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Full text: 6, 1883

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zeichne hier vorläufig von N bis 0 und im weiteren Verfolge der Erörterungen, bei welchen namentlich 
hervorzuheben ist, wie auch auf Süd- und West-Kurs die Richtkraft des Kompasses geschwächt wird, 
die ganze Kurve der Deviation (auf SO-Kurs West-Deviation, auf S-Kurs Null, auf SW-Kurs Ost-Deviation, 
auf West-Kurs Null, auf NW-Kurs West-Deviation) an die Tafel, wobei man dieselbe zweckmässig 
wieder auf ein rechtwinkliges Koordinaten-System bezieht. 
Die von der Horizontal-Komponente des Erdmagnetismus durch Induktion von flüchtigem Magnetismus 
im Schiffe hervorgerufene Deviation, verläuft also ganz anders wie die bisher betrachtete, welche in ihrem 
Verlaufe rund um den Kompass in einem Halbkreise östlich und im anderen westlich war. Hier findet 
4 mal ein Durchgang durch Null statt und zwar auf den 4 Kardinalstrichen, N, 0, S und W r , während auf 
den 4 Interkardinalstrichen, NO, SO, SW und NW ein Maximum der Deviation eintritt. •— Während bei 
Null-Strich-Kurs, Nord, keine Deviation vorhanden war, ist schon bei einem Kurse von 4 Strich, .NO, das 
Maximum derselben, bei einem Kurse von 8 Strich wieder Null u. s. w. eingetreten. Diese Deviation ver 
läuft demnach ihrem Maximum gegenüber auf den verschiedenen Kursen nicht etwa wie die Abweichung 
der Distanz gegenüber, sondern sie erreicht doppelt so schnell ihr Maximum und wird auch doppelt so 
schnell wieder Null. Nehmen wir aber immer bei jedem Kurse die doppelte Anzahl seiner Striche in 
Rechnung, rechnen wir also NO nicht = 4 Strich, sondern = 8 Strich, wo dann natürlich Ost als 16 Strich, 
NNO als 4 Strich, ONO als 12 Strich u. s. w. zu rechnen ist, so wird unter dieser Annahme die in Rede 
stehende Deviation auf den verschiedenen Kursen wie die Abweichung gegenüber der Distanz verlaufen. Die 
Abweichung wird aus der Distanz durch Multiplikation mit dem sin des Kurses erhalten. Wir haben also 
hier das Maximum der zuletzt erläuterten Deviation, welches wir mit D bezeichnen wollen; mit dem sin 
des doppelten Kurses zu multipliziren, wenn wir den Betrag derselben auf den verschiedenen Kursen er 
mitteln wollen. 
Unserer früheren Formel (12): 
d = BsinL,'-\- Ccost,' 
haben wir also noch das Glied Dsin2£' hinzuzufügen, so dass sie jetzt lautet: 
(13) d ~ Ilsin'C'+ Ccosi'+ Dsin2g. 
Der so eingeführte Deviations-Koeffizient D ist nun natürlich bei allen Schiffen und Kompass-Orten 
verschieden. Er ist nach unserer obigen Betrachtung immer positiv, wenn nicht besondere Umstände, die 
wir noch näher betrachten werden, vorliegen. Bei gut aufgestellten Regel-Kompassen pflegt sein Betrag auf 
Segelschiffen zwischen 3 und 6, auf Dampfschiffen zwischen 3V 2 und 8 Grad zu schwanken. 
Wir wollen nun untersuchen, ob und welche Aenderungen in diesem Koeffizienten mit der Zeit und 
der Ortsveränderung des Schiffes vor sich gehen. Die Grösse desselben wird von der Fähigkeit des Schiffs 
eisens, flüchtigen Magnetismus in sich aufzunehmen, von der Masse des Eisens und seiner Vertheilung um 
den Kompass abhängen. Ausserdem ist klar, dass umsomehr flüchtiger Magnetismus durch die Horizontal- 
Komponente der magnetischen Erdkraft im Schiffseisen induzirt wird, je stärker die induzirende Kraft, die 
Horizontal-Komponente des Erdmagnetismus ist. Die Masse und Vertheilung des Eisens um den Kompass 
ändert sich bei einem Schiffe, abgesehen von Umbau u. s. w. nicht, ln Bezug auf die Fähigkeit des Eiseus, 
flüchtigen Magnetismus aufzunehmen, hat die Praxis gezeigt, dass dieselbe beim Schiffseisen mit dem Alter 
des Schiffes und ganz besonders in der ersten Zeit nach dem Neubau etwas abzunehmen pflegt. In Folge 
dessen tritt gewöhnlich in den ersten Jahren eine Abnahme des Koeffizienten D (ebenso eine solche 
von cjX, fjX) ein. Das Nähere hierüber vergleiche: „Ueber die Veränderungen des Magnetismus in eisernen 
Schiffen“ (Aus dem Archiv der Seewarte, 1879 No. 4). Demgemäss wird es rathsam sein, die Grösse des Koeffi 
zienten D so lange bei neueren Schiffen von Zeit zu Zeit wieder zu ermitteln, bis derselbe eine für die 
Praxis genügende Konstanz angenommen hat, was in der Regel schon nach Verlauf nur eines Jahres zu 
geschehen pflegt. Abgesehen also hiervon würde nur noch zu betrachten bleiben, ob und wie mit der Orts- 
Veränderung des Schiffes sich der Koeffizient D ändert? Wir sagten schon oben, dass der flüchtige 
Magnetismus, welcher diesen Koeffizienten hervorruft, um so grösser sein werde, je grösser die induzirende 
Kraft, die Horizontal-Komponente des Erd-Magnetismus, ist. Nennen wir diejenige Kraft, welche dieser 
flüchtige Magnetismus auf den Kompass an einem Orte der Erde ausübt, wo die Horizontal-Komponente des 
Erd-Magnetismus = 1 ist, d, so wird an irgend einem anderen Orte der Erde, wo die Horizontal-Kompo 
nente « H ist, die Kraft d H im Schiffe induzirt sein. Die ablenkende Wirkung dieser Kraft wird aber
	        
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