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Zoologische Ergebnisse der Nordseefahrt. Mit drei Tafeln Ab-
bildungen. Dieser Abschnitt enthält die Bearbeitungen der Rhizopoden und
Coelenterata von Fr. Eilhard Schulze, der Spongien von Oscar
Schmidt, der Echinodermata von Karl Möbius und Bütschli, der Ver-
mes. von K. Moebius. ;
Die anderen während dieser Nordseefahrt erforschten Thierklassen wer-
den in der zweiten Abtheilung dieses Jahresberichtes bearbeitet werden,
Allerdings liegen diesen wissenschaftlichen Untersuchungen praktische Zwecke
zum Grunde, nämlich die Ermittelung der Verbreitung, Fortpflanzung und Wan-
derung der nutzbaren Thiere der deutschen Meere; aber diese Ermittelung kann
ihrerseits wieder nur fussen auf der Lösung der wissenschaftlichen Aufgaben,
der gründlichen Erforschung der physikalischen, chemischen und biologischen
Verhältnisse der betreffenden Meere, und diese Lösung ist den Mitgliedern der
eigens dazu ernannten Commission und den Gelehrten, welche die Bearbeitung
einzelner Gegenstände übernommen haben, wohl gelungen: sie alle haben durch
ihre Arbeiten die genaue Kunde der Beschaffenheit der Ost- und Nordsee in
allen ihren Verhältnissen nicht nur wissenschaftlich neu begründet, sondern
auch zum Theil ganz neue Thatsachen zuerst aufgedeckt, die Wissenschaft da-
durch wesentlich bereichert und endlich der Praxis die Wege geebnet, auf denen
diese mit sicherer Aussicht auf Erfolg weiter vorschreiten. kann. vB.
Der Norddeutsche Lootse. Segelanweisung bei Benutzung der
Uebersichtskarte der „Ostfriesischen Inseln“, der „Jade, Weser und Elbmün-
dungen“ und der „Schleswig-Holsteinischen Westküste“, bearbeitet nach selbst
ausgeführten Vermessungen von Capitain z. See Grapow. Zweite vollständig
umgearbeitete Auflage und berichtigt bis zum 1. April-1875. Berlin. Verlag
von Dietrich Reimer, 76 8.
Diese in Kürze zusammengestellte Segelanweisung giebt einen vorzüg-
lichen Führer für die Deutsche Küste der Nordsee, von den Ostfriesischen
Inseln bis zur Nordgrenze der Schleswig-Holsteinischen Westküste, und enthält
eine genaue Beschreibung der Betonnung, Bebakung und Befeuerung dieser ganzen
Küste, sowie der Insel Helgoland. Ferner findet man in derselben ein vervoll-
ständigtes Verzeichniss der Hafenzeiten, Fluthhöhen und der Dauer der
Fluth und Ebbe, sowie eine Zusammenstellung sämmtlicher Rettungsstationen
an dieser Küste, mit dem Bemerken, welche Rettungsapparate sich auf denselben
befinden. Demnächst ist eine Reduetions-Tabelle für Faden und Meter beige-
fügt, die dem mit dem Metermaass noch weniger vertrauten Seemann um so
willkommener sein wird, da die meisten ihm zu Gebote stehenden Karten die
Wassertiefen und Höhen von Leuchtthürmen und Baken etc. nach hamburgischen
resp. preussischen Faden oder Fuss angeben. Dieses letztere ist auch wahr-
scheinlich der Grund gewesen, dass der Verfasser die Wassertiefen etc. noch
in preussischen Faden oder Fuss angegeben hat. Den Schluss des Buches bildet
noch ein 12 Seiten starker Anhang, in welchem die in letzter Zeit bekannt ge-
wordenen Veränderungen in den Betonnungen, sowie sonstige für die Schiff-
fahrt wissenswerthen Neuerungen hinzugefügt sind. Leider ist der Abschluss
dieser Auflage einen. Monat zu früh herausgegeben, denn sonst hätte noch die in
diesem Sommer beabsichtigte vollständig veränderte und auf einem neuen
Princeip beruhende Betonnung der Jade darin erwähnt werden können. Da es
aber überhaupt uumöglich ist, eine solche Segelanweisung mit Küstenbeschrei-
bung ganz genau richtig herzustellen, so tritt bei diesem hier beschriebenen
Küstentrich und den darin enthaltenen Fahrwassern noch eine andere Schwierig-
keit, die Veränderlichkeit derselben, entgegen, denn dieselben sind unaufhörlich den
grössten Veränderungen ausgesetzt; aber dennoch kann man diese Arbeit jeder an-
deren sowohl einheimischen, wie ausländischen denselben Gegenstand behandelnden
vorziehen und verdient dieses Werk deshalb auch bei allen. deutschen Seefahrern
bekannt zu werden. Vor Allem sollte es bei den diesen Küstenstrich befahren-
den Seeleuten nicht fehlen und wünschen wir dieser neuen Auflage die wohl
verdiente, allgemeinste Verbreitung. I
(Abgeschlossen am 24. Mai 1875.)