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Full text: 6, 1883

No. a. 
Leitfaden für den populären Unterricht in der Deviations-Lehre 
mit Benutzung des Neumayer’sehen Deviations-Modells. 
Die Anwendung der Lehre vom Magnetismus in der Navigation, die Deviations-Lehre, ist in unsern 
Tagen in Folge des Gebrauches von Eisen verschiedener Härte-Grade und chemischer Konstitution von 
einer besonderen Tragweite geworden. Die dieser Anwendung zu Grunde liegende theoretische Anschauung, 
wie sie Poisson u. A. entwickelt haben, ist nicht einem Jeden, dessen Beruf es mit sich bringt, dass er 
sich mit derselben befasse, zugänglich oder doch nicht in einem solchen Maasse zugänglich, dass die ver 
schiedenen Erscheinungen und deren innerer Zusammenhang mit der wünschenswerthen Klarheit erkannt 
werden. Theils nun, um das Gewinnen dieser Klarheit zu unterstützen, theils auch, um dem Lehrer, dem 
die Pflicht obliegt, in der Deviations-Leime zu unterrichten, ein Hilfsmittel der Erläuterung und für das 
Experiment zu schaffen, wurde das Bedürfniss empfunden, einen Apparat zu besitzen, der bei möglichster 
Einfachheit das Ausführen instruktiver magnetischer Experimente gestattet. Durch das Experiment, das 
darauf abzielt, die Fundamental-Lehren der magnetischen Induktion zu veranschaulichen und die Grund 
begriffe magnetischer Ablenkung aus der Gleichgewichts-Lage zu erläutern, wird dem Verständnisse der 
Deviations-Lehre in wirksamer Weise nachgeholfen. Es gilt dieses nicht nur mit Bezug auf die Lernenden, 
vielmehr werden auch die Lehrenden erheblichen Vortheil aus dem Gebrauche eines Deviations-Apparates zu 
ziehen vermögen. Ein Hilfsmittel, welches Zwecken und Anforderungen der bezeichneten Art zu genügen hatte, 
konnte nur durch einen Apparat geschaffen werden, der es gestattete, die in der Praxis der Deviations-Lehre 
vorkommenden magnetischen Erscheinungen tliunlichst nachzuahmen, mit einiger Schärfe zu beobachten und 
ihrem Wesen nach zu charakterisiren. 
Aus der Lehre der Deviation ist bekannt, dass man bei den dieselbe begründenden mathematischen 
Erörterungen die Dimensionen der Nadel, welche der Deviation unterworfen ist, als unendlich klein in Bezug 
auf die Dimensionen und Entfernungen der störenden Massen von Eisen anzusehen hat. Es ist einleuchtend, 
dass man bei einem kleinen Apparate diese Voraussetzung, selbst annähernd, nur in ungenügender Weise 
zu erreichen vermag. Bei der Konstruktion eines brauchbaren Deviations-Modells, wie wir den Apparat 
nennen wollen, musste daher darauf Bedacht genommen werden, die Grundbedingungen möglichst zu erfüllen, 
und durfte daher eine allzu beträchtliche Reduktion der Maasse desselben nicht Platz greifen, während an 
dererseits auch darauf Rücksicht zu nehmen war, dass die Grösse desselben (des Deviations-Modells) seine 
Verwendbarkeit in den Lehrräumen nicht beeinträchtige. Jedenfalls war an der Schiffsform festzuhalten; 
um den bezeichneten Anforderungen aber zu entsprechen, stellte sich im Uebrigen ein Apparat von im Nach 
folgenden beschriebener Einrichtung und Grösse dar. 
Der umstehende Holzschnitt zeigt das Deviations-Modell im Maasstabe von 1:20 und lässt die 
Anordnung der einzelnen Theile erkennen. Der obere Theil ist in Form eines Schiffsdeckes so auf 2 Trägern 
1 
Archiv 18S3. 2.
	        
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