accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: 6, 1883

3 
vom Kompasse aufgelegt wird. Damit die halbkreisartige Deviation auch für verschiedene Baukurse ge 
geben werden könne, ist die Schiene um P drehbar und kann unter irgend einem Winkel zur Ase des 
Schiffes (Steuerbords-Winkel) festgestellt werden. Der Winkel selbst wird mit einem Zeiger r auf einem 
Gradbogen abgelesen, beziehungsweise eingestellt. Kleine Kupferplättchen, wovon das eine roth gelassen, 
das andere schwarz lackirt ist und die mit einer Theilung versehen sind, können zur Markirung der Lage 
für Schiffspole auf Deck, beziehungsweise des Nord- und des Südpoles benutzt werden. Auch für die Kom 
pensation der halbkreisartigen Deviation sind zur Erläuterung des dabei innezuhaltenden Verfahrens Ein 
richtungen getroffen: Ein gerade unter dem Kompasse befindlicher, auf dem Deck senkrecht stehender 
Messingstab l gestattet, dass ein kleiner Kompensations-Magnet mn in der Richtung des Steuerbord-Winkels 
in der gehörigen Entfernung und in entsprechendem Sinne angebracht werden kann. Will man die Kompen- 
sirung nach der Airy’sehen Methode ausführen, so dienen dazu 2 kleine Stabmagnete, wofür je einer für 
die Komponente längsschiffs und querschiffs in Anwendung kommt. Auf unserem Holzschnitte sind die 
beiden Magnete mit nt! n' und m" n" bezeichnet. Das Verfahren bei Ausführung der Kompensation mittels 
des Modells ist analog dem, welches am Bord in Anwendung kommt. 
Zur Beleuchtung der Wirkung eiserner Steven auf den Kompass ist an der Säule a' ein Zapfen an 
gebracht, um welchen sich eine weiche Eisenstange v V drehen und in vertikaler, horizontaler oder irgend 
einer anderen Richtung feststellen lässt. Oben auf Deck ist ein System messingener Träger li angebracht, 
in welchen gleichfalls weiche Eisenstäbe aJce befestigt werden können, je nachdem man die Wirkung weichen 
Eisens, welches in der Längs- oder Querrichtung oder vertikal um den Kompass angeordnet ist, befestigt 
werden können. Da die bezeichneten Eisenstäbe nicht durch den Kompass gehen oder ganz unter und über 
demselben angebracht werden können, wie dies aus der Figur zu ersehen ist, so ist unterhalb des Decks eine 
Einrichtung getroffen, Stäbe weichen Eisens, welche von einer Seite zur anderen ununterbrochen durchgehen, 
e'e', oder in der Längsschiffs-Richtung sich in der ganzen Länge unter dem Kompass hinziehen, anzubringen. 
c c' sind Stäbe weichen Eisens, welche Masten, vor und hinter dem Kompasse aufgestellt, und deren Wirkung 
auf den Kompass versinnlichen sollen. Zur Illustrirung des Krängungsfehlers, sowie zur Wirkung einseitig 
oder durchgehend gelagerter Eisenmassen auf den Charakter desselben können die beschriebenen weichen 
Eisenstäbe gleichfalls dienen. Um die Weise der Kompensirung des Krängungsfehlers mittels eines verti 
kalen kleinen Magnets zu demonstriren, bedient man sich eines an den Messingstab l in der entsprechenden 
Entfernung gehaltenen kleinen Magnets, während die Kompensirung der viertelkreisartigen Deviation 
mittels weichen Eisens mit den weichen Eisenstäben selbst demonstrirt werden kann. Es wäre nur noch 
zu erwähnen, um den ganzen Apparat in allen seinen Theilen verständlich zu machen, dass sich in i, genau 
in der Axe d d' ein Stift befindet, welcher jederzeit die Einstellung, beziehungsweise Verifikation des Steuer 
striches des Kompasses mit der Axe des Schiffs vorzunehmen gestattet; der Kompass selbst trägt zu diesem 
Behufe 2 Diopter. 
Gewisse Stoffe besitzen die Eigenschaft, einen Zustand annehmen zu können, in welchem sie, wenn in 
getrennten Massen, einander entweder anziehen oder abstossen, von einander entweder angezogen oder ab- 
gestossen werden. Die ihnen in diesem Zustande innewohnende Kraft führt den Namen Magnetismus. 
Unter den in der Natur vorkommenden Eisenerzen giebt es eins, welchem diese Kraft von Natur aus vor 
zugsweise innewohnt. Da dasselbe im Alterthume hauptsächlich in der Nähe der kleinasiatischen Stadt 
Magnesia gefunden wurde, hat man seine Eigenschaft die magnetische genannt; daher der Name Magnetismus. 
Ausser dem Eisen besitzen die Eigenschaft magnetisch zu werden noch andere Metalle, wie Nickel und 
Kobalt, so wie in geringem Grade auch Chrom und Mangan. Uns interessirt nur das Eisen, weil es die 
in Rede stehende Eigenschaft im höchsten Grade besitzt und in der Deviations-Lehre des Kompasses allein 
in Betracht kommt. 
Bei einem jeden magnetischen Körper zeigt sich die Erscheinung, dass die demselben innewohnende 
magnetische Kraft nicht gleichmässig durch die ganze Masse desselben vertheilt ist. Die magnetische 
Wirkung zeigt sich vielmehr am intensivsten an zwei in der Nähe der Enden (Kanten) der Eisenmasse 
befindlichen Punkten, welche allgemein als die Sammelpunkte der magnetischen Kraft erscheinen und speziell 
den Namen „magnetische Pole“ führen. Um diese Pole von einander zu unterscheiden, bezeichnet man 
den einen Pol durch plus (+), den andern durch minus (—), oder, wie noch gebräuchlicher, und welchem 
Verfahren wir uns anschliessen wollen, durch die Namen Nordpol und Südpol.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.