d, oder ein +b hervorrufen, und ist in
jedem einzelnen Falle das Vorzeichen dieser Koeffizienten nach der Lage der betreffenden
Eisenmassen zum Kompasse klar; auch müssen diese Koeffizienten stets auftreten, wenn
bei seitlich aufgestellten Kompassen die mittschiffs liegende Steuerwelle nicht sehr entfernt
ist. Eine solche Steuerwelle verursacht alsdann für einen an Steuerbordseite aufgestellten
Kompass ein +d, für einen an Backbordseite aufgestellten Kompass ein —d (ausserdem
in beiden Fällen ein +ffl), gibt also im ersteren Falle +31 und +®, im letzteren Falle
— 3t und —(5. Siehe nebenstehende Figur 12.
Die Formeln für 31 und S zeigen, dass, wenn für den Kompass die Koeffizienten d und
b in Betracht kommen, sowohl 3t wie © entstehen muss. Nur in dem Falle, wo beide das
selbe Vorzeichen haben und gleich gross sind, wird 3t == 0, während 6 einen verhältniss-
mässig grossen Werth erreicht. Haben b und d entgegengesetzte Vorzeichen und sind
gleich gross, so wird @ = 0, 31 verhältnissmässig gross werden; nur wenn d und b beide
gleich Null sind, können 31 und ® beide gleich Null werden.
Ueber die Grösse von d und b auf verschiedenen Schiffen und bei verschiedenen Kompass-Aufstellungs
orten ist zur Zeit nur wenig bekannt.
In den Fällen, wo eine Kompensation von St und 6 wünschenswerth sein sollte, wird es sich meistens
wohl nur um die Aufhebung der Wirkung der Steuerwelle handeln. Es geschieht das alsdann am besten
Fig. 12.