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zeichne hier vorläufig von N bis 0 und im weiteren Verfolge der Erörterungen, bei welchen namentlich
hervorzuheben ist, wie auch auf Süd- und West-Kurs die Richtkraft des Kompasses geschwächt wird,
die ganze Kurve der Deviation (auf SO-Kurs West-Deviation, auf S-Kurs Null, auf SW-Kurs Ost-Deviation,
auf West-Kurs Null, auf NW-Kurs West-Deviation) an die Tafel, wobei man dieselbe zweckmässig
wieder auf ein rechtwinkliges Koordinaten-System bezieht.
Die von der Horizontal-Komponente des Erdmagnetismus durch Induktion von flüchtigem Magnetismus
im Schiffe hervorgerufene Deviation, verläuft also ganz anders wie die bisher betrachtete, welche in ihrem
Verlaufe rund um den Kompass in einem Halbkreise östlich und im anderen westlich war. Hier findet
4 mal ein Durchgang durch Null statt und zwar auf den 4 Kardinalstrichen, N, 0, S und W r , während auf
den 4 Interkardinalstrichen, NO, SO, SW und NW ein Maximum der Deviation eintritt. •— Während bei
Null-Strich-Kurs, Nord, keine Deviation vorhanden war, ist schon bei einem Kurse von 4 Strich, .NO, das
Maximum derselben, bei einem Kurse von 8 Strich wieder Null u. s. w. eingetreten. Diese Deviation ver
läuft demnach ihrem Maximum gegenüber auf den verschiedenen Kursen nicht etwa wie die Abweichung
der Distanz gegenüber, sondern sie erreicht doppelt so schnell ihr Maximum und wird auch doppelt so
schnell wieder Null. Nehmen wir aber immer bei jedem Kurse die doppelte Anzahl seiner Striche in
Rechnung, rechnen wir also NO nicht = 4 Strich, sondern = 8 Strich, wo dann natürlich Ost als 16 Strich,
NNO als 4 Strich, ONO als 12 Strich u. s. w. zu rechnen ist, so wird unter dieser Annahme die in Rede
stehende Deviation auf den verschiedenen Kursen wie die Abweichung gegenüber der Distanz verlaufen. Die
Abweichung wird aus der Distanz durch Multiplikation mit dem sin des Kurses erhalten. Wir haben also
hier das Maximum der zuletzt erläuterten Deviation, welches wir mit D bezeichnen wollen; mit dem sin
des doppelten Kurses zu multipliziren, wenn wir den Betrag derselben auf den verschiedenen Kursen er
mitteln wollen.
Unserer früheren Formel (12):
d = BsinL,'-\- Ccost,'
haben wir also noch das Glied Dsin2£' hinzuzufügen, so dass sie jetzt lautet:
(13) d ~ Ilsin'C'+ Ccosi'+ Dsin2g.
Der so eingeführte Deviations-Koeffizient D ist nun natürlich bei allen Schiffen und Kompass-Orten
verschieden. Er ist nach unserer obigen Betrachtung immer positiv, wenn nicht besondere Umstände, die
wir noch näher betrachten werden, vorliegen. Bei gut aufgestellten Regel-Kompassen pflegt sein Betrag auf
Segelschiffen zwischen 3 und 6, auf Dampfschiffen zwischen 3V 2 und 8 Grad zu schwanken.
Wir wollen nun untersuchen, ob und welche Aenderungen in diesem Koeffizienten mit der Zeit und
der Ortsveränderung des Schiffes vor sich gehen. Die Grösse desselben wird von der Fähigkeit des Schiffs
eisens, flüchtigen Magnetismus in sich aufzunehmen, von der Masse des Eisens und seiner Vertheilung um
den Kompass abhängen. Ausserdem ist klar, dass umsomehr flüchtiger Magnetismus durch die Horizontal-
Komponente der magnetischen Erdkraft im Schiffseisen induzirt wird, je stärker die induzirende Kraft, die
Horizontal-Komponente des Erdmagnetismus ist. Die Masse und Vertheilung des Eisens um den Kompass
ändert sich bei einem Schiffe, abgesehen von Umbau u. s. w. nicht, ln Bezug auf die Fähigkeit des Eiseus,
flüchtigen Magnetismus aufzunehmen, hat die Praxis gezeigt, dass dieselbe beim Schiffseisen mit dem Alter
des Schiffes und ganz besonders in der ersten Zeit nach dem Neubau etwas abzunehmen pflegt. In Folge
dessen tritt gewöhnlich in den ersten Jahren eine Abnahme des Koeffizienten D (ebenso eine solche
von cjX, fjX) ein. Das Nähere hierüber vergleiche: „Ueber die Veränderungen des Magnetismus in eisernen
Schiffen“ (Aus dem Archiv der Seewarte, 1879 No. 4). Demgemäss wird es rathsam sein, die Grösse des Koeffi
zienten D so lange bei neueren Schiffen von Zeit zu Zeit wieder zu ermitteln, bis derselbe eine für die
Praxis genügende Konstanz angenommen hat, was in der Regel schon nach Verlauf nur eines Jahres zu
geschehen pflegt. Abgesehen also hiervon würde nur noch zu betrachten bleiben, ob und wie mit der Orts-
Veränderung des Schiffes sich der Koeffizient D ändert? Wir sagten schon oben, dass der flüchtige
Magnetismus, welcher diesen Koeffizienten hervorruft, um so grösser sein werde, je grösser die induzirende
Kraft, die Horizontal-Komponente des Erd-Magnetismus, ist. Nennen wir diejenige Kraft, welche dieser
flüchtige Magnetismus auf den Kompass an einem Orte der Erde ausübt, wo die Horizontal-Komponente des
Erd-Magnetismus = 1 ist, d, so wird an irgend einem anderen Orte der Erde, wo die Horizontal-Kompo
nente « H ist, die Kraft d H im Schiffe induzirt sein. Die ablenkende Wirkung dieser Kraft wird aber