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unterirdisch gelegen ist, so konnte begreiflicherweise ein Ersatz nicht ohne erhebliche Umstände beschafft
werden. Es würde nothwendig gewesen sein, nach irgend einem anderen, vom Zentrum des Observatoriums
aus sichtbaren Punkte einen neuen Miren-Kanal zu legen, was erhebliche Kosten verursacht haben würde.
Aus den verschiedenen Beobachtungen ergiebt sich für 1883.b die magnetische Deklination zu 12°56.o W.
Da der wahrscheinlichste Werth dieses Elementes für 1882.5 = 13° 4.3 W. (Jahres-Bericht 1882, Seite 29) war,
so stellt sich die jährliche Abnahme auf 8'.3.
Magnetische Inklination. Aus den wenigen Beobachtungen, im Observatorium ausgeführt, ergiebt sich
ein Mittelwerth dieses Elementes von 67° 35'.8 Nord. Der Mittelwerth für 1882 betrug 67° 37'.3 Nord, woraus
eine Abnahme dieses Elementes von I'.b folgen würde.
Horizontal-Intensität. Auch in diesem Jahre konnte aus den oben angeführten Gründen eine Be
stimmung des absoluten Wertkes der Horizontal - Intensität nicht ausgeführt werden. Aus den Beobacht
ungen, die jedoch ohne Berücksichtigung der lokalen Einflüsse — wie sie in dem Berichts-Jahre bestimmt
wurden (siehe vorigjährigen Jahres-Bericht, Seite 29) — reduzirt worden sind, ergiebt sich ein Mittelwerth
von 1.7987 G. E.
Durch Berücksichtigung der Lokal-Einflüsse dürfte namentlich die magnetische Inklination für Hamburg
einen etwas grösseren Werth erhalten.
Bremerhaven. Magnetische Deklination. Der Mittelwerth aus den im Jahre 1883 ausgeführten
Beobachtungen beträgt: 14° 13'.3 West (auf das Mittel des Tages reduzirt), woraus sich gegen das vorige
Jahr eine Abnahme dieses Elementes von 8.2 folgern lässt.
Magnetische Inklination. Aus allen Beobachtungen wurde die magnetische Inklination für 1883.5 zu
67° 58'.2 N. bestimmt.
Swinemünde. Magnetische Deklination. Aus den einzelnen auf das Tagesmittel reduzirten Beob
achtungen ergiebt sich dieses Element für 1883.5 zu 10° 31'.9 W. Da im Vorjahre die magnetische Dekli
nation zu 10° 38'.7 bestimmt wurde, so folgt eine Abnahme derselben während des verflossenen Jahres
von 6'.8.
Magnetische Inklination. Dieses Element ergiebt sich im Mittel aus einer grösseren Anzahl von Be
obachtungen zu 67°31'.9N.
Neufahrwasser. Magnetische Deklination. Aus zahlreichen, auf das Mittel des Tages reduzirten
Beobachtungen ergiebt sich ein Mittelwerth dieses Elementes für 1883.5 von 9° 5'.2 W. Vergleicht man
diesen Werth mit jenem vom Vorjahre, so folgt eine jährliche Abnahme dieses Elementes von 6'.7.
Magnetische Inklination. Das Mittel aus den in diesem Jahre ausgeführten Bestimmungen giebt einen
Mittelwerth von 67° 28'.3 N. Es bedarf jedoch derselbe, da er in die vorhergehenden Reihen nicht wohl
passt, indem er eine zu grosse jährliche Abnahme ergiebt, der Bestätigung durch fernere Beobachtungen.
Barth. Magnetische Deklination. Während des Berichts-Jahres wurden von Herrn Navigations-
Lehrer Skaiweit, Vorsteher der Agentur der Seewarte, 2184 Einzel - Beobachtungen der magnetischen
Deklination, welche nach bestimmtem Systeme über die Stunden des Tages vertheilt sind, so dass eine
Reduktion auf das Tagesmittel nicht erforderlich wird, ausgeführt. Das Mittel aus sämmtlichen Beobacht
ungen ergiebt einen Werth von ll°4ü'.92 W. Das beobachtete Maximum fiel auf den 3. April 3 h p. m. und
betrug 12° 0'.4 W., das beobachtete Minimum dagegen trat am 17. Oktober Mittags ein, als die magnetische
Deklination einen Werth von 11° 19'.3 W. hatte. Im Vorjahre betrug die magnetische Deklination 11°48'.32 W.,
so dass die jährliche Abnahme sich auf Ta stellt (im Vorjahre 7'.i).
MostocJc. Magnetische Deklination. Im Ganzen wurden während des Jahres 1883 24 Einzel-Beob
achtungen der magnetischen Deklination angestellt, welche, auf das Tagesmittel reduzirt, einen Mittelwerth
von 11° 54'.4 N. ergeben. Die Abnahme der magnetischen Deklination liesse sich daraus auf 10'.8 pro Jahr
feststellen, wenn man das Jahr 1882.5 dabei zu Hülfe nimmt; wird dagegen der Werth für das Jahr 1881.5
zu Hülfe genommen, so stellt sich die jährliche Abnahme auf 5'.5, was der Wahrheit näher kommen dürfte.
Wilhelmshaven. Magnetische Deklination. Aus den in den „Annalen der Hydrographie und Ma
ritimen Meteorologie“ für jeden Monat gegebenen Werthen der magnetischen Elemente ergiebt sich, wenn
dieselben auf das Tagesmittel reduzirt werden, für die Deklination ein Mittelwerth für 1883.5 von 13° 59'.7 W.,
woraus, wenn man den Werth für 1882.5 berücksichtigt, eine Abnahme von 8'.3 pro Jahr gefolgert wird.
Magnetische Inklination. Die mittlere magnetische Inklination ist aus derselben Quelle, wie oben,
entnommen und giebt einen Mittelwerth von 67° 58'.o N.