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um im folgenden Halbkreise ebenso, jedoch mit entgegengesetztem Namen (Vorzeichen) zu verlaufen, wie im ersten
Halbkreise. — Hier erklärt man, wenn man nicht vorzieht dies gleich anfangs zu thun, was einige Zuhörer verwirren
könnte, dass man allgemein Ost-Deviation durch +, West-Deviation durch — bezeichnet. —
Wir haben es also wieder mit einer halbkreisartigen Deviation zu thun, was auch ganz natürlich ist,
da ja der betrachtete Pol, als allein von der Induktion durch die Vertikal-Komponente der magnetischen
Erdkraft herrührend, seinen Ort und seine Stärke während der Rundschwaiung des Schiffes nicht ändert.
Das Schiff dreht sich ja während derselben nur um seine vertikale Achse. — Wir dürfen also auch hier
wieder zum Mittel der Zerlegung dieses während der Sehwaiung festen Pols in eine Längsschiffs-und
eine Dwarsschiffs-Komponente greifen. Aus den vorhergehenden Betrachtungen sehen wir dann sofort, dass
die Längschiffs-Komponente zwar beträchtlich, die Dwarsschiffs-Komponente aber nur klein sein wird. Das
Maximum der Deviation, welche durch die Längsschiffs-Komponente hervorgerufen wird, tritt natürlich
wieder auf Ost- und West-Kurs, dasjenige, welches durch die Dwarsschiffs-Komponente entsteht, auf Nord-
und Süd-Kurs ein. Bezeichnen wir analog unserer früheren Benennung, das erstere Maximum mit das
letztere mit c'", so werden wir, wenn jetzt d die Summe der durch den festen, halbfesten und den von der
Vertikal-Komponente der Erdkraft hervorgerufenen flüchtigen Magnetismus bewirkten Deviationen bezeichnet,
die Formel erhalten:
(7) d = (&'+ V") sin £'+ (c'+ c"+ c'") cos
Wir haben nun früher in den Formeln (1), (2), (4) und (5) gefunden:
V
b"
P _1_
X ' H ’
v
Q_
X ' H
y-sec Jcos Cp; c" = — sec Jsin
A
und es bleibt uns nur noch übrig V" und c'" zn bestimmen.
Die Stärke des überschüssigen Pols der in Rede stehenden Art von Magnetismus wird natürlich ab-
hängen von der Vertheilung der Eisenmassen um den Kompass und ihrer Induktions-Fähigkeit in Bezug
auf flüchtigen Magnetismus; aber auch von der Stärke der induzirenden Kraft, welche hier die Vertikal-
Komponente Z der magnetischen Erdkraft ist. Nennen wir diejenige Intensität, welche der überschüssige
Pol an einem Orte der Erde äussert, wo die Vertikal-Komponente = 1 gesetzt wird F, so wird an irgend
einem anderen Orte, wo die Vertikal-Komponente = Z ist, F.Z als wirkender Pol vorhanden sein. Davon
wird, wenn wir den Winkel, welchen die Richtung dieses Pols vom Kompass aus mit der Längsschiffs-Richtung
macht, durch a bezeichnen, in die Längsschiffs-Richtung FZcosa und in die Dwarsschiffs-Richtung FZsina
entfallen. Da dieser Winkel « nur von der Vertheilung der Eisenmassen um den Kompass abhängt, so wird
er seine Grösse nicht ändern, und wir können daher zur Abkürzung Fcosa = c und Fsina — f setzen;
so dass wir für die in der Längsschiffs-Richtung wirkende Kraft erhalten: cZ und für die in der Dwars
schiffs-Richtung wirkende f Z. Die Wirkung dieser Kräfte auf den Kompass wird natürlich wieder um
gekehrt proportional der Richtkraft des Kompasses = XH sein, so dass schliesslich wird:
(8)
V"
c_Z^
X E “
c
I
tangJ
und
(9)
LI. - L
X H ~ X
tangJ.
Bezeichnen wir nun noch der Kürze halber in Formel (7) (&'+ 5"+ V") durch B und (c'+c" +c'")
durch C, so erhalten wir:
J? V c
(10) B — -j’-jj — -j sec J cos lp +-j-tangJ
(11) C — ~“+ y- sec Jsin 'C.p + lytangJ
und endlich
(12) d — B sin + C cos